Das aktuelle Wetter Witten 2°C
Herbeder Oktoberfest

Dirndl erwünscht bei den Mini-Wiesn

02.10.2011 | 16:22 Uhr
Dirndl erwünscht bei den Mini-Wiesn
Eine gut gefüllte Meesmannstraße sorgt für gute Laune bei den Standhändlern des Herbeder Oktoberfestes. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool

Witten.Das Oktoberfest in München lockt jedes Jahr rund sechs Millionen Menschen in den Freistaat Bayern. In Herbede eifert man dem großen Vorbild seit 25 Jahren nach.

Man genießt leckeres Bier, den Anblick fescher Dirndl und Rockmusik aus den eigenen Reihen.

Die Schürzen sind gerafft, die Blusen gezupft und der Rock liegt perfekt - beim zweiten Trachtencasting im Festzelt am Platz an der Schmiede zeigten sich die Trachtenfans des Ruhrgebiets vor einem kritischen Publikum. Gabi Künzel, Organisatorin des Castings, ruft die Zuschauer zum Applaus auf. „Der Teilnehmer mit dem lautesten Applaus, gewinnt“, betont sie extra noch einmal. Acht mutige Kandidaten stellen sich dem Herbeder Publikum. Und dabei sah es kurz vor Beginn des Castings nicht danach aus, dass überhaupt jemand daran teilnimmt. Gabi Künzel meint: „Letztes Jahr war es direkt am Feiertag. Da haben mehr Leute Zeit. “ Es kamen noch genügend Kandidaten, doch am Ende kann trotzdem nur Einer gewinnen - oder in diesem Fall Eine: Diandra Topp.

Die 23-Jährige stellt mit ihrem farbenfrohen Dirndl und dem mit Pfauenfedern geschmückten Hut alle in den Schatten und freut sich über ihren Sieg. „Das Kleid habe ich im Internet bestellt. Mit den bunten Stickereien gefällt es mir wirklich gut. Und den Hut bastelte ich selbst.“ Der Applaus wurde in diesem Jahr mit einem Fonmessgerät bewertet. „Damit nicht nur nach unserem Gefühl, sondern auch nach Zahlen der Sieg stimmt“, meint Gabi Künzel.

Während im Festzelt die Dirndl und Lederhosen Aufsehen erregen, gibt auf der Meesmannstraße ebenso viel zu sehen. Neben den üblichen Süßigkeiten- und Getränkeständen können die Besucher Gewürzgurken probieren, einen Traumfänger kaufen oder einen kostenlosen Sehtest bei der Verkehrswacht machen lassen. Die kleinen Oktoberfestliebhaber tummeln sich um die Buden, an denen man etwas gewinnen kann. Dosen werfen, Lose ziehen und mit dem Greifarm Kuscheltiere angeln - die zehnjährige Celina und ihr kleiner Bruder Leon haben schon alles gespielt.

Die beiden kommen aus Herbede und sind solange sie denken können immer auf dem Dorffest unterwegs. „Und wir haben schon einige Stofftiere nach Hause geschleppt, die wir beim Lose ziehen gewonnen haben“, meinen die Geschwister stolz. In diesem Jahr hat es noch nicht zum großen Fang gereicht, aber sie geben nicht auf. „Jetzt holen wir uns ein Softeis“, meint Celina und stürmt zu ihrem Papa. Denn einer muss den Spaziergang schließlich finanzieren.

Beim verkaufsoffenen Sonntag lassen sich nur wenige Kunden in die Geschäfte locken. Die meisten bleiben lieber auf den Bierbänken in der Sonne sitzen. Wer weiß, wie lange sie noch so schön scheint. „Wiesn“ - Besucher Wolfgang Groth steigt seit einigen Jahren immer aus Vormholz hinab ins Tal nach Herbede. In zünftiger Lederhose und echtem bayrischem Hut genießt er die Musik von „Die Nachtwächter“, einer Cover-Band aus Herbede. Zur echten Wiesn nach München fuhr er früher auch. Dort ist die Stimmung besser als in Herbede. „Aber das ist auch nicht schwer mit sechs Millionen Menschen.“ Am Trachtencasting nahm er nicht teil.

Vier Tage lang zieht das Herbeder Oktoberfest Publikum aus dem gesamten Ruhrgebiet an. Wie sein großes Vorbild endet es am Tag der deutschen Einheit (3. Oktober).

Franziska Bombach

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/5120517/create

Aktuelle Fotos und Videos
Schäden am Rathaus
Bildgalerie
Bauschäden
Die 5. Nacht der Offenen Kirchen
Bildgalerie
Kirchennacht
Deutschland vor...
Bildgalerie
Fan-Artikel
Aus dem Ressort
Leise bröckelt der Putz
Rathaus
Der vom Rande des Rathausdaches abgeplatzte Beton liegt noch auf dem Gehweg, der Bereich wurde großräumig abgesperrt. „Am Freitagnachmittag wurde per Gerüst ein Fußgängertunnel errichtet, damit die Leute wieder sicher hier hergehen können“, erklärt der städtische Bauleiter Udo Klapp (48).
Hunde, teuer
Debatte um Hundesteuer
In die Diskussion um die geplante Hundesteuer-Erhöhung von 50 Prozent kommt Bewegung. Sowohl die Steuerhöhe als auch der Fortfall der Ermäßigung bei bedürftigen Personen wurden im Sozialausschuss kritisiert.