„Der Scirocco war mein Traumauto“

KFZ Meisterin Marion Budde (55) aus Witten Bommern fuhr als erste Auto 1981 einen VW Scirocco.
KFZ Meisterin Marion Budde (55) aus Witten Bommern fuhr als erste Auto 1981 einen VW Scirocco.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Wittener Kfz-Meisterin Marion BUdde erinnert sich an ihr erstes eigenes Auto: einen Scirocco. Schon als Kind schraubte sie an Autos.

„Autos waren zwar immer mein Leben, aber nicht meine Passion“, sagt Marion Budde nachdenklich. Obwohl die 55-jährige Bommeranerin seit über 30 Jahren als Kfz-Meisterin in der inzwischen eigenen Werkstatt Autos repariert, gilt ihre besondere Liebe eigentlich anderem: „Ich bin da eben einfach so reingewachsen“, erinnert sie sich.

Vor knapp 62 Jahren hatte der Vater, ein ehemaliger Rennfahrer, im Bommeraner Beisenweg seinen Reparaturbetrieb eröffnet. Tochter und Sohn schraubten schon als Kinder mit, machten irgendwann die Meisterprüfung und übernahmen schließlich den Betrieb. „Eigentlich wollte ich gerne Floristin, Friseuse oder Goldschmiedin werden“, erzählt Budde, „aber ich wurde da reingeboren und habe mein Leben lang nichts anderes gemacht. In den 70ern war es nicht einfach, eine Lehrstelle zu bekommen, und dann kam eben eins zum anderen.“ Auch ihre erste Liebe zu einem motorisierten Fortbewegungsmittel galt keinem Pkw, sondern einem Zweirad: „Am Anfang war ich total Motorrad-begeistert. 1978 habe ich den Führerschein gemacht und mir direkt eine nagelneue Kawasaki Z650 gekauft. Das war der schönste Tag meines Lebens. Erst letztes Jahr habe ich sie sehr schweren Herzens verkauft.“

Scirocco war „ganz begehrtes Teilchen“

Das erste eigene Auto kam dann trotzdem ein paar Jahre später, 1981, dazu — als erstes von inzwischen 26 Autos. Auch daran erinnert sich Budde ganz genau: „Es war ein roter VW Scirocco. Das war damals mein Traumauto und im Freundes- und Bekanntenkreis ein ganz begehrtes Teilchen.“ Wenn sie nicht gerade mit dem Motorrad unterwegs war, fuhr sie, als Teil einer Clique, mit dem Scirocco durch die Gegend. „Das macht die Jugend von heute auch nicht mehr“, sagt sie. „Aber damals war das eine richtige Freizeitbeschäftigung und mit meinem schicken Sportwagen war ich natürlich mittendrin dabei.“

Drei Jahre lang begleitete sie der Flitzer, auch das ein oder andere Mal über die Alpen nach Italien. „Er war immer zuverlässig, hat mich nie im Stich gelassen. Das war noch anders als heute, wo die Autos eher Computer auf vier Rädern sind. Früher hatten sie noch eine Seele.“ Das Geld sowohl für ihr Motorrad wie auch für den Scirocco hatte sie sich mühsam selbst zusammengespart. „Unser Vater hätte uns nie etwas zugeschossen oder erlaubt, uns zu verschulden.“

Das einschneidendste Ereignis, das Marion Budde mit dem VW verbindet, geschah aber, als er ihr schon gar nicht mehr gehörte. Mitte der 80er Jahre hatte sie ihren Ersten „poliert und wie aus dem Laden“ an ihre Schwägerin verkauft. Die fuhr ihn nur wenige Wochen, bevor sie ihn dann vor eine Mauer setzte. „Da war der schöne Scirocco nur noch ein Blechhaufen. Totalschaden. Zum Glück ist ihr nichts passiert, aber ich war richtig sauer, obwohl er mir ja gar nicht mehr gehörte.“