Der Rotary-Witten-Preis geht an Bethel

Beim Neujahrsempfang des Rotary-Clubs Witten wurde der Rotary-Witten-Preis 2015 ans "Haus Billerbeck" verliehen. Präsidentin Heike Bundt und Präsident elect Irenäus Adamietz als Nachfolger übergaben an Hans-Jürgen Bahr (Mitte).
Beim Neujahrsempfang des Rotary-Clubs Witten wurde der Rotary-Witten-Preis 2015 ans "Haus Billerbeck" verliehen. Präsidentin Heike Bundt und Präsident elect Irenäus Adamietz als Nachfolger übergaben an Hans-Jürgen Bahr (Mitte).
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Beim Neujahrsempfang des Rotary-Clubs Witten wurde Hans-Jürgen Bahr für sein ehrenamtliches Engagement im Bethel Haus geehrt.

Witten..  Seit fünf Jahren kommt Hans-Jürgen Bahr einmal die Woche in das Bethel-Haus in der Billerbeckstraße. Er begleitet die psychisch kranken Bewohner beim Einkaufen, backt mit ihnen Kuchen oder dreht neue Glühbirnen ein. „Da wo gerade eine helfende Hand gebraucht wird, bin ich“, sagt der 65-Jährige. Für dieses Engagement wurde er nun geehrt: Gestern wurde ihm der Rotary-Witten-Preis 2015 verliehen.

Zum zehnten Mal wurde die Auszeichnung nun vergeben. Damit möchte der Rotary-Club Witten an menschliche Schicksale erinnern – der mit 3000 Euro dotierte Preis geht exemplarisch an einen Ehrenamtlichen. 2015 entschied man sich für Hans-Jürgen Bahr, der sich bei der evangelischen Bethel-Stiftung engagiert: „Bethel kümmert sich um diejenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen“, erklärt Club-Präsidentin Heike Bundt (49) die Auswahl.

Horizont wird erweitert

Als Bahr vor fünf Jahren aufhörte zu arbeiten, suchte er nach einem Ehrenamt. „Als junger Mann war ich beim Christlichen Verein Junger Menschen und kannte von dort Bethel“, blickt der Rentner zurück. Die Initiative ergriff er dann selbst und rief in der Bielefelder Bethel-Zentrale an. „Ich komme vier Wochen am Stück oder einen Tag die Woche – wir ihr es braucht“, habe er damals gesagt. Er wurde an die nächste Einrichtung vermittelt, das Bethel-Haus Billerbeckstraße. Dort hilft er seither – doch er gibt nicht nur, er profitiert auch selber: „Ich erweitere meinen Horizont, man lernt schließlich nie aus – auch nicht im Alter“, sagt der Wattenscheider, der daher hofft, dass auch andere Menschen seinem Beispiel folgen und sich engagieren.

Initiative muss von Ehrenamtlichen ausgehen

Dass die Initiative von den Menschen selber ausgehen muss, gehöre wohl dazu, meint Club-Präsidentin Heike Bundt. „Es braucht einfach jemanden, der Kraft und Zeit auf- und sich selbst einbringt“, so die Hevener Pfarrerin. Mit dem Preis wollen die Rotarier solchen Aufwand belohnen. Bundt verrät: „In Zukunft werden wir weiter das Ehrenamt in den Fokus rücken, dann auch religionsübergreifend.“ Die bosnische Gemeinde war vorsorglich schon mal zum Empfang eingeladen.

Bahr sieht den „schwergewichtigen“ Preis, eine Eiserne-Form des Rotary-Symbols, als Auftrag: „Lob und Dank für die Hilfe treiben mich immer wieder von Neuem an“, so der gelernte Ingenieur. Und die 3000 Euro Preisgeld? Von denen wussten Beate Ehret (37), Mitarbeiterin im Bethel-Haus, und Ursula Thygs (57), Beiratsvorsitzende, bislang gar nichts. „Da werden wir mal mit den Bewohnern Ideen sammeln“, so Ehret.

Hans-Jürgen Bahr hätte spontan schon einige Vorschläge: Einen Ausflug ins Planetarium oder das Bergbau-Museum.