Der Blick in die Tiefe
19.07.2009 | 18:17 Uhr 2009-07-19T18:17:00+0200
Das Zechenhaus Herberholz im Muttental feierte sein 15-jähriges Bestehen. Mit einem Fläschchen Bier fing alles an.
Mit einem Fläschchen Bier kam Anfang der 1990er Jahre die Idee, das Zechenhaus Herberholz im Muttental als Bergbaumuseum herzurichten. Eigentlich wollte Holger Sabo zusammen mit Bergbauinteressierten und vier ehemaligen Bergleuten nur das alte Wohn- und Beamtenhaus des Steigers Herberholz aus dem 19. Jahrhundert auf Vordermann bringen und es als Klubheim sowie Lagerstätte nutzen – für den Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier.
Bis Spaziergänger am Zechenhaus vorbeigingen. „Sie fragten uns damals, ob wir noch Bier übrig hätten”, erinnert sich Sabo. Danach gestalteten die ehrenamtlichen Restaurateure das Zechenhaus nicht nur zum Klubheim um, sondern zugleich zu Museum und Gaststätte. Nun feierte der Förderverein neben seinem traditionellem Sommerfest auch ein kleines Jubiläum: das 15-jährige Bestehen des Zechenhauses Herberholz.
Auf dem Bergbau-Rundweg im Muttental, das einem riesigen Bodendenkmal gleicht, ist das Museum ein beliebtes Ausflugsziel. „Wir wollen die Geschichte des historischen Bergbaus aufrecht erhalten und den Besuchern auch den modernen Bergbau näher bringen”, sagt Holger Sabo, der als Mechaniker bei der Ruhrtaler Gesenkschmiede in Herbede tätig ist und dessen Vater und Großvater unter Tage arbeiteten.
Im Zechenhaus dokumentieren große und kleine Utensilien aus dem 17. Jahrhundert bis 1975, die ehemalige Kumpel zur Verfügung stellten, die Arbeit mit der Kohle. Verschiedene Werkzeuge und etliche Grubenlampen gehören zur Sammlung. Draußen, hinter dem Häuschen stehen größeren Gerätschaften: eine Seilscheibe eines Blindschachtes, Einfahrtskübel und verschiedene Generationen des Schildausbaus. Dazu errichtete der Förderverein einen Nachbau eines Streckenausbaus mit einer Einschienenhängebahn, der Dieselkatze, sowie einer Lampenstube, die der Zeche Ibbenbüren nachgestellt ist.
Das Zechenhaus finanziert sich durch die Mitgliedsbeiträge des Fördervereins und durch Spenden (Deutsche Bank, Kontonummer 8113383, Bankleitzahl 43070024). Zusätzliche Einnahmen bringt zudem der überdachte Grillplatz für etwa 60 Personen, der für 65 Euro gemietet werden kann – inklusive Grillkohle und Säuberung. Während der Saison (April bis Oktober) ist das Zechenhaus jeden Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr sowie nach Absprache geöffnet. Info: Holger Sabo, 79 157
Das aktuelle Projekt auf dem Gelände, unterstützt vom Land NRW, dem Wittener Amt für Denkmalschutz sowie der Stadt, ist indes noch nicht abgeschlossen. Eine Schmiede wird derzeit aufgebaut, neben ihr stehen zwei historische Bohrmaschinen und ein Kompressor der Halterner Lehrwerkstatt Auguste Viktoria.
Fotostrecke: 15 Jahre Haus Herberholz
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