Ein Geburtstag, zwei Ausstellungen
17.01.2008 | 19:21 Uhr 2008-01-17T19:21:54+0100Der Architekt Karl Friedrich Gehse wird heute 70 Jahre alt. Die Galerie Haus Herbede und das Märkische Museum präsentieren Entwürfe, Malereien und Skizzen des Witteners
Gleich zwei Ausstellungen widmen sich in den kommenden Wochen dem Schaffen des Wittener Architekten Karl Friedrich Gehse, der heute seinen 70. Geburtstag feiert.
Ab Sonntag präsentiert Gehse in der Galerie Haus Herbede ein Auswahl seiner Projekte. Chronologisch angeordnet zeigt er Bauzeichnungen und stellt ihnen Fotos der realisierten Gebäude gegenüber. Zeitungsartikel informieren über Aktionen, mit denen Gehse in den 70er Jahren in Witten für Aufsehen sorgte.
Sein Grundsatz: "Man kann überhaupt nicht verrückt genug bauen, um Highlights zu setzen." Kreisförmige Elemente tauchen in seinen Entwürfen immer wieder auf. Seine Häuser sind stets nur fast symmetrisch. Bei seinen Projekten berücksichtigt Karl Friedrich Gehse nicht nur Wünsche des Bauherrn, sondern auch den Ort, an dem das Haus entstehen soll.
Im zweiten Raum präsentiert der Wittener Gemälde in Öl und Aquarell. Seit drei Jahren verbringt er viel Zeit mit der Malerei. "Vor mir ist kein Gesicht sicher", sagt der 70-Jährige lachend. Tatsächlich malte er in den letzten Jahren etwa 1000 Porträts von Persönlichkeiten aus Witten und Bochum, wo Gehse in einem selbst entworfenen Haus wohnt. Einen Teil der ausgestellten Bilder gaben die Porträtierten speziell für die Schau noch einmal zurück. So brachte der ehemalige Bürgermeister Klaus Lohmann sein schachspielendes Konterfei aus Öl gestern in die Galerie.
Auch Landschaften und Gebäude hält Gehse in Öl fest. Einige Bilder zeigen Impressionen, die er entlang der Ruhr sammelte, andere zerfallende Industrieanlagen. Rund 100 Bilder sind in der Galerie Haus Herbede zu sehen, ein Teil steht zum Verkauf.
In Kontrast zu den farbigen, in den letzten Jahren entstandenen Bildern, stehen Gehses schwarz-weiße "Wittener Skizzen", die das Märkische Museum in den nächsten vier Wochen zeigt. Die meisten der Tuschezeichnungen malte er in den 70er Jahren. Es reizte den Architekten, Gebäude, die vor dem Abriss standen, noch einmal festzuhalten. Daneben skizzierte er in Witten alles, was sein Interesse weckte. Er habe schon als kleiner Junge gerne gezeichnet, aber nie eine Zeichenschule besucht, sagt Gehse. Im Märkischen Museum sind etwa 60 Skizzen zu sehen. Daneben zeigt die Ausstellung 20 "Anti-Postkarten" von Gehse, die einst in der WAZ erschienen. Auf den Ansichtskarten hielt der Architekt eher schmuddelige Wittener Ecken fest.
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