Dichter bringt Prominenz an die Uni
28.09.2011 | 15:43 Uhr 2011-09-28T15:43:00+0200
Witten. Kleist bringt sie nach Witten, gleich ob Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, Schauspielerin Jenny Schily oder Regisseur Roger Vontobel: Hochkarätig ist das Programm zum 200. Todestag des Dichters an der Uni.
Stolz sein können die Organisatoren Klaus-Bernhard Tetzlaff und Dr. Klaus Neuhoff von der Uni Witten auf die Veranstaltungsreihe, die von der Fakultät für Kulturreflexion - Studium fundamentale angeboten sowie durch Spenden und Stiftungsgelder finanziert wird. Der Eintritt wird frei sein. „Jubiläen sind umstritten, aber nützliche Erinnerungskrücken“, so Tetzlaff. Als „Denkmal in der Zeit“ sieht Neuhoff ein Jubiläum.
Als Tetzlaff in dieser Zeitung las, dass Lammert Kleist-Texte in Berlin gelesen hatte, griff er zum Telefon, kontaktierte Lammerts Referenten, schrieb einen Brief - und konnte dann den Bundestagspräsidenten selbst sprechen. „Er ist ja ein Bochumer Jung, hat eine neue Vater-Unser-Übersetzung vorgelegt, die der Komponist Stefan Heuke, der auch hier schon mal in Witten als Composer in Residence war, vertont hat“, so Tetzlaff. Am 9. Oktober, 11 Uhr, wird Lammert im Audimax der Uni Briefe Heinrich von Kleists lesen. „Und anschließend wird er auch noch eine Stunde Zeit haben, um in der Cafeteria mit Interessierten zu sprechen“, freut sich Tetzlaff.
Die Nichte von Uni-Gründungspräsident Konrad Schily und Tochter es Ex-Innenministers Otto Schily, Jenny Schily, reist aus Berlin an, um am 18. Oktober, 20 Uhr, die Novelle „Das Erdbeben in Chili“ zu lesen. Der Präsident der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft stellt seinen Vortrag am 11. Oktober, 20 Uhr, unter das Nietzsche-Wort „Nur was nicht aufhört, weh zu thun, bleibt im Gedächtnis“.
Als Film von Eric Rohmer (24.10., 20 Uhr) und als Lesung mit der Uni-Theaterleiterin Blanche Kommerell (25.10., 20 Uhr) gibt’s „Die Marquise von O.“. Die Hamburger Kleist-Expertin Prof. Dr. Ortrud Gutjahr spricht über „Liebe und Gewalt in Heinrich von Kleists Penthesilea und Das Käthchen von Heilbronn“.
Der Faust-Preisträger 2010, Regisseur Roger Vontobel, kommt zur Diskussion über „Warum ist Kleist so gewaltsam?“ Er brachte Penthesilea auf die Bühne. „Und auch die Uni-Gruppe hat das Stück gezeigt, die beiden Hauptdarstellerinnen der Inszenierung werden das Gespräch am 8. November um 20 Uhr moderieren“, freut sich Tetzlaff. Weitere Theatergrößen werden zu dem Treffen erwartet.
TRADITION
Die geplante Veranstaltungsreihe steht in einer Tradition. Schon folgenden Berühmtheiten wurde eine Reihe gewidmet: Goethe (1999), Schiller (2005 und 2009), Freiherr von Stein (2007), Wilhelm von Humboldt (2010).
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