Die langen Leiden der Anwohner der Wittener Annenstraße

Großbaustelle vor der Haustür: Anwohner der Annenstraße haben es derzeit nicht leicht. Aber Ende März sollen die Kanalarbeiten beendet sein.
Großbaustelle vor der Haustür: Anwohner der Annenstraße haben es derzeit nicht leicht. Aber Ende März sollen die Kanalarbeiten beendet sein.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kein Bus, keine Parkplätze, dafür viel Lärm: Viele sehnen sich das Ende der Dauerbaustelle herbei. Auch unser Autor. Erlebnisbericht eines Anwohners

Witten.. Bibberkalt ist es zurzeit. Doch die Minusgrade haben auch ihr Gutes: Die Bauarbeiter vor der Haustür in der Annenstraße durften endlich mal eine Pause einlegen.

Das heißt auch: Pause für Bagger und alles, was sonst noch lärmt. Zu frostig ist der Boden. Aber als Anwohner sollte man sich nicht zu früh freuen, gerade wenn man nicht nur an der Annenstraße seine Miete bezahlt, sondern dort auch sein Auto parken muss, so wie ich.

Straßenbau Aber was heißt hier an der Annenstraße parken. Wer sein Vierrad abstellen will, muss sich da schon vor die ehemalige Geschäftsstelle der Sparkasse quetschen oder sein Glück in der Arthur-Imhausen-Straße nebenan versuchen. Wenn’s da auch nicht klappt: Irgendwo auf der Ardeystraße ist bestimmt was frei. Oder eben über die baugeplagte, unasphaltierte Buckelpiste, die einer Rallye-Strecke gleicht, zum Halt zwischen Bagger und Lkw in der Annenstraße. Wenn da nicht die ganzen Parkverbotsschilder wären... Aber, bei allem Ärger: Parken vor der Haustür ist eh irgendwie Luxus, oder?

Seit Oktober 2013 wird gebaut

Als Anwohner der Annenstraße ist man Kummer gewohnt. Ich bewundere meine Nachbarn: „Herr Sohner, dass muss doch sein.“ Und: „Die sind doch bald fertig.“ Recht haben sie. Nur: Seit Monaten laufen die Bauarbeiten schon – allein im vorderen Teil: Fahrbahndecke aufbrechen, den Beton unter der Asphaltdecke mit einem Riesenmeißel klein hacken, Schacht buddeln, Abwasserrohre einsetzen, Schotter und ausgebuddelte Erdmassen einfüllen und frischen Asphalt auftragen. Und weiter geht’s mit dem nächsten Bauabschnitt. Das Ende? Ist für Ende März geplant. Hoffentlich. Mancher witzelt schon: Alles hat ein Ende, bloß die Annenstraße nicht.

Oktober 2013 fing alles an „Am Stadion“/Ecke Annenstraße. Damit Starkregen besser abläuft und Autos nicht mehr absaufen, wurde ein breiterer Kanal eingebaut. Man arbeitete sich vor bis zur Schleiermacherstraße. Nicht nur die Durchfahrt durch die Annenstraße war gesperrt, jetzt auch noch die zur „Schleiermacher“. Mal eben die Kartoffeln vom Real zu holen? Ohne Umwege gar nicht möglich.

Betonmeißel nahm die Arbeit auf

Und so sollte es – mit einer etwa halbjährigen Pause – erst mal bleiben: Baggern, buddeln, bohren, Rohre verlegen. Für die, die mit dem Bus fahren, heißt das: Länger laufen bis zur nächsten (Ersatz-)Haltestelle des 320er. Dagegen ist das bisschen Stau, das durch die bis auf die Ardeystraße ausgedehnte Dauerbaustelle entsteht, nur ein Kinkerlitzchen.

Kanalarbeiten Das „Abenteuer Baustelle“ konnte man als Anwohner besonders gut Ende des Jahres miterleben. Spätestens halb Acht war die Nacht rum (ja, das muss auch reichen!). Dann fingen Bagger und Betonmeißel mit ihrer ohrenbetäubenden Arbeit an. So sehr, dass die Gläser im Schrank klimperten. Doch auch das soll nicht unter den Teppich gekehrt werden: Mittlerweile geht’s deutlich ruhiger zu, nicht nur wegen der jetzigen Pause.

Die meiste Arbeit ist gemacht

Klar, die meiste Arbeit ist gemacht. An dieser Stelle ein Dank an die Arbeiter für die Schufterei! Mal ehrlich: Wir Anwohner und Autofahrer wollten doch alle endlich ein Ende der „Buckelpiste Annenstraße“. Trotzdem sehnt man sich das Bauende herbei. Endlich wieder Autolärm vor der Haustür!