Dickes Dankeschön vom Bundespräsidenten

Tobias Knopp (13) vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) hat einen Brief an die Regierung in Berlin geschrieben
Tobias Knopp (13) vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) hat einen Brief an die Regierung in Berlin geschrieben
Foto: WAZ FotoPool
Manche 13-jährigen Kinder bolzen auf dem Fußballplatz oder werfen in der Halle beim Basketball Körbe. Tobias Knopp hingegen engagiert sich seit seinem vierten Lebensjahr in der Jugendabteilung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Manche 13-jährigen Kinder bolzen auf dem Fußballplatz oder werfen in der Halle beim Basketball Körbe. Tobias Knopp hingegen engagiert sich seit seinem vierten Lebensjahr in der Jugendabteilung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Im Keller des Haupthauses des DRK-Kreisverbandes Witten, in der Annenstraße, wartet Tobias Knopp an diesem Nachmittag schon aufgeregt auf die Besucher. Im orangenen T-Shirt der Jugendrotkreuzler und mit gegelten Haaren. Er hat sich gut vorbereitet, eine Mappe mit Bilder und Briefen liegt vor ihm. Ganz schön viel Material für einen 13-Jährigen, oder? „Nein, durch meine Eltern bin ich schon Mitglied seit ich denken kann – ich bin quasi mit dem DRK aufgewachsen“, sagt Tobias. Sein Vater, der als Sachbearbeiter beim DRK angestellt ist, hat ihn beim Roten Kreuz registrieren lassen. Auch seine Mutter ist als Landesleiterin des DRK-Verbandes Westfalen-Lippe mit von der Partie.

Tobias ist mit Leib und Seele dabei, doch er versteht nur zu gut, warum es Vereinen und Organisationen an Nachwuchs mangelt. Das sei angesichts der langen Schultage heutzutage kaum verwunderlich. Der 13-Jährige versucht den Spagat dennoch zu schaffen: „Ich bin fast jeden Tag hier. Meine Mutter hilft mir alles unter einen Hut zu bringen.“ Die Unterstützung der Familie tut not, denn neben Schule und Ehrenamt hat Tobias schließlich noch andere Hobbys: Er geht zum Judo, spielt Saxofon im Schulorchester und ist beim Schulsanitätsdienst. Viel zu tun also. „Aber es macht einfach richtig viel Spaß.“

Vor drei Wochen hatte er mit dem Roten Kreuz beim Bürgerfest des Bundespräsidenten in Berlin ebenfalls alle Hände voll zu tun: „Wir waren für das Catering zuständig“, erklärt Tobias. Dort traf er Bundespräsident Joachim Gauck – bereits zum zweiten Mal: Vor zwei Jahren war es dem aufgeweckten Wittener schon einmal gelungen, an den Leibwächtern vorbei zu Gauck zu schleichen und ihn einfach mal anzusprechen. „Damals hatte er aber nur kurz Zeit für ein Foto, er hat ja schließlich einen engen Zeitplan.“

Präsident erinnert sich an Tobias

Tobias’ forsche Art aber hat der Bundespräsident nicht vergessen: Diesmal erinnerte er sich an den Jungen, nahm sich extra Zeit, ihn und die anderen DRK-Mitarbeiter aus Witten zu besuchen und ihnen für ihre Arbeit zu danken. „Ich konnte ihm sogar unser Wittener Maskottchen, Henry-Hilfreich, überreichen“, sagt Tobias voller Stolz. „Außerdem hat er mir ein Autogramm gegeben – wollte im Gegenzug aber auch eins von mir.“

So macht Ehrenamt Spaß. Tobias könnte sich vorstellen, noch lange dabei zu bleiben. Wenn er ins Berufsleben einsteigt, will er aber kürzer treten. Eine genaue Vorstellung vom späteren Beruf hat er schon: „Polizist“, sagt er und muss grinsen. „Ich will Menschen schließlich weiterhin helfen.“

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