Die soziale Frage in der Wirtschaft
15.02.2010 | 15:02 Uhr 2010-02-15T15:02:00+0100
Bereits zum zwölften Mal lud die Universität Witten/Herdecke zu ihrem Kongress für Familienunternehmen ein. Das Besondere: Wie in jedem Jahr organisierten Studierende der Uni den gesamten Kongress selbst.
„Da war schon die eine oder andere etwas kürzere Nacht dabei”, sagt Jan Hagelstein, einer von sechs Studenten des Organisationsteam. Sein Wirtschaftswissenschaften-Studium hat er während der knapp einjährigen Vorbereitungszeit auf den Kongress nicht vernachlässigt. Trotzdem führte der 24-Jährige entspannt und charmant durch das große Foyer der privaten Hochschule, wo sich rund 250 Teilnehmer nach zwei vollen Tagen mit 32 informativen Workshops ein Mittagessen gönnten. Von ihren Mitstudenten haben die Organisatoren viel Unterstützung bekommen – sie kümmerten sich unter anderem ums Catering und den Fahrdienst.
Vor allem in der traditionellen Unternehmenskultur von Familienunternehmen, die nachhaltig, das heißt zukunftsgerichtet ist, sahen die Teilnehmer des Kongresses als großes Potential – gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise. Klartext wurde dann in der abschließenden Podiumsdiskussion mit Gästen wie Konrad Schily (FDP), dem Gründervater der Uni Witten/Herdecke, Klartext geredet. „Familienunternehmer müssen sich neben der Firmenführung die Zeit nehmen, um auch politisch ihre Interessen zu vertreten”, meinte Professor Dr. Brun-Hagen Hennerkes, der seit rund vier Jahrzehnten Familienunternehmen berät. Die wichtige Lobbyarbeit, also Überzeugunsarbeit in der Politik, gelinge großen Konzernen wegen ihrer einheitlichen Struktur besser. „Das können und sollen diese Firmenchefs gar nicht leisten”, entgegnete hingegen Schily und fügt hinzu: „Politik und Familienunternehmen sind zwei verschiedene Systeme.”
Ziel des Kongresses waren keine wegweisenden Beschlüsse. Vorgestellt wurden aber alternative Ansätze. So war auch Andreas Neukirch zur Uni gekommen. Der Vorstandvorsitzende der sozialorientierten GLS Bank zeifgte, dass sich Wirtschaft und sozial-ökologischen Nachhaltigkeit durchaus vertragen können.
0mitdiskutieren