Dreckecke am alten Kiosk
30.09.2012 | 17:09 Uhr 2012-09-30T17:09:00+0200
Witten. Spermüll und Unrat jedweder Art türmen sich vor geschlossenem Kiosk am Erlenweg. Dazwischen wachsen meterhohe Birken. Unkraut wuchert auf Gehweg
Wilde Müllkippen würde man vermutlich zunächst in abgelegenen, schlecht einsehbaren Straßen Wittens suchen. Über diese hier in Annen kann man stolpern, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
Denn am Erlenweg 32 bedecken Unrat und Unkraut schon Teile des Gehwegs. Am Erlenweg 32 hat einmal ein Büdchen gestanden, so wie es sie im Ruhrgebiet viele gibt. „Da gab es Zeitungen, Zigaretten, Süßigkeiten“, erinnert sich Friedhelm Heiß (80).
Man muss aber schon alter Annener sein, um sich noch daran erinnern zu können. Denn heute wächst vor dem Büdchen mitten im Wohngebiet ein meterhoher Birkenwald, Grün wuchert üppig auf den Gehweg. „...schungen“ steht über der verrammelten und verriegelten Eingangstür und hieß früher einmal „Erfrischungen“.
Die gibt es dort heute nicht mehr, dafür aber Elektroschrott, Plastikmüll, Computerbildschirme, zwei schwarze Damenhandtaschen, zwei gepolsterte Sitzhocker und ein zerfledderter Sessel, Farbeimer, blaue Säcke mit zweifelhaftem Inhalt, Turnschuhe, Sprühdosen, ein Bügeleisen (Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit).
Ein schrecklicher Anblick
„Das liegt da schon monatelang“, hat Friedhelm Heiß beobachtet. „Ein schrecklicher Anblick. So was Verkommenes.“ Andere Anwohner greifen zu noch drastischerem Vokabular. „Das ist eine Sauerei hier“, so ein Anwohner. „Der Kiosk steht schon lange leer. So was muss man doch in Ordnung halten.“
Irene Meier (72) hat beobachtet, „dass da immer wieder was Neues zukommt. Ich muss fast jeden Tag dort vorbei und ärgere mich immer darüber.“ Im jetzt leer stehenden Nachbarhaus, erinnern sich die älteren Anwohner, sei früher eine Spielhalle und das Büdchen damit verbandelt gewesen.
EN-Kreis ist zuständig
Während im leeren „Geisterhaus“ nebenan der Briefkasten noch vor Reklame überquillt, ist der silbern angestrichene Postkasten des Kiosk leer. Ein Prospekteverteiler müsste sich schließlich durch Wildwuchs kämpfen, um die Werbung loszuwerden. So wie es am Büdchen aussieht, haben sich manche aber für den wesentlichen einfacheren Weg der sofortigen Schnellentsorgung entschieden.
Das personell geschwächte Ordnungsamt sieht ein Entsorgungsproblem darin, dass der meiste Dreck nicht auf dem Gehweg liegt, sondern einen Fußbreit daneben. Für vermüllte Privatgrundstücke aber ist der EN-Kreis zuständig. Auch dort gehe man in Arbeit unter und könne sich nicht um jede wilde Kippe kümmern, heißt es bei der Kreisverwaltung.
Und genau das ist das Problem der Nachbarn am Erlenweg: Schwelm ist weit, der Müllhaufen aber liegt direkt vor der Haustür.
19:27
Einen Fußbreit daneben lächerlich