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Die „Vier letzten Lieder“ schenken Frieden

25.01.2016 | 15:29 Uhr
Die „Vier letzten Lieder“ schenken Frieden
Die Neue Philharmonie WestfalenFoto: Pedro Malinowski

Witten.   Die Neue Philharmonie Westfalen spielte im Wittener SaalbauSpätwerke dreier romantischer Komponisten.

Die „Neue Philharmonie Westfalen“, eines der drei Landesorchester, war am Sonntagabend beim Konzert des Kulturforums im Saalbau in großer Besetzung angetreten. Mehr als 70 Musiker füllten die vergrößerte Bühne bis in den letzten Winkel. So unterschiedlich die drei aufgeführten Werke in ihrem Charakter auch waren, hatten sie doch eines gemeinsam: Sie wurden von großen romantischen Komponisten kurz vor ihrem Lebensende geschrieben.

Richard Wagners letzte Oper „Parsifal“ handelt von der Geschichte um den heiligen Gral und ist durchsetzt von christlicher Symbolik. Das geheimnisvoll wirkende Vorspiel zu dieser Oper trägt die Neuen Philharmonie unter der umsichtigen Leitung von Rasmus Baumann feierlich und in ruhigem Tempo vor. Seidige Streicher und sauber intonierte Bläser erzeugen ein wohlklingendes Klangbild unterhalb großer Lautstärken.

Die „Vier letzten Lieder“ von Richard Strauss singt die Sopranistin Yamina Maamar. Ihre klare und melodische Stimme füllt mühelos den Saal und wird behutsam und klangschön vom Orchester begleitet. Die sonst so vitale und präsente Musik des Komponisten klingt bei seinem Spätwerk lyrisch und verhalten. Die Sätze „Beim Schlafengehen“ und „Im Abendrot“ schenken Frieden und laden in dieser Variante zum Träumen ein.

Einen völlig anderen musikalischen Charakter hat die Sechste Symphonie von Peter Tschaikowski. Hier geht es um die Abgründe und Leidenschaften einer russischen Seele. Dieses aufwühlende Werk enthält größte Kontraste. Leidenschaftliche Ausbrüche, tänzerische Ruhepausen und schließlich ein melancholisches Abschiednehmen werden vom Orchester überzeugend wiedergegeben. Allerdings hätte man sich bei den bewegten Passagen im dritten Satz mehr Engagement von den Streichern gewünscht.

Zum Schluss noch eine kritische Anmerkung zur Gestaltung des Programmheftes. Es wurde die Sechste Symphonie gespielt und nicht – wie abgedruckt – die Fünfte. Dieses Werk hat vier Sätze. Es waren aber nur zwei im Programmheft erwähnt. Außerdem wäre ein Ausdrucken der Liedtexte beim Verfolgen der Inhalte sehr hilfreich gewesen. Das mag schulmeisterlich klingen, führt aber den Konzertbesucher näher an das Musikgeschehen heran.

Peter Tölke

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2016-01-25 15:29
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