Diese Straße ist das grüne Tor zum Muttental

Klaus Zabel (58) mag die Frielinghauser Straße.
Klaus Zabel (58) mag die Frielinghauser Straße.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Frielinghauser Straße gehört für viele Wittener zum täglichen Spaziergang. Sie bietet viel Natur, schöne Ausblicke und liegt trotzdem stadtnah.

Witten.. Ein Spaziergänger- und Wanderparadies mit saftigen Wiesen: Die Frielinghauser Straße ist Bommerns Tor ins Muttental – und das mit langer Geschichte. Benannt wurde die einspurige Straße 1914 nach den Bommeraner Höfen der Familien Niederste und Oberste Frielinghaus. Bereits 1431 wurde der Name „Frielinghaus“ erstmals erwähnt und zwar im Heberegister der Abtei Werden. Die Straße durchs Grün ist 1406 Meter lang – Start- und Endpunkt liegen aber an der Nachtigallstraße keine zweihundert Meter voneinander entfernt.

Das ist hier das wunderschöne Muttental. Jeden Morgen gehe ich meine Runde – auch bei Schnee und Sturm. Dazu leihe ich mir Hunde von Bekannten aus. Einen eigenen kann ich nämlich nicht haben, weil ich zu Hause Katzen habe. Schön ist auch das Restaurant auf Schloss Steinhausen, wodurch die Frielinghauser Straße gewonnen hat. Man kann dort sehr gut draußen sitzen.
Christa Huckenbeck, 60

Ich wohne noch kein Jahr hier oben, liebe die Gegend aber schon jetzt. Man lebt mitten in der schönen Natur und wohnt trotzdem stadtnah. Über die Lakebrücke bin ich mit dem Rad auch schnell in der City. Für das Radeln braucht man bei den vielen Bergen aber das entsprechende Training. Vorsorglich habe ich mir direkt nach meinem Umzug ein Mountainbike gekauft.
Klaus Zabel, 58

Von der Rauendahlstraße aus laufe ich häufig mit meinem Hund Zora hier entlang. Zora braucht ja Bewegung, da ist das dann eine schöne Runde: durch den Wald, am Reiterhof vorbei bis nach Steinhausen und dann durch das Muttental zurück. Im Wald kann der Hund auch mal frei laufen. Wenn man auf die andere Ruhrseite schaut, sieht man die Innenstadt: im Vordergrund Wittens grüne Landschaft, im Hintergrund die Industrie mit dem Thyssen-Werk auf der anderen Ruhrseite. Das zeigt gut die Vielseitigkeit unserer Stadt.
Sebastian Hartig, 24

Die Höfe hier oben sind mein Zuhause. Am Wochenende ist viel los, aber an die Fußgänger gewöhnt man sich irgendwann. Teilweise sind die Leute neidisch, wenn sie Hof und Pferdepension sehen. Aber an den alten Häusern hängt auch eine Menge Arbeit, die Wiesen sind auch nicht von alleine grün und um die Pferde muss man sich auch kümmern – das wird oft vergessen. Durch Steinhausen kommen auch viele von außerhalb her. Die finden es immer schön an der Frielinghauser Straße.
Eva Unterste-Frielinghaus, 46

Wittens Grün in der Industrie – das ist die Frielinghauser Straße. Auch deswegen kommen wohl am Wochenende viele Fußgänger hier entlang. Manchmal stören die schon, aber in der Woche ist wieder alles ruhig. Hier oben lebe ich nicht nur mit meiner Familie, sondern hier arbeite ich auch: Wir betreiben auf unseren zehn Hektar Grünflächen und 30 Hektar Wald Land- und Forstwirtschaft. Gerade habe ich mit dem Traktor den Mist weggefahren. Unser Hof bedeutet Familien-Tradition: Seit 1480 sind wir hier. Während uns der untere Hof gehört, sitzt Oberste-Frielinghaus im oberen Gebäude. In der nächsten Generation wird es aber keinen Unterschied mehr geben – meine Frau ist eine geborene Oberste-Frielinghaus. Ohne Auto ist man hier schon aufgeschmissen. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist der Edeka in Bommern. Der Verkehr spielt hier keine Rolle, nur selten verirrt sich ein Autofahrer, der nach Steinhausen möchte. Deutlich schlimmer sind die Mountainbiker: Die kommen mit hoher Geschwindigkeit aus dem Wald gebrettert, obwohl hier am Wochenende viele Familien unterwegs sind. Wir haben extra Schilder aufgestellt, die sie auf Fußgänger und Pferde aufmerksam machen – bislang hat das wenig genützt.
Carsten Unterste-Frielinghaus, 38