Ein Mann macht seinen Weg
22.09.2008 | 17:56 Uhr 2008-09-22T17:56:00+0200
Blerim Krasniqi erwarb auf der Förderschule den Hauptschulabschluss. Inzwischen absolviert er mit großem Erfolg eine Friseurlehre. Sein Beispiel soll anderen Jugendlichen Mut machen.
„Als ich den Blerim im Salon stehen sah, dachte ich: Das ist doch nicht der kleine Schüler, der im Chor immer krächzte und über Tische und Bänke ging”, sagt Michaela Lohrmann, Leiterin der Pestalozzischule. Doch er war es – und deshalb hat die städtische Förderschule den jungen Mann, der dort seinen Hauptschulabschluss erworben hatte, für eine Berufsvorbereitungsveranstaltung der etwas anderen Art gewonnen. Blerim Krasniqi erzählte am Montag den Schülern der Klassen acht, neun und zehn die Geschichte seines Einstiegs in den Beruf. Um ihnen zu zeigen, dass es sich lohnt, für seine Träume und Ziele zu arbeiten.
„Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mal Friseur werden würde”, sagt der 19-Jährige. Ein Praktikum war es, was ihn auf diesen Weg brachte. Davon hat der junge Mann mehrere gemacht, unter anderem bei einem großen Wittener Autohaus und in einem Jeansladen. Doch nur beim Friseur dachte er: „Das ist was für mich.”
Ein Jahr gewartet
Ein Jahr lang musste er nach der Schule warten, bis er endlich mit der Ausbildung zu seinem Traumberuf beginnen konnte, erzählt Blerim Krasniqi. „Ich bin fast jeden Tag zu meinem Chef gegangen und habe gefragt, wann ich endlich anfangen kann.” Doch Friseurmeister Günther Dochow konnte das nicht allein entscheiden. Dazu kam, dass Blerim Krasniqi, der im Alter von sechs Monaten aus dem Kosovo nach Witten kam, in Deutschland nur geduldet war – und nach der damaligen Gesetzeslage nur Stellen annehmen durfte, für die sich kein anderer Bewerber fand. Unzählige Mappen hat er verschickt, ebenso viele Absagen bekommen. „Ich habe mich für alles Mögliche beworben”, sagt Blerim Krasniqi. „Hauptsache Ausbildung.”
Inzwischen ist der junge Mann im zweiten Lehrjahr, scheidet Haare auf Wettbewerben und leitet wenn der Chef nicht da ist die jüngeren Lehrlinge an. Er selbst habe schon im ersten Lehrjahr Haare geschnitten, erzählt Blerim Krasniqi – nicht selbstverständlich. „Aber ich wollte das machen, habe mich hingesetzt und gelernt.” Seine dunklen Augen leuchten, wenn er von seinem Beruf erzählt und den Schülern anhand von Rollenspielen mit seinen früheren Lehrerinnen einen Einblick in seine Arbeit gibt: In welchem Winkel der Kamm für verschiedene Schnitte angesetzt wird. Wie ein Beratungsgespräch geführt wird. „Ganz wichtig: Der Kundin immer in die Augen sehen.”
Niemals aufgeben, rät Blerim Krasniqi den Jugendlichen. Auch wenn es noch so viele Absagen hagelt. „Und so früh wie möglich: lernen, lernen, lernen.” Blerim Krasniqi selbst hat sich schon weitere Ziele gesteckt. Er möchte seine Ausbildung von drei auf zwei Jahre verkürzen und schon in diesem Jahr die Gesellenprüfung ablegen. Und dann den Meister machen.
21:48
ich bin sehr stoltz auf ihn und ich weiß das er es schaffst, egal was auf ihn zukommt.......
Mit freundlichen grüßen aus Berlin