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Die unterschiedlichen Nummern stiften Verwirrung

27.11.2012 | 14:15 Uhr

Witten.   Was tun, wenn der medizinische Notfall in Witten eintritt? Betroffene können den ärztlichen Notdienst verständigen, im Marien-Hospital anrufen, aber manchmal ist die 112 schlicht die beste Wahl.

Die Zeit drängte. Andrea Berger (Name geändert) musste ihren Mann dringend ins Krankenhaus bringen. Denn er leidet an einem chronischen Darmverschluss. Wenn die Schmerzen zu groß werden, muss er in stationäre Behandlung. Möglichst schnell. Doch wo ruft man am besten an? Am Wochenende erreicht man unter 116117 die ärztliche Bereitschaft . Die Notdienstpraxis am Marien-Hospital hat die Rufnummer 01805/044100. Letztere wählte sie, doch verbunden wurde sie mit der zentralen Notdienststelle – mit Sitz in Duisburg.

Ehemann bekam Anfall

Drei bis vier Mal im Jahr wird die Situation bei Eric Berger akut. Gute Erfahrungen hatten die Eheleute bis jetzt mit der Versorgung im Marien-Hospital gemacht. Doch die erhoffte schnelle Unterbringung im Krankenhaus rückte zunächst in weite Ferne. Denn das Hospital war eben nicht zu erreichen – sondern Duisburg.

Nach einer Eingewöhnungsphase hatte das Ehepaar eigentlich insgesamt gute Erfahrungen mit der von Duisburg aus koordinierten ärztlichen Versorgung gesammelt. Nur die Wartezeit hatten sie manchmal als quälend lang empfunden. Bei der chronischen Krankheit ihres Mannes, so dachte sich die 70-Jährige, müsste es doch einen schnelleren Weg in das Krankenhaus geben. Da half ihr ein Tipp eines Mitarbeiters aus der Zentrale. Er riet ihr, die Notrufnummer 112 zu wählen.

Tipp: 112 wählen

Die 70-Jährige landete bei der Kreisleitstelle im Ennepe-Ruhr-Kreis. Nach der Beschreibung der Krankheitssymptome ihres Mannes entsandten die Nothelfer einen Krankentransporter mit einem Sanitäter an Bord, der Erich Berger schließlich wie gewünscht ins Wittener Krankenhaus fuhr. Dr. Michael Laubmeister, ärztlicher Leiter der Rettungsleitstelle, weiß, dass es manchmal Unklarheiten gibt. „Kommunikationsprobleme kommen hin und wieder vor“, sagt er und stellt klar: „Bei qualifizierten Krankentransporten mit Begleitung und Rettungswageneinsätzen ist die Notrufnummer 112 richtig.“

Über einen Einsatz dieser Dienste entscheidet letztlich ein mit dem Fall beauftragter Mediziner. Von der Rettungsleitstelle aus geben diese Experten gerade bei chronischen Erkrankungen grünes Licht für einen qualifizierten Krankentransport. Generell gilt: Hilfesuchende können sich den Service nicht aussuchen. Zu guter Letzt lag Andrea Berger in der Notrufzentrale genau richtig. Den ärztlichen Notdienst hätte sie eher bei einer Grippeerkrankung wählen sollen, so Laubmeister.

Stefan Rebein

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