Das aktuelle Wetter Witten 12°C
Wirtschaft

DGB verteilt in Witten Mindestlohntüten

18.01.2016 | 16:59 Uhr
DGB verteilt in Witten Mindestlohntüten
400 Mindestlohntüten verteilten die DGB-Mitglieder morgens am Hauptbahnhof.Foto: Barbara Zabka /

Witten.   Vor einem Jahr wurde der Mindestlohn von 8,50 Euro durchgesetzt. Zu diesem Anlass verteilten DGB-Mitglieder am Bahnhof symbolische Tüten.

Am Hauptbahnhof war am Montag zwischen sieben und acht Uhr morgens die übliche Rush-Hour. Ein Kommen und Gehen, geschäftiges Treiben. Die Pendler hasteten wie immer durch die Bahnhofshalle. Doch etwas war anders.

Vier Gewerkschaftler des DGB verteilten einen kleinen Geburtstagsgruß an die Reisenden. Anlaß war, dass vor einem Jahr der Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde durchgesetzt wurde.

„Das ist eine symbolische Aktion“, so Michael Hermund. „Denn wir müssen unbedingt dran bleiben am Mindestlohn. Denn dadurch haben die Menschen am unteren Lohn-Niveau einfach ein wenig mehr Geld in der Tasche.“ Am Bahnhof merkt man, dass alle in Eile sind. Gespräche kommen selten zustande. „Aber unsere Überraschungstüten gehen ruckzuck weg. Die nimmt jeder gern“, ergänzt Jochen Rauh (68).

„Eine Familie kann man davon nicht ernähren“

Auf den kleinen weißen Papiertüten steht die DGB-Forderung: „Kein Lohn unter 8,50 Euro pro Stunde“. Drinnen sind eine kleine Info-Broschüre zum Thema und ein Energiegruß in Form von Müsli-Riegel und Traubenzucker. Leyla Agadadashora (31) meint, dass der Mindestlohn auf mindestens zehn Euro erhöht werden müßte. „Aber der Anfang ist jetzt gemacht. Und das ist wichtig. Jetzt müssen die Gewerkschaften nur noch um die Höhe kämpfen. Das werden sie ja wohl schaffen.“

Auch Siegfried Marx findet, dass 8,50 Euro zu wenig sind. Er hat ein wenig Muße, da er Rentner ist und nicht zur Arbeit eilt. „Das ist unterm Strich weniger als die Grundsicherung. Zu wenig zum Leben und zuviel zum Sterben. Für einen Single reicht es vielleicht gerade. Aber eine Familie kann man davon nicht ernähren“, so der 65-Jährige. Er begrüsst es, dass es durch den Mindestlohn weniger Arbeitslose und mehr gesicherte Arbeitsplätze gibt.

Dem stimmt Fatih Ece (39) vom DGB unumwunden zu. „Allen Unkenrufen zum Trotz hat der Mindestlohn keine Arbeitsplätze gekostet. Sondern hat geholfen, die Kaufkraft zu erhöhen.“ Trotzdem gäbe es noch viel Unwissenheit, denn vom Mindestlohn profitieren auch die Minijobber und Beschäftigte im Handel und der Gastronomie beispielsweise. „Auch sie haben Anspruch auf Bezahlung im Krankheitsfall und Urlaubsgeld“, fügt Michael Hermund hinzu. „Gerne versuchen Arbeitgeber, die Menschen zu verunsichern“, so lautet seine Kritik.

Die 400 Tüten haben die Kollegen im Handumdrehen verteilt. Bereits um Viertel vor acht ist die Aktion beendet. Dann wird es draußen auch allmählich hell. Ein sonniger Wintertag ist erwacht.

Barbara Zabka

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Die Innenstadt gehört den Kindern
Bildgalerie
Weltkindertag
10. Ruhrtalmarathon
Bildgalerie
Wiiten Sport
Klangmeile in Musikschule
Bildgalerie
Fotostrecke
Tag des Denkmals Witten
Bildgalerie
Fotostrecke
article
11474763
DGB verteilt in Witten Mindestlohntüten
DGB verteilt in Witten Mindestlohntüten
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/witten/dgb-verteilt-in-witten-mindestlohntueten-id11474763.html
2016-01-18 16:59
Witten