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Gerberviertel Herbede

Die Supermarkt-Koalition

26.01.2012 | 16:08 Uhr
Die Supermarkt-Koalition
Der Edeka-Markt an der Meesmannstraße in Witten-Herbede schließt zum Jahresende 2012. Foto: Walter Fischer

Witten.Die SPD will das Moratorium, das eine Erschließung des Herbeder Gerberviertels bisher verhindert hat, nun offiziell zu Fall bringen.

Eine entsprechende Ratsvorlage haben der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Uwe Rath und Ratsherr Georg Klee jetzt eingereicht. Die Herbeder CDU hat schon vorab Sympathien signalisiert. Es ist ein Filetstück, das an der Wittener Straße erneut zur Diskussion steht. Ein Grundstück, das große Begehrlichkeiten weckt, aber noch durch ein Moratorium geschützt ist. Das besagt grob, dass das Gerberviertel so lange nicht für den Einzelhandel erschlossen werden darf, wie es drei große Lebensmittelversorger rund um die Meesmannstraße gibt.

Der Edeka-Markt dort schließt nun aber Ende 2012. Dessen Betreiber würde gern im Gerberviertel neu eröffnen. Das Wort von einer „strategischen Schließung“ geht um.

Denn genau diese Schließung kann den Weg frei machen für eine Erschließung. „Damit fehlt es in der Meesmannstraße und auch im Stadtteilzentrum Herbede an einem Lebensmittel-Vollsortimenter, der faktisch und nach dem Masterplan Einzelhandel das prägende Element eines Stadtteilzentrums darstellt. Das Moratorium hat damit seine Geschäftsgrundlage verloren und ist aufzuheben.“ Ein Frischemarkt im Gerberviertel sei „erforderlich“ ein Shop-in-Shop mit Bäckerei, Lotto oder Blumengeschäft jedoch auszuschließen. Das sind die Kernsätze des SPD-Antrags.

Pläne für ein Mehrgenerationenhaus wären damit vom Tisch. Der Bürgerkreis Herbede spricht von einer „dramatischen Entwicklung“, zumal auch die Herbeder CDU Sympathien für eine Erschließung signalisiert hat. „Ich habe vom Ortsverband den Auftrag, in der Fraktion für die Unterstützung eines solchen Antrags zu werben“, sagte die Herbeder CDU-Ortsverbandsvorsitzende Claudia Gah, die gleichzeitig Fraktionsgeschäftsführerin ist, schon im Herbst unserer Zeitung. Im Regelfall vertraut eine Partei der Sachkompetenz ihres Ortsverbands.

„Kaufkraft ist zurückgegangen“

Doch die Kaufkraft in Witten sei zurückgegangen, gibt Dieter Boele, Vorsitzender des Bürgerkreises, zu bedenken: „Eine Entscheidung zur Ansiedlung eines Lebensmittel-einzelhandels im Gerberviertel mit überholten Daten und Annahmen und aus dem Bauchgefühl wäre eine irreversible und stadtteilentwicklungsplanerisch falsche Entscheidung.“

Nach Auffassung der IHK Mittleres Ruhrgebiet soll die Entwicklung im Gerberviertel eine Ergänzung sein. Geschäftsbereichsleiter Industrie Rouven Beek: „Genau so wenig, wie die Entwicklung des Gerberviertels negative Auswirkungen auf den gewachsenen Einzelhandelsbereich rund um die Meesmannstraße haben darf, genau so wenig darf die zukünftige Nutzung zu einer Gefährdung für die anliegenden produzierenden Unternehmen führen.“

Bernd Kassner

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Kommentare
29.01.2012
10:27
Blockierter Kommentar.
von Buergerkreis-Herbede-eV | #4

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1 Antwort
Die Supermarkt-Koalition
von vomDach | #4-1

Lieber Bürgerkreis Herbede,
Herr Grütter ist ein Unternehmer und ist zuerst mal seinen Finanzen verpflichtet. Das bedeutet er muss Gewinne machen. Er sollte Gewinne in der Höhe erzielen,die es ihm ermöglichen ein Gehalt zu erzielen, was mindestens dem Gehalt eines Angestellten bei der Stadt der für Planung zuständig ist, entspricht. Meiner Meinung nach muss er sogar deutlich mehr verdienen, da er ja ein nicht unerhebliches Risko eingeht. Weiter muss er ja noch für spätere Investitionen vorsorgen.Was spricht also dagegen, wenn Herr Grütter die Investitionen verschiebt oder nicht für sinnvoll hält? Desweiteren scheint wohl der Vermieter bei der Gestaltung des Garagenbereichs etwas zurückhaltend zu sein. Bei einer Monatsmiete von 11k€ sollte doch wohl ein vertrauenserweckender Aufzug und ein ordentlicher Garagenbereich drin sein.Im übrigen sieht man ja bei Schlecker, dass ein Grund für eine Pleite, nicht ansprechende Räumlichkeiten und zu hohe Preise sein können. Beides trifft im Vergleich zu den Vollsortimentern im Umkreis zu.
Wird Herr Grütter Herbede verlassen, ist das seine Entscheidung, kommt ein neuer Besitzer wird er mit den schlechten Gegebenheiten leben müssen, allerdings die Kunden auch. Und die Kunden entscheiden wo sie einkaufen. Wir sehen uns im Hammertal oder Blankenstein.

