Die ersten „Kultouris” rücken an
19.02.2010 | 17:44 Uhr 2010-02-19T17:44:00+0100
Wir fragten in Wittener Hotels nach, ob Ruhr.2010 als Gästemagnet wirkt.
Witten. Dieses Jahr soll ein gutes Jahr für das Ruhrgebiet werden. Schließlich ist es Kulturhauptstadt. Hunderttausende von Gästen – viele auch aus dem Ausland – sollen den Weg zur Kultur im Revier finden. Wir fragten in Wittener Hotels nach, ob schon die ersten „Kultouris” eingetrudelt sind.
„Im vergangenen Jahr hatten wir viele Geschäftsreisende in der Woche und die Wochenenden waren eher leer. Jetzt sind auch die Wochenenden gut gebucht, häufig von Privatleuten, die sich die Region und ihre Attraktionen ansehen möchten”, sagt Ajit Grewal, Besitzer von Haus Hohenstein.
„Von hier aus steuern unsere Gäste dann etwa Museen oder Theater außerhalb Wittens an. Aber ich mache sie auch auf Angebote in unserer Stadt aufmerksam. Schließlich gilt Witten als Wiege des Bergbaus”, so Grewal.
Übrigens ist Witten auch an dem Kulturhauptstadt-Projekt „Schachtzeichen” beteiligt, bei dem im Mai an ehemaligen Stollen und Zechen ruhrgebietsweit rund 400 große, gelbe Ballons aufsteigen werden. Sechs Standorte sind in Witten geplant.
„Eine Beilage zur Kulturhauptstadt liegt für interessierte Gäste bei uns aus. Aber wir bieten ihnen auch Unterlagen des Wittener Stadtmarketings an”, so Grewal. Ein Drittel der Gäste kämen derzeit aus dem Ausland, u. a. aus der Schweiz, Italien, Belgien oder Spanien, zwei Drittel aus Deutschland. Ob die bundesweite Reduzierung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent (ab Januar) bei Hotelübernachtungen zu mehr Gästen geführt habe, vermag Grewal nicht zu beurteilen: „Wir haben keinen guten Vergleichszeitraum, weil wir erst im Herbst 2009 geöffnet haben.”
Einige überregionale Übernachtungsnachfragen wegen des Kulturhauptstadtjahres kann auch Markus Riepe, Gastgeber des Parkhotels, verzeichnen. Doch er wünscht sich, dass „unsere Kulturhauptstadt-Events” noch mehr nachgefragt würden. „Dazu zählt zum Beispiel unser Arrangement ,Ruhrtalradweg trifft Metropole Ruhr' oder unser Erlebnis-Arrangement mit zwei Übernachtungen und Abendessen sowie der Besichtigung der Zeche Nachtigall und einer Stollenwanderung”, beschreibt Riepe.
Eine veränderte Gästezahl durch die reduzierte Mehrwertsteuer bei Übernachtungen kann auch er nicht feststellen: „Wir hatten im Januar 2009 etwa ebensoviele Übernachtungsgäste wie in diesem Januar”, so sein Vergleich.
Um Gäste noch stärker auf die Kulturhauptstadt Ruhrgebiet aufmerksam zu machen, hänge er auch deren Fahnen auf oder lege Infobroschüren zu den Kulturattraktionen aus. „Wir sehen uns selbst als Multiplikator und würden uns freuen, wenn auch die Bürger noch mehr von der Kulturhauptstadt mitbekämen”, so Riepe.
Aber in dieser Hinsicht ist wohl auch das Organisationsteam von Ruhr.2010 gefragt.
Das Kulturhauptstadt-Projekt „Local Heroes“ gibt jeder Revierstadt die Möglichkeit, sich eine Woche lang kulturell zu präsentieren. Witten ist vom 20. bis 26. Juni an der Reihe. Auch das könnte der Stadt einen Tourismus-Schub geben.
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