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Edeka zieht Hausverbot gegen Ex-Mitarbeiterin zurück

12.01.2016 | 18:26 Uhr
Edeka zieht Hausverbot gegen Ex-Mitarbeiterin zurück
Keine Brötchen mehr vom Haldenweg: Eva S. will im Hevener Edeka-Markt „erstmal“ nicht mehr einkaufen.Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Lohnstreit mit ehemaliger Edeka-Mitarbeiterin gipfelte zunächst in einem Hausverbot. Jetzt endete der Streit mehr oder weniger gütlich.

Dass Dieben der Zutritt zu Lebensmittelläden verweigert wird, ist nichts Besonderes. Aber ein Hausverbot für eine ehemalige Mitarbeiterin? Norbert Bertram wollte eine Kassiererin nach einem Rechtsstreit um Urlaubs- und Krankengeld nicht mehr in seinen Edeka-Läden sehen und verbannte sie schriftlich aus seinen Märkten am Crengeldanz und am Haldenweg. Das Ende der Posse: Nach einer Anfrage unserer Zeitung ist das Hausverbot Geschichte. „Das war eine Überreaktion“, sagt Bertram.

Von Februar bis Oktober hatte Eva S. nebenberuflich am Crengeldanz auf 450 Euro-Basis gearbeitet. Edeka Bertram kannte sie schon: Am Haldenweg habe sie vor dem Gang in die Klinik öfter Brötchen geholt, sagt die Krankenschwester. Dass sie später quasi ein Verbot zum Brötchenkauf aufs Auge gedrückt bekommen sollte, hätte sie nicht für möglich gehalten.

Rückstände nach Klage zurückgezahlt

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Minijobber: Anspruch auf Urlaubsgeld

Was das Hausverbot noch unverständlicher macht: Norbert Bertram war mit seiner Mitarbeiterin äußerst zufrieden. „Hätte sie nicht gekündigt, würde sie noch hier arbeiten“, so der Chef.

Laut Knappschaft haben Minijobber Anspruch auf jährlich mindestens vier Wochen „bezahlten Erholungsurlaub“ sowie bei Krankheit auf Lohnfortzahlung bis zu sechs Wochen.

Vorausgegangen waren dem Hausverbot Querelen zwischen Eva S. und Edeka. „Ich hatte im Juni drei Wochen Urlaub, im August war ich drei Wochen krankgeschrieben“, erklärt die Hevenerin. Geld habe sie dafür zunächst nicht bekommen: Die Urlaubszeit habe sie quasi nacharbeiten müssen und Krankengeld habe sie nicht bekommen. Auch einige offene Stunden seien nicht gezahlt worden. Insgesamt hätten ihr nach ihrer Kündigung, die sie wegen ihrer Schwangerschaft einreichte, noch 1000 Euro zugestanden. Nachdem sie ihren Anwalt eingeschaltet habe, seien ihr zunächst die fälligen Stunden beglichen, nach Einreichen einer Klage schließlich auch Urlaubs- und Krankengeld bezahlt worden, sagt die werdende Mutter.

Das Ganze bestreitet auch Edeka nicht. Vom Steuerberater sei noch etwas geprüft worden, darum sei das Geld erst so spät gezahlt worden, so Bertrams Erklärung. Urlaubs- und Krankengeld werde allen gezahlt, betont er. Der Streit war also scheinbar beigelegt.

„Einen schlechten Tag gehabt“

Von wegen. Anfang Januar bekommt Eva S. vom Edeka-Inhaber ein Schreiben: Er erteile ihr ein Hausverbot für seine beiden Märkte. „Bei Zuwiderhandlung werde ich Anzeige gegen Sie erstatten.“ Das sei lächerlich, habe sie da gedacht, so die Betroffene. Der Hausherr deutet als Anlass interne Unstimmigkeiten mit S. an, hält das Zutrittsverbot aber nun für einen Fehler.

Da habe er „einen schlechten Tag“ gehabt, sagt Bertram peinlich berührt in seiner sympathischen Art. Nach einem Anruf unserer Zeitung und interner Abstimmung zog er das Hausverbot kurzerhand zurück. ,Abgehakt’ sei die Sache, sagen beide Seiten. Trotzdem: Ihre Brötchen wolle sie nicht mehr bei Edeka in Heven kaufen, sagt Eva S. „Erstmal jedenfalls.“

Dennis Sohner

Kommentare
12.01.2016
20:23
..und ist das nicht auch jener Laden,
von h.brasse | #2

der vor genau 7 Jahren in die Schlagzeilen geriet durch seinen "Umgang" mit einer Betriebsratsvorsitzenden?

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2016-01-12 18:26
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