Die Kumpel können noch richtig feiern
13.07.2008 | 14:15 Uhr 2008-07-13T14:15:00+0200Sommerfest im Muttental - eine gefragte Adresse auch bei Besuchern von auswärts.
"Hier ist einfach immer geniale Stimmung", fasste Tanja Simons am Samstag kurz und bündig zusammen, was sie extra aus Wattenscheid zum "Sommerfest im Muttental" gezogen hatte. Die 37-Jährige ist in Bommern aufgewachsen. "Da wollte ich meinem Freund natürlich mal zeigen, wie hier gefeiert wird". Stimmungsvoll und vielfältig wird im Muttental gefeiert. Das stellten gut 400 Besucher an zwei Festtagen am Zechenhaus Herberholz mal wieder "feucht-fröhlich" unter Beweis. "Mit der Resonanz bin ich hoch zufrieden, gerade bei diesem wechselhaften Wetter", schlug auch Organisator Holger Sabo, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Witten im Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier, feierliche Töne an. Durfte er auch, denn das vom Verein und seinen 90 Mitgliedern ausgetüftelte Programm, eine Mischung aus Volksfest und der Präsentation neuer "Relikte" aus alten Bergbauzeiten, kam an. So beschallten die "Perle aus Erle", Schlagersängerin Lona Evelyn Goldstein und ihr Partyteam die Partygäste mit Stimmungsmusik, während hinter dem Zechenhaus der Bochumer Student Mirco Gillmann vormachte, wie früher "Besteck" entstand. Der Hobbyschmied hat sich auf das Arbeiten mit Damaszener-Stahl spezialisiert und arbeitete am Samstag "wie damals" auf einem Original Amboss sowie einem Ofen aus Wittener Zechenbeständen. "Hier habe ich alles, was ich zum Arbeiten brauche, ich muss einfach nur loslegen", erklärte der 24-Jährige. Die Besucher staunten trotzdem, ob der stark erhitzten Stahlstäbe, die er ohne weiteres zu Messern oder anderen Haushaltsgegenstände verbog. Eine weitere Attraktion des Festes war Zauberer "Dazmir". Der TV-erprobte Deutsch-Jugoslawe verblüffte sein Publikum an beiden Tagen mit Tricks und magischen Spielereien. Kleine Gäste wurden derweil vom "Kinderschminken" oder dem Ponyreiten rund um die Halle der ehemaligen Zeche unterhalten. Besonders stolz war Sabo aber auf die Exponate für die nächste Bergbau-Ausstellung seines Vereins, die auf dem Sommerfest schon mal vorab vorgestellt wurden. So gab's u.a. zwei neue Kompressoren aus dem Jahr 1924 zu bestaunen, die in der Zeche Blankenburg im Hammertal bzw. in der Zeche Phosphor in Bottrop im Einsatz waren. "Wir werden diese aber nicht nur ausstellen", so Soba. Einer der beiden Kompressoren solle auch die restaurierte Ein-Schienen-Hängebahn antreiben, die im nächsten Jahr fertiggestellt werden soll. Zur Außenausstellung des Zechenhauses sind außerdem drei neue Loren hinzugekommen. Die neue Remise, die die Schildausbaue vor schlechtem Wetter schützen soll, ist außerdem bereits zu 90 Prozent fertig. "Bald bekommt man hier keine nassen Füße mehr", schmunzelte Sabo. Petrus hatte aber schon auf dem Sommerfest ein Einsehen mit den Feiernden - nach ein paar kleinen "Spüttern" am Samstag Morgen blieb es danach weitgehend trocken.
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