27.01.2012
16:35
Die Supermarkt-Koalition
von buntspecht2 | #3

Mit kleinen Mauscheleien fängt es an

27.01.2012
09:36
Die Supermarkt-Koalition
von WittenerRuhri | #2

Endlich passiert etwas! Das Dorf ist schon viel zu lange im Tiefschlaf! Wenn wir nicht aufpassen, verschläft Herbede die Zukunft.
Kaufleute in Herbede: seit mutig!
Angstmacherei lähmt!

4 Antworten
Die Supermarkt-Koalition
von Mastai | #2-1

1. Ja, endlich passiert was, aber wieder leider das Falsche. Seit 10 Jahren kämpfen die Herbeder gegen einen Discounter und Vollsortimenter im Gerberviertel, erfolgreich! Tiefschlaf sieht anders aus!
2. Ein gigantischer Vollsortimenter direkt am Ortseingang ist nicht "die Zukunft", sondern eine Verschandelung des Dorfes und eine Bankrotterklärung der Lokalpolitik!
3. Mut haben jene Kaufleute bewiesen, die sich von der Werbegemeinschaft nicht mehr für dumm verkaufen lassen und sich gegen einen LM-Markt außerhalb des gewachsenen Zentrums ausgesprochen haben.
4. Kritik sei erlaubt und löst nur bei jenen Angst aus, die sich ihrer eigenen Sache und Meinung nicht sicher sind!

FÜR EIN STARKES ZENTRUM IN DER MEESMANNSTRAßE!

Die Supermarkt-Koalition
von vomDach | #2-2

Zu den einzelnen Punkten.
Gegen etwas kämpfen ohne Lösungen ist Tiefschlaf
Es wird nicht über einen gigantischen VS gesprochen und es wird sicher keine Verschandelung geben. Da ist schon eher die Präsentation von Edeka, Aldi und Netto (hier besonders) eine Veschandelung, oder das Eckgebäude an der Vormholzer/Wittener Straße.
Mut haben die Kaufleute nicht bewiesen sondern machen eher einen Schritt zurück. Mut haben die Kaufleute bewiesen, die aus dem hinteren Teil der Meesmannstraße nach vorne gezogen sind. Das sind Unternehmer, denn sie unternehmen etwas, und man sieht die Konzentration wird im vorderen Teil der Meesmannstraße mit Vollsortimenter und Gesundheitsrathaus im Bereich Gerberstraße erfolgen. Kritik sei erlaubt aber nicht auf Basis einer Stammtischdiskussion und schon garnicht von einer BI, deren Mitglieder auf Ihrem Weg von der Arbeitsstelle nach Herbede, irgendwo anders einkaufen oder die man regelmäßig, z.B. im Hammertal trifft. Mut gehört aber auch dazu, mal in einem kleinen Geschäft wie "alles mit einem Stecker", einzukaufen. Diesen Mut haben viele Herbeder nicht bewiesen.Das ist sicher nicht der einzige Grund für das Scheitern der guten Idee.
Also, der VS muss her, ob das Edeka ist oder Rewe sei dahin gestellt. Dann erwarte ich, mehr Initiative von den Hausbesitzern und den Geschäftsleuten, die fehlt. Die wollen Geld verdienen, nicht die Kunden. Und natürlich kann die Politik helfen. Der BI empfehle ich sich mehr um die Anbindung der neuen Skaterbahn an Herbede zu kümmern oder ein Geschäft für Skater zu aquirieren, die Anbindung des Fahrradweges zu beschleunigen, etwas mehr Ess- und Trinkkultur und Veranstaltungen nach Herbede zu bringen. Da reicht es nicht die Brücke zu beleuchten.

