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DJK Annen kämpft um Sporthalle

19.02.2013 | 18:54 Uhr
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DJK Annen kämpft um Sporthalle
Die Märkische Halle in Annen soll einen Anbau bekommen.Foto: Schinkewitz

Witten. Der Anbau an die Märkische Halle in Annen, der vor allem vom Sportverein DJK Blau-Weiß Annen genutzt werden soll, steht auf der Kippe.

Eine erneute Verschiebung oder gar Streichung ist im Gespräch. Grund sind die Haushaltssanierungs-Pläne. Im Verein, aber auch in der SPD-Fraktion, regt sich Widerstand gegen eine Verschiebung oder gar Streichung des Projekts.

Wilhelm Humberg ist sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, Mitglied des Sportausschusses und des Stadtsportverbands. „Ich werde alles dafür unternehmen, dass die Halle kommt, und bis zuletzt dafür kämpfen“, macht er unmissverständlich klar. „Darüber werde ich auch in der Fraktion sprechen.“

Anbau fest versprochen

Denn der Anbau sei dem Verein fest versprochen worden, der sein früheres Domizil, die Wullenschule, freiwillig geräumt habe, als es für das ehemalige Schulgelände einen Käufer mit dem benachbarten Autohaus gab.

„Hier geht es um die Glaubwürdigkeit von Politik und Stadtverwaltung“, so Humberg. Schließlich habe der Sportausschuss den Anbau bereits beschlossen. „Es geht auch um die soziale Stadt Annen, wo der Verein vorbildlich Kinder und Jugendliche einbindet. Da passt alles zusammen.“ Und verschieben - nein. „Ich fürchte, dass es ab 2016 überhaupt keine Chance mehr gibt.“ Eigentlich hätte früheren Plänen zufolge der Anbau sogar schon 2012 eingeweiht werden sollen.

Sporthilfe ist Jugendhilfe

Die DJK Blau-Weiß ist ein alteingesessener Annener Verein, 1925 gegründet, und hat traditionell eine Nähe zu den Kirchen. Die Jugendarbeit des Vereins mit 1300 Mitgliedern, von denen 500 Jugendliche sind, führt auch der stellvertretende Vorsitzende Johannes Balke als Argument an. „Wir wollen uns nicht einfach damit abfinden, dass die Halle auf der Streichliste steht.“ Auch Sporthilfe sei Jugendhilfe.

„Wir haben uns auf den Wunsch der Stadt eingelassen, die Wullenschule zu räumen, bevor der Mietvertrag auslief. Wenn jetzt der Anbau nicht kommt, sind wir dadurch doppelt gekniffen“, so Balke, der darauf verweist, dass der Verein seinen Anteil an den Kosten auf der hohen Kante liegen hat. „Wir tragen 100 000 der veranschlagten 800 000 Euro selbst. Diese Rücklage haben wir auch schon gebildet.“

Mehrzweckhalle mit Gastronomie

Geplant ist eine Mehrzweckhalle, in der auch Feste stattfinden können, mit einem Büroraum für die DJK-Geschäftsstelle, die jetzt übergangsweise in einer Privatwohnung untergekommen ist. Mit einer Gastronomie sollte Anschluss an den manchmal recht unbelebten Park der Generationen gefunden werden. Balke: „Es gibt gute Zug- und Busverbindungen, der Standort ist einfach optimal.“

Bernd Kassner

Kommentare
20.02.2013
09:39
Aus kommunaler Sicht gilt es Chancen zu entwickeln,
von p.s.a | #4

nicht Vereinsmeierei zu fördern. Wir haben am Kälberweg gerade mal 5 Gehminuten vom Wunschstandort entfernt ein Sportzentrum stehen, das durch eine weitere Halle sicherlich noch an Bedeutung gewinnen könnte. Das bei einem vereins- und abteilungsübergreifenden Management reichlich Synergie bieten würde Kosten für Nebengebäude zu senken. Selbst eine kommerzielle Teilfinanzierung ist dort vorstellbar. Und bei einer Erschließung vom Gewerbegebiet aus gibt es auch weniger Reibungspunkte mit Nachbarn als am Freibad. Dort sollte stattdessen das Seniorendorf Annen weiter entwickelt werden.

Jugendarbeit kann heute nicht mehr pauschal finanziert werden wie vor 30 Jahren. Damals gab es dank hoher Spitzensteuersätzen keine Schieflage, wenn auch die Körperertüchtigung der Highincomes subventioniert wurde. Angesichts knapper Kassen muss man leider die Stigmatisierung armer Menschen in Kauf nehmen um überhaupt noch vernünftig fördern zu können.

20.02.2013
09:39
Bei einer solchen an Zielgruppen orientierten Förderung
von p.s.a | #3

besteht sogar die Möglichkeit Frei- und Hallenbad mit einem kommerziellen Betreiber am Standort Kälberweg zu konzentrieren und so langfristig der Fortbestand sicherzustellen. Die, die es brauchen bekommen dann einfach einen Zuschuss bzw. der Betreiber garantiert 2 Tage die Woche an denen die Bedürftigen zum bisherigen Preis das Bad nutzen können.

20.02.2013
07:28
DJK Annen kämpft um Sporthalle
von BreitenbacherF | #2

Wie wäre es mal selber das Zepter in der Hand zu nehmen und in Eigenarbeit eine Halle zu errichten, das müssen andere Vereine auch bewältigen um den Fortbestand zu sichern, der ruf nach Steuergeldern finde ich hier unakzeptabel, weitere Belastungen der Vermieter durch die Grunderwerbssteuern damit die Vereine noch mehr entlastet werden ist nicht mehr hinnehmbar , die SPD ist in einigen Vereinen als passives Mitglied tätig dort haben alle Bürger das nachsehen. Öffentliche Sportplätze sind in Witten nur noch für Vereine zugänglich, die Öffentlichkeit wird ausgeschlossen, wer sich sportlich betätigen will muß bezahlen wie bei einen privaten Anbieter.

1 Antwort
DJK Annen kämpft um Sporthalle
von rally | #2-1

Aber Kohle für Griechenlandrettung, Zypern, spanische Banken, Firmensubventionen (Abwrackprämie etc.). Hier in Witten für das blaue Band, komische Bushaltestellen, Celastian Bau....

19.02.2013
21:15
DJK Annen kämpft um Sporthalle
von Dorfmeister | #1

Wenn die Genossen Lohmann und Humberg in der Vergangenheit nicht das Geld mit vollen Händen zum Fenster heraus geschmissen hätten, um damit Vereinsmitglieder zu treuen SPD Wählern zu "überreden" ja dann, dann würde es anders aussehen und der Anbau wäre kein Thema. So hauen aber der SPD Landrat und Regierungspräsident den eigenen Genossen auf die Finger und ziehen sie zur längst fälligen Rechenschaft. Soll heißen: "Selber schuld treuer Willi"

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