Die Nasch-Allee
15.05.2009 | 08:00 Uhr 2009-05-15T08:00:00+0200
Oberfläche, Bewuchs und Zeitplan: Neue Einzelheiten zur Fortsetzung des Rheinischen Esels nach Langendreer erfuhren die knapp 40 Teilnehmer der Bürgeranhörung am Mittwochabend in der Adolf-Reichwein-Realschule auf dem Sonnenschein.
Finanziert wird der neue Radweg maßgeblich aus dem 100-Alleen-Programm des Landes. Und das wird man dem „Rheinischen Esel West” nach den Worten von Landschaftsarchitekt Markus Schürmann auch ansehen. Im städtischen Bereich sollen einzelne Bäume am Weg durch gezieltes Freischneiden „aufgeastet” und zu prägenden Bäumen herangezogen werden, in einzelnen Abschnitten jedenfalls wird das dem Radweg Alleecharakter verleihen.
Angepflanzt werden sollen zusätzlich Walnussbäume, Esskastanien sowie an allen wichtigen Zufahrten Süßkirschen, was Stadtbaurat Markus Bradtke auch schon augenzwinkernd von einer „Nasch-Allee” sprechen lässt. Weitere Süßkirschen – zur Blüte eine Augenweide – sollen im Übrigen auch an dem vorhandenen Fuß- und Radweg in Richtung Dortmund gesetzt werden: Alter „Esel Ost” und neuer „Esel West” sollen auf diese Weise auch optisch zusammenwachsen. Zudem sollen auch die Brücken des neuen Teils einen taubenblauen Schutzanstrich bekommen, um zu signalisieren, dass es sich um „eine Marke Rheinischer Esel” handele.
Abschnitt bis zur
Schule wird beleuchtet
Markus Schürmann versprach den Anliegern der Strecke zugleich, beim Freischnitt nach Möglichkeit vorhandenen Sichtschutz für Privatgrundstücke zu erhalten. Der Landschaftsplaner nannte die Trasse eine „familienfreundliche Alltagsstrecke”: Dank sieben Brücken und bis zu zehn Meter tiefen Geländeeinschnitten (am Stockumer Reiterhof) verbindet sie Witten und Langendreer fast steigungsfrei. Deshalb gilt sie für Schürmann auch als idealer Schulweg für die Reichweinschüler: Neben einem direkten Zugang zum „Schulbahnhof Sonnenscheinschule” soll die Strecke bis dorthin auch beleuchtet werden. Die Lampen werden von Stahlmasten in Eisenbahn-Optik getragen.
So viel Eisenbahngeschichte, aber auch Industriegeschichte wie möglich in Szene zu setzen, kündigte auch Stadtplaner Andreas Müller an. Signale, Schalthäuschen, Streckentelefone und Hektometersteine sollen erhalten und herausgeputzt werden. Natürlich seien auch Sitzbänke, Schautafeln und andere Wegmarken wünschenswert. Dabei spiele aber die Privatinitiative eine zentrale Rolle. Der Hintergrund: Das Alleenprogramm finanziert den Streckenbau, aber nicht touristisches Beiwerk. Die Wittener Eisenbahnfreunde haben deshalb einen Fonds eingerichtet, dessen Mittel bei erfolgreicher Spenderwerbung durch die NRW-Stiftung aufgestockt würden. Trotz erster Zusagen hält sich die Spendenfreudigkeit aber offenbar noch in Grenzen. Müller: „Von den bisherigen Spenden können wir uns einen Prellbock plus zwei Sitzbänke leisten.”
Der Zeitplan für den Neubau verschiebt sich nach hinten. Das bisherige Ziel, den Radweg im Kulturhauptstadtjahr 2010 zu eröffnen, ist nicht mehr zu halten. Baudezernent Markus Bradtke kündigte Mittwochabend an, dass man in diesem Jahr mit der Sanierung der sieben Brücken und dem Freischnitt (ab Oktober wieder erlaubt) anfangen wolle. Er gehe aber davon aus, „dass wir auch 2011” noch bauen werden. Die schriftliche Förderzusage aus Arnsberg steht noch aus, außerdem müsse man bei der Brückensanierung trotz vorliegendem Fachgutachten mit unliebsamen Überraschungen rechnen. Planer Andreas Müller: „Die Wahrheit sieht man erst, wenn man den Schotter von der Brücke runter nimmt.”
08:19
Echt klasse! Sind den Weg schon paralell teilweise abgelaufen, das wird ein schöner Rad- und Laufweg für Witten und Bochum werden! Echt klasse....*freu*