Die Supermarkt-Koalition
von Mastai | #2-3

Kommen Sie mal vom Dach und gehen zu diversen Info- und Diskussionsveranstaltungen, dann wüßten Sie, daß es Lösungen und auch freie Flächen und Alternativen gibt!
1200-1500 qm sind schon gigantisch, und diese Größenordnung wird den beiden anderen LM-Geschäften mit Sicherheit Probleme bereiten.
Wenn man die anderen Edeka-Geschäfte kennt, kann man nicht ernsthaft annehmen, dass dieser Stil ins Gerberviertel passt.
Mit Ihrer Einschätzung der BI (ich nehme an Sie meinen den Bürgerkreis?) haben Sie gerade das beste Beispiel für Stammtischniveau gegeben. Jeder weitere Kommentar erübrigt sich.
Das Scheitern eines kleinen Geschäfts in der Meesmannstraße ist sicherlich nicht dem fehlenden Mut der Herbeder anzulasten, da sollte sich der Betreiber eher Gedanken über einen gewissen Service-Standard machen.
Bürgerkreis und Heimatverein sind momentan die einzigen Gremien, die etwas unternehmen. Ihnen ist es auch zu verdanken, daß heute kein Lidl im Gerberviertel ist - oder wäre das eine Alternative für Sie, VomDach?

Die Supermarkt-Koalition
von vomDach | #2-4

Lieber Mastei,
wo gibt es denn die zur Verfügung stehenden Flächen. Momentan sieht es so aus, dass Netto erweitern will, da also nicht. Die vom BK angestrebte Ansiedlung an der Stelle wo jetzt Kreitz ist, geht auch nicht. Ein Lidl zusätzlich zum VS wäre wünschenswert. Wir kaufen nicht nur in einem Laden, sondern da wo es das gibt was wir benötigen und wo die Preise stimmen. Da nutzen wir gerne den Wettbewerb. Ein Lidl in Herbede bedeutet für uns weniger Kilometer mit dem Auto. Überhaupt bei der heutigen Energiesituation, sollten mehr Geschäfte in Herbede sein. Es fehlt an allem, Schuster, Schlüsseldienst, Herrenausstatter, Restaurants, Fischgeschäft, weiße Ware usw., da kann beliebig aufzählen. Wenn wir davon einen Teil hätten, wäre das ein gewisser Servicestandard. Aber wir haben unzählige Bäcker, Apotheken und Friseure.
Ob Edeka zur Gerberstraße passt, mag ich nicht entscheiden. (es gibt nur im Dunstkreis des BK ein Gerberviertel)
Zum Bürgerkreis hier aus dem Programm, das 10 Jahre alt ist.
• Entwicklung und Umsetzung von planerischen Konzepten, Anregung und Begleitung von Planungs- und Entscheidungsprozessen
• Stärkung der Herbeder Versorgungsstruktur im Ortszentrum
• Entwicklung neuer kultureller Qualitäten, wie z.B. “Künstlerstädtchen Herbede”
• Erhalt eines sauberen und gepflegten Stadtbildes,
• Förderung des nachbarschaftlichen Miteinanders, z.B. auch durch den Dorfmeister
• Unterstützung sozialer Angelegenheiten für Kinder, Senioren, etc.
• Abstimmung von Veranstaltungen
Was wurde davon realisiert? Bisher war man immer nur dagegen!! Schaut doch mal ins Internet, nur negativ. Wo ist der Dorfmeister hin? Wo sind die neuen kulturellen Qualitäten? Straßenfeste, Dorffeste usw. Die Versorgungsstruktur wird nur schlechter als besser.
Es ist doch eher so, dass man sich mit der Kaufmannschaft zerstritten hat.
Und zum kleinen Geschäft von Herrn Kathagen kann ich nur sagen, was erwarten Sie denn an Serviceleistungen. Ich kenne einige Leute, speziell ältere, die dort hingegangen sind um das zu bekommen, was man in den großen Läden nicht bekommt. Und so ein Laden wäre nicht nötig, wenn unser Radio und Fernsehgeschäft etwas moderner und preisgünstiger wäre. Da bekomme ich sicher eine Birne für meinen Ofen, aber Thema Handy und Computer, usw., Fehlanzeige.

26.01.2012
19:00
Die Supermarkt-Koalition
von Mastai | #1

Man kann nicht oft genug auf diese unheilige Allianz zwischen SPD und CDU hinweisen! Die Bürger werden von den beiden Parteien für dumm verkauft, der Kunde vom großen Lebensmittelkonzern und kleinen Marktbetreiber hinters Licht geführt. Was muss denn noch alles passieren, damit sich der Bürger nicht mehr erpressen und unter Druck setzen läßt. Ist in wulffschen Zeiten alles erlaubt und der Bürger darf nur noch zuschauen? Sind wir jetzt alle im Dschungelcamp und Edeka diktiert der Politik die Konditionen und den Kunden was sie wo einzukaufen haben? Wenn sich die Politik für die Bürger interessieren würde, würde sie mitdiskutieren und eine vernünftige Lösung in der Meesmannstraße anbieten! Wenn die Politiker das nicht können, sollen sie von Bord gehen, aber rechtzeitig, nicht erst wenn der Kahn schon auf der Seite liegt! Wenn Sie noch etwas Schneid haben, Signora Leidemann, vada a bordo, cazzo!

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