Deutschlandweit aktive Einbrecherbande in Witten gefasst

Fünf Kriminelle wurden in Witten gefasst.
Fünf Kriminelle wurden in Witten gefasst.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Eine Frau und vier Männer aus Südosteuropa, die seit einiger Zeit am Rande der Wittener Innenstadt leben, sitzen jetzt in Untersuchungshaft. Ihnen werden mindestens elf Einbrüche zur Last gelegt. Die Bande soll deutschlandweit aktiv gewesen sein.

Witten.. Monatelang hatte die Polizei die Familie beobachtet, Zeugenhinweise und Beweise aus ganz Deutschland gesammelt. Als sich die Hinweise mehrten, dass sie neue Einbrüche plante, schlugen die Beamten zu.

Sie nahmen eine Frau und vier Männer in einer Wohnung an der Annenstraße fest, wo die Südosteuropäer ohne offizielle Anmeldung lebten. Ihnen werden mindestens elf Einbrüche in Witten, Remscheid, Köln, Wuppertal und Neuss zur Last gelegt. Die Polizei geht aber davon aus, dass sie noch für weitere Taten verantwortlich sind.

Zeugen machten Handyfotos

„Es war eine echte Puzzlearbeit“, sagt Polizeisprecher Volker Schütte. So seien bei zwei versuchten Einbrüchen in Wuppertal und Remscheid im Mai und Juli identische Schuhspuren entdeckt worden, die wiederum auf einen Täter hinwiesen, der in ein Kölner Haus eingestiegen war. Weitere Hinweise auf die Familie gab es durch aufmerksamen Zeugen, die Autokennzeichen in der Nähe von Tatorten notiert und Fotos von verdächtigen Personen gemacht hatten. Im September dann wurden am Düsseldorfer Flughafen gefälschte Pässe und Führerscheine sichergestellt, die die Bande laut Polizei für weitere Straftaten nutzen wollte.

Weil sich nun in der letzten Woche die Familienmitglieder in der Wittener Wohnung sammelten und die Polizei davon ausging, dass sie am Samstag und Sonntag weitere Einbrüche planten, griff sie zu. Sie nahm eine Frau und vier Männer – alle zwischen 23 und 38 Jahre alt – fest. Alle sitzen jetzt in Untersuchungshaft. Vor Gericht räumte der Haupttäter (34) bereits alle Taten ein, darunter auch zwei Einbrüche in Witten am 8. Oktober in der Ardeystraße. Bei einem Haus hinter dem Kötterweg hatten die Täter damals eine Seitentür aufgehebelt, die Zimmer durchsucht und Bargeld gestohlen. Ein Anwohner hatte damals zwei Männer beobachtet, die nach dem Einbruch flüchteten. Er konnte sie auch gut beschreiben.

Diebesbeute aus möglichen anderen Einbrüchen

In der Wohnung der Familie fand die Polizei jetzt Diebesbeute, die eindeutig den zurückliegenden Einbrüchen zuzuordnen ist. Am häufigsten schlug die Bande in Neuss zu: Gleich fünf Mal stiegen sie dort in Häuser ein. Die Beamten stellten in der Wohnung aber auch Wertsachen sicher, die von keinem der bisher bekannten Tatorte stammen. Die Ermittlungen der Bochumer Sonderkommission sind daher noch nicht abgeschlossen. Es sei nicht auszuschließen, so die Polizei, dass die Bande für weitere Taten in Fragen kommt – nicht nur in Nordrhein-Westfalen. „Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus“, sagt Polizeisprecher Volker Schütte.