"Doppelte Belastung"
09.05.2008 | 20:52 Uhr 2008-05-09T20:52:46+0200Waldorfschulen fürchten Änderung im Steuerrecht
Sie streichen die Klassenräume und gestalten den Schulgarten. Und mit ihren Beiträgen stemmen sie den Schulbetrieb. Eltern spielen in den Wittener Waldorfschulen eine große Rolle, engagieren sich für die Ausbildungsstätten ihres Nachwuchses.
Klar, dass die wenigsten von ihnen sich über das vom Finanzministerium angedachte Streichen der steuerlichen Absetzbarkeit von 30 Prozent ihres Schulgeldes freuen. "Wenn es wirklich in Kraft tritt, könnte dies möglicherweise einen Rückgang der Schülerschaft zur Folge haben", sagt Marion Körner vom Wittener Institut für Waldorf-Pädagogik.
Der Staat bezuschusst die Waldorfschule zu 87,5 Prozent, die restlichen 12,5 Prozent der Kosten müssen die Eltern aufbringen. Das Schulgeld wird einkommensspezifisch erhoben. "Die Höhe ist individuell. Es gibt keine finanziellen Schranken", sagt Christa Klimek, Geschäftsführerin der Rudolf-Steiner-Schule. "Wenn wir im Aufnahmegespräch den Eindruck haben, das Kind passt in die Klasse, dann finden wir einen Weg, das finanziell zu ermöglichen."
So sei die Waldorfschule alles andere als elitär, repräsentiere einen Querschnitt der Bevölkerung. "Die Schüler kommen aus jeder Gesellschaftsschicht", sagt Sabine Henke-Kohl von der Blote-Vogel-Schule. Kinder von Besserverdienenden, aus der Mittelschicht und von Hartz-IV-Empfängern besuchen die Blote-Vogel- und die Rudolf-Steiner-Schule. Insgesamt sind es 800 Waldorfschüler in Witten. Im Durchschnitt beträgt das Schulgeld rund 200 Euro im Monat.
Marion Körner vom Institut für Waldorf-Pädagogik: "Die Eltern der Waldorf-Schüler werden doppelt belastet. Schließlich zahlen sie neben ihren Schulbeitrag auch die normalen Steuern wie alle Menschen, deren Kinder eine Regelschule besuchen."
07:35
Wenn Waldorfschulen behaupten sie repräsentieren einen Bevölkerungsquerschnitt fragt sich warum sie bei der Finanzierung so stark für die Besserverdienenden abstellen.
Denn versteht man die Logig richtig, so werden die staatlichen Schulsubventionen die die Besserverdienenden über Steuervergünstigungen erhalten genommen, um die ?vielen? H4 Empfänger zu subventionieren.
Warum gibt es dann keine Aktionen einer Erhöhung der Kopfprämie ? Die Wahrheit dafür findet sich in den Aufnahmegesprächen in denen Eltern ganz klar gesagt wird, wer nichts für sein Kind übrig hat ist an dieser Schulform falsch. Und so ist ganz schnell vorbei mit dem gesellschaftlichen Spiegelbild an dieser Schulform.
Das bestätigt auch die Schülerpyramide an diesen Schulformen. Als Grundschule noch ganz nett, steigen die Mehrzahl der Eltern in späteren Jahren, wenn die Schulabschlüsse anstehen, aus. Denn bei aller Liebe zur Strickpulliromantik, den Kindern die Zukunft verbauen, wollen insbesondere die Bessergestellten dann doch nicht.
Übrigens, die Eltern der Regelschulen .können die vielen anfallenden Nebenkosten auch nicht von der Steuer absetzen.