Ein großes Herz für die Menschen in Gambia
21.01.2010 | 12:19 Uhr 2010-01-21T12:19:00+0100
Es war eine fixe Idee dreier Studenten, doch mittlerweile hat ihr Gambia-Projekt die Anlaufstellen bei Zahnschmerzen in dem afrikanischen Land mehr als vervierfacht.
Doch zurück zum Anfang: 1995 beschlossen Dr. Andreas Jordan, der jetzt Oberarzt in der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin ist, und seine Kommilitoen, ein soziales Projekt in einem Entwicklungsland zu gründen. Auslöser war eine Gastvorlesung, bei der es um eine neue Füllungstechnik für Karies ging, die ohne Strom und Wasser auskommt. „Davon waren wir so fasziniert, das wollten wir auch machen”, erinnert sich Jordan.
Einer der Studienkollegen kannte ein Hattinger Hilfsprojekt, das in Gambia ein Krankenhaus aufgebaut hat. „Da haben wir einfach gefragt, ob sie dort nicht auch eine Station für Zahnmedizin aufbauen wollen”, erzählt der 38-Jährige weiter. Die Drei organisierten Geld und Material und flogen nach Gambia. Drei Wochen lang behandelten sie ununterbrochen – ohne elektrische Bohrer, alles musste mit einfachen Hilfsmitteln gehen.
„Die Menschen haben im Wartebereich übernachtet, damit sie am nächsten Tag behandelt werden können”, erzählt Jordan. Denn ein Zahnarzt war für die meisten unerreichbar. Gambia hatte nur drei Zahnärzte – alle in der Hauptstadt. Bis zu ihrem Staatsexamen fuhren die Drei immer wieder nach Gambia. Es folgten jüngere Semester, die bis jetzt zweimal im Jahr die Menschen dort behandeln.
Weil der Bedarf aber viel größer war, holte sich das Team 2001 die Genehmigung der Regierung, Einheimische auszubilden: Sie können Füllungen bei Karies einsetzen und leichte Zähne ziehen. „Mittlerweile haben wir 13 Zahnstationen gegründet, die im ganzen Land verteilt sind”, sagt Jordan. Auch in der Gesundheitsvorsorge bei Kindern engagieren sich die Wittener. Außerdem entwickelt Andreas Jordan neue Behandlungsmethoden, die vor Ort mit den einfachsten Mitteln möglich sind.
0mitdiskutieren