Diese Möbel lassen sich zusammenfalten

Foto: Uni Witten/Herdecke
Was wir bereits wissen
Durch Einrichtungen aus Wellpappe werden Umzüge zum Kinderspiel. Wittener Studenten gestalten Objekte und erhalten dafür jetzt in Berlin Design-Preis

Witten..  Das von zwei Studenten der Uni Witten/Herdecke (UW/H) gegründete Startup-Unternehmen „Room in a box“ hat den 3. Berliner Crowdfunding Preis gewonnen. In einer Publikumsabstimmung setzte sich das Projekt von Gerald Dissen und Lionel Palm am Ende gegen elf weitere Finalisten durch und sicherte sich so das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro sowie die Möglichkeit zur Teilnahme an Fachkonferenzen und Auslandspräsentationen.

Ausgezeichnet wurden die Jungunternehmer für ihr innovatives Konzept, Möbel aus Wellpappe zu produzieren. Diese lassen sich – zum Beispiel bei einem Umzug – auf- und zuschieben wie eine Ziehharmonika. Und sie sind nicht nur praktisch, sondern auch umweltfreundlich: Denn sie fließen zu 100 Prozent zurück in den Wertstoffkreislauf und bestehen zu 85 Prozent aus recycelten Rohstoffen. Der CO2-Fußabdruck ist dadurch bis zu 75 Prozent geringer als bei vergleichbaren Produkten. Produziert wird ausschließlich aus heimischen Rohstoffen und in Deutschland.

Verschiedene Tischvarianten

„Wir sind unfassbar glücklich, dass wir in den letzten Tagen so viel Unterstützung bekommen haben“, bedankt sich Lionel Palm bei den Nutzern, die für das Startup abgestimmt haben. „Das hätten wir uns nicht träumen lassen.“ Gerald Dissen betont: „Das gibt uns als Team noch einmal einen richtigen Schub. Wir lieben, was wir tun, aber wenn wir dann noch so viel Zuspruch bekommen, dann motiviert uns das natürlich nochmal richtig.“

Und das kann sicher nicht schaden. In den kommenden Monaten möchte „Room in a box“ eine überarbeitete Version des mobilen Bettes, das „Bett 2.0“, auf den Markt bringen. Danach steht eine Überarbeitung der verschiedenen Tischvarianten an, bevor das Angebot durch ein Regal aus Wellpappe komplettiert werden soll. Fernziel ist jedoch, eine komplette Zimmereinrichtung aus Wellpappe in nur einer Kiste anzubieten. „Wir hoffen, bis Juli 2016 das Zimmerset komplett fertig zu haben“, sagt Gerald Dissen. „Bis dahin haben wir aber noch einen schweren Weg vor uns. Da ist es gut, zu wissen, dass unsere Fans uns so stark unterstützen.“ Bislang hat das Unternehmen verschiedene Möbel wie Bett, Tisch, Hocker, Nachttisch, Weinregal, Lampen und Whiteboards im Angebot.

Aus zwölf Projekten ausgewählt

Der Berliner Crowdfunding Preis wurde mittlerweile zum dritten Mal von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung vergeben. Dieses Mal stand der Wettbewerb unter dem Motto „Crowd for Berlin Design“. Nominiert waren zwölf nachhaltige und innovative Berliner Projekte aus den Bereichen Design, Mode und Textil.