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Diskussion über die Gesellschaft von morgen

24.06.2007 | 05:31 Uhr

Studenten organisierten ein Symposium für angewandte Kulturreflexion

Die "Gesellschaft von morgen" stand im Mittelpunkt einer Diskussionsveranstaltung, zu der die Universität Witten/Herdecke am Samstag in das Forschungs- und Entwicklungszentrum eingeladen hatte. Über 100 Besucher begegneten sich auf dem 2. Symposium für angewandte Kulturreflexion.

Die gesamte Veranstaltung wurde von Studenten organisiert. An drei Beispielen versuchten die Teilnehmer, sich neue Horizonte zu erschließen. Scharf diskutiert wurde zum Beispiel in der Runde mit dem Thema "Investition Kunst - mutiert Kulturgut zu Finanzkapital?" Kunst, so die Ausgangsposition der Diskussionsrunde, sei "in den Blickpunkt von Kapitalanlegern gerückt".

Als Beispiel behandelten die fünf Diskutanten und rund 30 Zuhörer den mit Diamanten besetzten Totenschädel, den der britische Künstler Damien Hirst angefertigt hat (Kaufpreis: 75 Millionen Euro). Catrin Lorch, Kunstexpertin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Es drängt so viel Geld aus China und Russland auf den Kunstmarkt, und der schmeißt sich der Situation in die Arme." Dabei blieben, so Christel Schüppenhauer von der gleichnamigen Galerie, "ganz viele normale Künstler auf der Strecke, der mittlere Block der Kunstschaffenden, die unspektakulären Sachen." Weitere Diskussionsteilnehmer waren der Ökonom Professor Michael Hutte, der Philosoph Professor Dirk Rustemeyer (beide Uni Witten) sowie die Künstlerin Katharina Sieverding.

Eine zweite Gesprächsrunde drehte sich um die "Digitale Bohemè", ein Modewort, das einen losen Zusammenschluss von Selbständigen beschreibt. Diese arbeiten im Internet oder dessen Umfeld. In der Runde diskutierte unter anderem Holm Friebe mit, der mit dem Buch "Wir nennen es Arbeit" den Begriff bekannter machte. In dieser Runde herrschten eher Monologe als Diskussionen, Friebe las weite Passagen aus seinem Buch vor. Gemeinsam mit Mercedes Bunz von "Tagesspiegel Online" erklärte er den über 30 Menschen im Publikum die Vor- und Nachteile der "Digitalen Bohème", zum Beispiel "Produktionsmittel ohne großen Kapitalaufwand" - gemeint waren etwa Computer.

Professor Matthias Kettner, Dekan der Fakultät Studium Fundamentale, lobte die Arbeit der organisierenden Studenten: "Ich bin begeistert. Die drei Themen wurden mit viel Energie organisiert."

Von Tim Müßle

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