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Fundtier-Betreuung

Die Wittener Arche Noah kann nur abwarten

27.11.2009 | 15:44 Uhr
Die Wittener Arche Noah kann nur abwarten

Witten. Eigentlich müsste die Arche Noah in Witten so langsam ihre Koffer packen, denn ab 1. Januar soll der Verein die Fundtier-Betreuung für die Stadt übernehmen – auf dem Gelände des Tierheims an der Wetterstraße. Doch der Tierheim-Verein wehrt sich gegen die Kündigung seines Vertrages.

Stadt und Verein treffen sich jetzt erstmal vor Gericht. Und solange hier keine Entscheidung gefallen ist, wird es schwierig mit dem Neuanfang.

„Die Situation ist fürchterlich”, sagt die Vorsitzende der Arche Noah Iris Drögehorn. Die Vorbereitungen für die Übernahme der Fundtierbetreuung liefen auf vollen Touren, die Einstellung zweier Kräfte auf 400-Euro-Basis durch die Volkshochschule sei besprochen – „wir sind bereit”, so Iris Drögehorn. Der große Stolperstein ist der 21. Dezember, der Gütetermin für die Feststellungsklage der Stadt. Dabei soll bestätigt werden, dass die Kündigung der Fundtierbetreuung korrekt war.

Der Tierheim-Verein hat aber bereits einen Antrag auf Abweisung gestellt, sagt die Vorsitzende Christiane Ohnmacht, und seinerseits eine Klage eingereicht: Er bestreitet, dass die Kündigung rechtmäßig war und möchte die Übernahme ausstehender Kosten für die Fundtierbetreuung. Daran entbrannte vor Monaten auch der Streit, der in der Kündigung des Vertrages gipfelte: Mit den bisher gezahlten 36.000 Euro pro Jahr sei eine fachgerechte Betreuung der Fundtiere (ausgesetzte oder entlaufene Haustiere) nicht mehr möglich, argumentierte der Verein. Er forderte 56.000 Euro für 2008. Eine Summe, die die klamme Stadt nicht zahlen kann. Nachdem es nicht zu einer Einigung kam, kündigte die Stadt im April vorsorglich den Vertrag und fand im Sommer in der Arche Noah einen neuen Partner.

Auf Übergangslösung vorbereitet

Doch der muss Anfang Januar möglicherweise an ganz anderer Stelle als auf dem Tierheim-Gelände loslegen. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir Gebäude räumen müssen”, sagt Christiane Ohnmacht vom Tierheim-Verein. Sie rechnet mit einem jahrelangen Verfahren über die Rechtmäßigkeit der Kündigung vor dem Verwaltungsgericht. Solange wolle man sich weiter um die Fundtiere kümmern: „Der Stadt sollen keine doppelten Kosten entstehen.”

Eine Nachbarschaft mit der Arche Noah auf ihrem Gelände sei nicht möglich, so Ohnmacht: Die Fundtiere seien nicht nur in einem Gebäude untergebracht, sondern auch zum Beispiel auf Weiden. Sie von den Abgabetieren zu trennen, bringe viele Probleme mit sich.

„Wir haben nach wie vor vor, am 2. Januar mit dem neuen Partner zu starten”, betont Stadtsprecher Jochen Kompernaß. Und sollte das nicht im Tierheim an der Wetterstraße klappen, richtet sich die Arche Noah auf eine Übergangslösung ein. Ein Rückzug käme für Iris Drögehorn aber auch dann nicht in Frage: „Ich finde die Sache einfach nur traurig.”

Claudia Vüllers

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