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Infektionskrankheiten

Drei Fälle von Krätze in Witten bekannt

24.02.2016 | 19:27 Uhr
Drei Fälle von Krätze in Witten bekannt
Die Krätzemilben nisten sich vor allem in den Fingerzwischenräumen, an Handgelenken, dem Ellenbogen, an der Brust und im Genitalbereich ein.Foto: Friso Gentsch

Witten.   Die Hautkrankheit Krätze ist nicht ausgestorben, wie viele vermuten. Sie taucht in Kitas und Schulen auf. Das Gesundheitsamt in Witten beruhigt: Es gebe keinen Grund zur Sorge.

Die Diskussion im sozialen Netzwerk brodelt. „Was ist eigentlich an unseren Schulen los“, schrieb eine Mutter Ende vergangener Woche, nachdem ihr Sohn, Siebtklässler an einer Wittener Hauptschule, ein Merkblatt des Gesundheitsamtes zum Thema Krätze mit nach Hause brachte. Läuse seien ja seit Jahren ein Problem, aber Krätze, das haue sie um. Zahlreiche besorgte Wittener beteiligten sich an der Diskussion, stellten Vermutungen über die Ursachen der Hautkrankheit an: ob etwa Hygienemängel verantwortlich seien oder nachlässige Eltern.

Für die Infektionskrankheit, die von extremem Juckreiz und Brennen der Haut begleitet wird, sind Krätzmilben verantwortlich. Sie graben sich unter die oberste Hautschicht und legen dort Eier und Exkremente ab. Das Gesundheitsamt des Ennepe-Ruhr-Kreises bestätigt auf Anfrage drei Fälle von Krätze. Gleichzeitig gibt es Entwarnung: „Es handelt sich um drei Einzelfälle, die an zwei Schulen und einer Kita aufgetreten sind“, gibt Kreis-Pressesprecherin Kira Frisch bekannt. Das sei auch keine Besonderheit und kein Grund zur Besorgnis, sagt sie. Jedes Jahr um diese Zeit würden Fälle der Infektionskrankheit, periodisch wie Kopfläuse, dem Amt gemeldet. Die kalte Jahreszeit begünstigt die Übertragung.

Krätze tritt in Perioden auf

„Krätze gibt es noch. Sie kommt immer wieder – gerade in Gemeinschaftseinrichtungen – vor und steht nicht im direkten Zusammenhang mit den hygienischen Verhältnissen“, heißt es auf einem Merkblatt des Kreis-Gesundheitsamtes zum Thema. „Ich war sehr erschrocken, weil ich dachte, die Krankheit ist ausgestorben“, sagt die 44-jährige Mutter von vier Kindern, die die Facebook-Diskussion angestoßen hat, der WAZ. Bei ihren drei größeren Kindern – zwei davon haben die Schule schon abgeschlossen – sei ihr die Krankheit noch nicht begegnet. Dass Krätze, fachlich auch Skabies genannt, jedoch keineswegs ausgestorben ist, weiß der Düsseldorfer Dermatologe Prof. Ulrich Hengge. In regelmäßigen Zyklen verbreiteten sich die Parasiten stärker, sagt er in einem Interview: „Alle sechs bis sieben Jahre gibt es mehr Scabies. Wir sind gerade in dieser Phase.“

Die Wittener Mutter überzeugt das nicht. In ihren Augen dürfe diese Krankheit nicht heruntergespielt und auch nicht verharmlost werden. Die Lage sei ernst, sagt sie. Zur Zeit suche sie die Körper ihrer beiden schulpflichtigen Kinder jeden Tag ab.

Kristina Gerstenmaier

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Drei Fälle von Krätze in Witten bekannt
Drei Fälle von Krätze in Witten bekannt
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http://www.derwesten.de/staedte/witten/drei-faelle-von-kraetze-in-witten-bekannt-id11596394.html
2016-02-24 19:27
Krätze,Infektion,Milben
Witten