„Drogenbaron“ aus Witten drohen mehrere Jahre Haft

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Ein Familienvater aus Witten hat in 20 Fällen mit 40 Kilo Cannabis und Kokain gehandelt. Jetzt steht er vor Gericht.

Witten..  Ein Drogenbaron aus Witten hat am Donnerstag vor dem Bochumer Landgericht gestanden, in 20 Fällen insgesamt über 40 Kilo Cannabis, Amphetamine und Kokain gekauft und damit gehandelt zu haben. Dem Familienvater drohen mehrere Jahre Haft.

Im Juli vergangenen Jahres kam es zur Razzia bei dem 33-Jährigen. Kriminalbeamte stellten seine Wohnung und seine Laube in einer Kleigartenanlage auf den Kopf, Spürhunde machten geradezu Berge von Drogen aus: darunter 14 Kilo Marihuana, 13 Kilo Amphetamine, 1700 Extasy-Tabletten und 600 Gramm Crystal Meth. Der Familienvater war zu dem Zeitpunkt im Urlaub und erfuhr von einer Nachbarin von den ungebetenen Gästen daheim.

Nach eigenen Angaben war er Ende 2012 tief in die Schuldenfalle gerutscht, sagte der Angeklagte vor Gericht. 60 000 Euro Miese hätte er mit seiner Firma angehäuft. Er habe Kredite aufgenommen, doch statt damit offene Rechnungen zu bezahlen, verzockte der 33-Jährige das Geld an Spielautomaten. Dis aus seiner Sicht letzte Rettung: ein Bekannter, der für fragwürdige bis kriminelle Machenschaften bekannt war. Erst ging es nur um den Handel mit Parfüm, später um dicke Drogendeals. „Er stand im Ruf, gute Geschäfte zu machen“, sagte der früher erfolgreiche Firmeninhaber über den Mann, den er vorher nur vom Pokern kannte. Es handelt sich um einen 35-Jährigen aus Witten, der als dicker Fisch in der Szene gilt und sich derzeit ebenfalls wegen unerlaubtem Drogenhandel verantworten muss.

Gartenlaube dient als Zwischenlager für Drogen

Mal fuhr das Dou nach Holland, um sich vor Ort von der Qualität der Ware zu vergewissern und Deals abzuschließen, mal lief alles telefonisch ab. In Witten sollen etliche Geschäfte über die Bühne gegangen sein: am Ostermann-Gelände, am „Casablanca“, an der Hauptstraße, am Partyschiff in Rüdinghausen. Für den gelieferten „Stoff“ wechselte stets ordentlich Bares den Besitzer: je nach Qualität um die 5000 Euro pro Kilo. Mit dem Weiterverkauf machten der 33-Jährige und sein Partner - teils zusammen mit einem Dritten - Kasse. Das Geld teilten sie untereinander auf.

Das alles war den Männern scheinbar nicht genug. Im Keller betrieb der Familienvater aus Witten eine Cannabis-Plantage, mit der die Männer ihr Geschäft weiter ausbauen wollten. Offenbar ein lohnenswertes: Der Angeklagte, der vor allem von den Kontakten seines Partners profitiert haben soll, konnte seinen Schuldenberg nach eigener Aussage bis auf 8000 Euro abbauen. In seiner Gartenlaube versteckte das Duo Drogen zum Zwischenlagern - für die Deals in 100-Gramm-Päckchen verpackt - oder „Stoff“, der bei ihren Kunden nicht beliebt war. „Die Amphetamine wollte kein Menschen haben“, so der 33-Jährige.

Im vergangenen Juli war schließlich Schluss mit dem kriminellen Treiben. Die Vorbesitzerin der Gartenlaube hatte sich über den schlechten Zustand der Hütte gewundert und die Polizei alarmiert. Nach fünf Monaten, die der Angeklagte untergetaucht war, stellte er sich, legte alle Karten auf den Tisch und belastete auch seinen Bekannten aus Witten schwer. Die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft beruhen im Wesentlichen auf den Angaben des 33-Jährigen. Damit darf er darauf hoffen, dass er bei seiner Haftstrafe einen „Rabatt“ bekommt.

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