Die Uni Witten/Herdecke platzt aus allen Nähten

Der Masterplan Universität und die Planungsergebnisse wurden im Audimax der Universität Witten/Herdecke vorgestellt.  Anschließend gab es eine Diskussion. Foto: Barbara Zabka
Der Masterplan Universität und die Planungsergebnisse wurden im Audimax der Universität Witten/Herdecke vorgestellt. Anschließend gab es eine Diskussion. Foto: Barbara Zabka
Für 800 Studierende wurde die Universität Witten/Herdecke gebaut, heute sind es 2000. Ein Masterplan zeigt eine mögliche Entwicklung bis 2030 auf. Dazu gehören Campusplatz und Parkhaus.

Witten.. Die zukünftige Entwicklung des Standortes der Universität Witten/Herdecke bis 2030 steht im Mittelpunkt des aktuellen Masterplans Uni. Einem interessierten Publikum wurde der Masterplan jetzt im Audimax der Hochschule vorgestellt.

„Feststeht, dass wir kontinuierlich größer werden“, betont Präsident Prof. Dr. Martin Butzlaff. „Wir platzen jetzt schon aus allen Nähten.“ Als der Campus 1993 gebaut wurde, war er ausgelegt für 800 Studierende. Heute sind es mehr als 2000. „Unser Ziel ist und bleibt es, das Chaos der Innovationskraft mit der Ordnung der Nachhaltigkeit zu verknüpfen“, fügt er hinzu.

Vernetzung mit dem Umfeld

Zu den zentralen Säulen des Masterplans gehören neben geplanten neuen Gebäuden die Stichwörter Mobilität, Freiräume, Integration in den öffentlichen Raum, Gestaltung sowie die Vernetzung mit dem Umfeld. Denn die Uni wird nicht isoliert, sondern mit Bezug auf die Gesamtstadt betrachtet. Zwei Jahre Arbeit des Planungsbüros Post & Welters stecken in dem vorliegendem Konzept.

Große Veränderungen soll es am Campus geben. Doch dafür ist es erforderlich, die parkenden Autos vom Gelände zu verbannen. Dieses Problem soll durch ein modernes Parkhaus an der Pferdebachstraße gelöst werden. Die jetzigen Parkflächen zwischen Unihauptgebäude dem Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ) werden zu einem zentralen, autofreien Campusplatz umgestaltet. „Denn eine Universität ist auch ein Platz der Kommunikation“, betont Planer Hartmut Welters.

Keine weitere „Dominante“

Neue Seminarräume für Lehre und Forschung sind nicht als städtebauliche Dominante geplant, wie es die drei vorhandenen markanten Gebäude sind. Bei wachsendem Bedarf sollen diese Gebäude ergänzt werden. Im Bereich des alten Sportplatzes und des kleinen Wäldchens sollen hochschulbezogene Unternehmen und Institute – sogenannte Ausgründungen – angesiedelt werden.

Selbstverständlich bleibt der Grünzug des Pferdebachtals erhalten. Sie sollen als „Garten der Kreativität“ und „Garten der Ruhe“ weiterentwickelt werden. Südlich des kleinen Tals sind uninahe Studentenwohnheime vorgesehen. Ebenso an der östlich, Richtung Dortmunder Straße, gelegenen Rosi-Wolfstein-Straße. Dort könnten sich auch kleinere Technologiefirmen ansiedeln. So soll auch eine „soziale Klammer“ zum benachbarten Christopherus-Hof entstehen. „Da könnte die Idee des Wohnens weiterentwickelt werden,“ erklärt Welters.

Noch keine Angaben über Zahlen

Der Rahmenplan gliedert sich in vier Phasen. Mitte des Jahres will die Universität in die konkrete Planung der Phase eins einsteigen: Parkhaus, Campusplatz, Lehrgebäude, die dann für bis zu 3000 Studierende ausreichen.

Martin Butzlaff sieht die Finanzierung des Vorhabens dabei als große Aufgabe. Erste Gespräche mit Freunden und Förderern laufen bereits. Über Zahlen will der Präsident aber noch nicht sprechen.