Die weite Welt lockt die Wittenerin Mandy nicht mehr

Mandy Borkauf einem ihrer aktuellen Fotos.Foto:Maxime Cardol
Mandy Borkauf einem ihrer aktuellen Fotos.Foto:Maxime Cardol
Derzeit läuft die zehnte Staffel von „Germany’s Next Topmodel“. Und was macht eigentlich Mandy Bork? Die Wittenerin hätte 2007 fast den Titel geholt.

Witten..  Nun laufen sie wieder. Staksen auf hohen Hacken über die Bühne und hoffen, dass es der Jury gefällt: Zum zehnten Mal sucht Heidi Klum derzeit „Germanys Next Topmodel“. Mandy Bork hätte den Titel 2007 fast geholt, die Wittenerin schaffte es bis ins Finale und wurde Zweite. Was hat es gebracht – und was macht sie heute? WAZ-Redakteurin Britta Bingmann hat mit der 23-Jährigen gesprochen.

Hallo Mandy, wie man hört sind Sie inzwischen gut im Geschäft. Für wen laufen Sie denn zurzeit gerade so?

Mandy Bork: Für Zalando etwa, S’Oliver, Tom Tailor und Peek&Cloppenburg. Ich mache Katalog-Shootings und Kampagnen. Etwas größeres ist in Planung, aber noch nicht spruchreif. Ich arbeite vorwiegend in Deutschland – und bin super glücklich mit der Lösung.

Warum? Rom, Paris, New York locken nicht?

Doch klar, Paris und Mailand etwa mache ich natürlich auch. Aber nicht mehr oft so. Ich bin einfach ein totaler Familienmensch. Und egal wie groß der Auftrag ist: Im Ausland ist man einfach oft sehr einsam. Deswegen habe ich 2013 beschlossen, mehr in Deutschland zu arbeiten. Denn ich liebe meinen Job zwar sehr, aber ehrlich: Er ist nicht alles.

Sie wohnen jetzt mit Freund und Hund in Berlin. Sind Sie trotzdem noch mal manchmal in Witten?

Ja klar, Weihnachten war ich da und Anfang März will ich auch wieder kommen. Aber noch häufiger kommen meine Eltern zu mir nach Berlin.

Wie hat sich ihr Blick auf die Stadt verändert?

Witten kommt mir inzwischen unglaublich klein vor – obwohl es das ja gar nicht ist. Und ich kann mich nicht daran gewöhnen, dass hier kein Supermarkt mehr nach 21 Uhr offen hat, wenn man gerade noch eine Milch kaufen will. Aber ich mag die Stadt immer noch sehr gern. Gerade weil hier weniger Trubel ist, der Stresspegel ist einfach niedriger.

Trotz Trubel: Sitzen Sie jetzt am Donnerstagabend vor dem Fernseher?

Zugegeben, ja, letzte Woche habe ich die Topmodels geguckt.

Und? Wie fühlt sich das mit ein paar Jahren Abstand an?

Ach, da bin ich hin- und hergerissen. Einerseits bin ich traurig – wir hatten da ja eine super Zeit. Bis heute habe ich noch zu fast allen Mädels Kontakt, mit Ira war ich erst diese Woche Kaffee trinken, mit Sara treffe ich mich nächste. Andererseits sehe ich die Sendung natürlich mit anderen Augen, weiß dass manches für die Dramaturgie zurecht geschnitten wird. Und da denk ich schon manchmal, wenn wieder eine heult: Ach Mädchen, stell dich nicht so an.

Würden Sie heute noch einmal mitmachen?

Klar, aber nur mit genau den selben Mädels wie damals. Wir waren eine tolle Gruppe, hatten wenig Konflikte. Nein, im Ernst: Es war eine gute Entscheidung dabei zu sein. Nicht für für die Karriere, sondern weil ich dadurch die Chance hatte, mich persönlich weiterzuentwickeln. Aber heute würde ich mich nicht mehr bewerben, denn ich denke, die Zeit für Germany’s Next Topmodel ist langsam vorbei.

Wieso?

Irgendwann reicht es einfach. Jetzt machen sie schon die zehnte Staffel, und ich meine, das wäre eine gute Gelegenheit Schluss zu machen. Es ist soch immer so: Das letzten Buch von Harry Potter war auch nicht mehr so toll wie das erste.

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