Die Ölfarben glänzen noch feucht

Margit Behle-Rob stellt in der Galerie Haus Herbede aus.
Margit Behle-Rob stellt in der Galerie Haus Herbede aus.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Künstlerin Margrit Behle-Rob stellt ab Sonntag im Haus Herbede aus. Bis dahin will die Wittenerin für einige Gemälde noch den optimalen Platz finden.

Margrit Behle-Rob schaut zweifelnd auf die Bilder an der Wand. „Nein, das rechte hängt noch zu weit unten.“ Das ist das Zeichen für ihren Mann Albrecht Rob. Er holt die Leiter und hängt die Leinwand wie gewünscht ein Stück höher. Bei dem Ehepaar ist Arbeitsteilung angesagt: Margrit malt, und ihr Mann darf beim Aufhängen der Bilder helfen. Noch haben die beiden ihre Ruhe im menschenleeren Obergeschoss von Haus Herbede. Erst an diesem Sonntag eröffnet die Ausstellung „Blickwinkel“.

Verschwommene Flächen aus Braun- und Blautönen bestimmen die abstrakten Bilder der Wittener Künstlerin. Auf manchen der 24 Bilder glänzt noch frische Ölfarbe. Und als „fertig“ würde Behle-Rob ihre Bilder auch noch nicht bezeichnen. „Es kann vorkommen, dass ich Bilder sogar nach einer längeren Zeit wieder übermale“, erklärt sie. Sie zeigt auf ein großes Werk an der Wand: „Da stört mich zum Beispiel die dunkle Fläche am unteren Bildrand. Die werde ich noch verbessern.“

Immer wieder neue Techniken

Kuratorin Britta Koch (43) schaut ihr über die Schulter: „Ach, das sieht doch gut aus.“ Koch begleitet den Aufbau in der Galerie. Die beiden Wittenerinnen kennen sich schon lange. Jetzt stemmen sie die erste Ausstellung zusammen. „Ich schätze Margrits abstrakte Werke sehr“, bekennt Kunsthistorikerin Koch. „Es ist kein ,Guck mal, was ich kann’ in ihren Bildern. Vielmehr setzt sie Gegenstände in ihre eigene Kunstsprache um.“

Ein verschlungener Weg führte Margrit Behle-Rob zu den abstrakten Gemälden, die in den letzten 30 Jahren entstanden sind. Ihr Handwerk lernte sie an Sommerakademien bei verschiedenen Professoren. Lange Zeit malte sie Naturmotive, meist mit Acryl- oder Aquarellfarben.

Wechselnde Techniken

Dann entwickelte sich ihre Kunst in eine andere Richtung: „Seit zehn Jahren versuche ich mich jetzt an der Ölmalerei. Dabei probiere ich ganz unterschiedliche Techniken aus. Viele der Bilder hier sind zum Beispiel durch überlagerte Farbschichten entstanden.“ Behle-Rob nimmt ein Bild von der Wand und hält es gegen das Licht. Die Grau- und Weißtöne laufen ineinander und hellen sich zur Mitte hin auf. „So entstehen schöne Effekte von hell und dunkel.“

Ihre aktuelle Farbwahl überrascht die Künstlerin selbst: „Als ich hier alle Bilder auf einem Fleck gesehen habe, ist mir erst der Zusammenhang aufgefallen.“ Sie schaut auf vier kleine Bilder, die nebeneinander an der Wand hängen. Alle vier sind in ähnlichen Erdtönen gehalten. „Ich glaube, es liegt an der Jahreszeit. Die Bilder habe ich alle in diesem Januar gemalt“, erklärt sie. Dann wirft die Künstlerin noch einen kritischen Blick auf die Fäden, an denen die vier Leinwände aufgehängt sind. „Aber die Strippen sehen bei den kleinen Bildern doof aus.“ Sie zuckt lächelnd mit den Achseln. „Tja, ein Bild ist eben erst dann fertig, wenn Ruhe zwischen uns eingekehrt ist.“

Infos zur Ausstellung „Blickwinkel“

Die Ausstellung wird am Sonntag, 28. Februar, um 11 Uhr eröffnet. Zu Beginn gibt es ein Künstlergespräch mit Margrit Behle-Rob und Kuratorin Britta Koch.


Die Galerie (Von-Elverfeldt-Allee 12) ist bis 20. März jeden Mittwoch, Freitag und Samstag, 16 bis 18 Uhr, und sonntags, 11 bis 17 Uhr, geöffnet. Der Besuch ist kostenlos. Die Bilder können gekauft werden.