Ein Pfarrer mit Leib und Seele feiert Jubiläum

Pfarrer Fritz Barkey feiert am Pfingstsonntag sein 25-jähriges Priesterjubiläum in der St. Josephskirche.
Pfarrer Fritz Barkey feiert am Pfingstsonntag sein 25-jähriges Priesterjubiläum in der St. Josephskirche.
Foto: WAZ
Friedrich Barkey wurde vor 25 Jahren zum Priester geweiht. Das Revier ist für den Lippstädter zur zweiten Heimat geworden.

Witten..  Er ist ein Pfarrer mit Leib und Seele, einer, der seinen Job liebt und den Beruf auch nach fast drei Jahrzehnten im Dienst immer wieder wählen würde – allen Belastungen zum Trotz: Am Pfingstsonntag nun feiert Friedrich Barkey in seiner Gemeinde in Annen das Silberne Priesterjubiläum. Und zwar mit einer richtig großen Sause: Rund 600 Gäste werden in der St. Josephskirche an der Stockumer Straße erwartet.

Barkey ist keiner von hier – aber einer, der im Revier heimisch geworden ist: Aufgewachsen ist der 51-Jährige in Lippstadt, hat in Paderborn katholische Theologie und Philosophie studiert. Priester werden: Diese Entscheidung traf er aber erst während eines zweijährigen Studien-Aufenthalts im spanischen Salamanca. „Das war eine sehr spirituelle Erfahrung.“

Mutter Gottes musste helfen

1988 machte er sein Diplom, 1989 wurde er zum Diakon geweiht. Erste Station für ihn war Herne-Börnig. „Da habe ich das Ruhrgebiet kennen- und liebengelernt – es wurde eine große Liebe: Ich will hier nicht mehr weg.“ Ein Jahr später, nach der Priesterweihe, wurde er nach Detmold geschickt, 1993 dann nach Kohlhagen im Sauerland, eine Wallfahrtsgemeinde mit rund 20 000 Pilgern jährlich. „Dort habe ich ein echtes Wunder erlebt“, erzählt Barkey. Nachdem der zuständige Küster gestorben war, drohte nämlich der Wallfahrtsbetrieb zum Erliegen zu kommen. „Wenn es hier weiter gehen soll, dann muss die Mutter Gottes helfen“, betete Barkey: Kurz darauf gelang es, die Dernbacher Ordensschwestern auf dem Kohlhagen anzusiedeln. Vier von ihnen versehen den Dienst dort bis heute.

Vom Sauerland ging es 1997 weiter nach Paderborn – hier war Barkey Gemeindepfarrer des streitbaren Theologen Eugen Drewermann. „Das war schwierig, die Gemeinde war polarisiert.“ Doch es sei ihm gelungen, zu vermitteln. Dann folgten drei Jahre im Siegerland und 2004 dann die Stelle in Annen.

Gäste von allen Stationen

Von all diesen Stationen seines Lebens werden am Sonntag Gäste anreisen, um mit Barkey das Priesterjubiläum zu feiern. Der Pfarrer freut sich sichtlich darüber: „Wir haben über 400 Zusagen von Auswärtigen bekommen.“ Nach dem Festhochamt um 10.30 Uhr soll mit ihnen und der ganzen Gemeinde ein großes Fest der Begegnung rund um die Josephskirche gefeiert werden.

Und was wünscht sich der Pfarrer an seinem Ehrentag für die nächsten 25 Jahre? „Dass ich gesund bleibe an Leib und Seele, damit ich den Dienst weiter leisten kann“, sagt er ohne zu zögern. „Und dass ich dabei nicht allein bleibe, dass immer Menschen da sind, die mich unterstützen. Mehr brauche ich nicht!“

Hoffnung muss bleiben

Ach doch, dieses eine noch: Hoffnung. Denn ohne die, davon ist Barkey überzeugt, wird es für die Kirche schwierig, die kommenden Herausforderungen zu meistern. Der Umbau der Gemeinden zum großen Pastoralverbund, Personalknappheit, Mitgliederschwund: „Aber ich glaube, wir packen das! Wenn wir nur engagierte Leute haben, die ihre Fähigkeiten einbringen, dann bin ich ganz sicher: Der Laden hier wird nicht untergehen.“