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Der Ball ist bunt – beim Schwarzlichtfußball in Witten

10.03.2016 | 19:22 Uhr
Der Ball ist bunt – beim Schwarzlichtfußball in Witten
Sie treten erstmals im Dunkeln zum Fußballduell gegeneinander an: die Altherren von DJK Teutonia Ehrenfeld aus Bochum.Foto: Barbara Zabka

Witten.   Soccerplace im Gewerbegebiet Wullen bietet den Sport in einer abgedunkelten Halle an – für Kindergeburtstage, Betriebsausflüge und ernstes Training.

Technobässe wummern in der Fußballhalle. Die Altherren der DJK Teutonia Ehrenfeld sind wie gewohnt mittwochabends von Bochum ins Wullener Gewerbegebiet gekommen. Doch diesmal suchen sie im Soccerplace den besonderen Kick. Sie treten im Dunkeln gegeneinander an, im Schwarzlicht.

Wer will, dem pinselt Chefin Ute Brinkmann Leuchtfarbe ins Gesicht. Foto: Barbara Zabka

Neonbunte Trikots tragen die beiden Mannschaften – giftgrün und orange. Bevor es aber auf den Kunstrasen geht, pinselt ihnen Hallenchefin Ute Brinkmann (55) Leuchtfarbe ins Gesicht. „Kriegsbemalung“, scherzt ein Fußballer, ein anderer lässt sich statt Streifen lieber ein Herzchen auf die Wange malen.

Dann gehen die Lampen aus, die Fenster sind mit schwarzem Tuch verhängt, es ist duster. Schwarzlichtstrahler an! Sofort leuchtet der Filzball neongelb, Banden und die beiden Tore ebenfalls. Anstoß! Die Sportler lachen kurz, dann werden sie still. Dribbeln, Passen, selbst Rennen erfordert ihre ganze Konzentration. „Alles ist anders“, sagt Klaus Todoric (49) lächelnd nach einem fliegenden Wechsel. „Ich sehe oft nicht, wo ich hinschieße.“

Denn er achtet nur auf den Ball, nicht auf seine Mitspieler. Sofern diese keine weißen Stutzen tragen, sieht er deren Beine ohnehin kaum. „In der Offensive schau ich nie auf den Ball, nur auf die Leibchen“, erklärt dagegen Markus Walter (45), ein weiterer Schwarzlichtpöhler. Zu brasilianischem Zauberfußball führt das natürlich ebenfalls nicht. Ruppiges Spiel sind die Hobbykicker gewohnt, Blutgrätsche und Brechstange gibt’s bei ihnen auch in normalen Hallen nicht. Dennoch spielen jetzt alle langsamer und weniger körperbetont als sonst.

Langsamer, aber ebenso anstrengend

Durchgeschwitzt ist Carsten Rose trotzdem. „Es ist total anders, aber wirklich schön“, schwärmt der 46-Jährige von seinem Erstkontakt mit Schwarzlichtfußball. Man brauche jedoch mehr Vertrauen, weil niemand eine Schwalbe bemerkt. Ebenso wenig erkenne man seine Mitspieler. Wer nicht vorsichtig in die Zweikämpfe geht, erlebe durchaus böse Überraschungen, wenn er unerwartet an einen körperlich überlegenen Gegenspieler gerät. Für die Altherren ist ihre Premiere aber rundum gelungen, und sie würden sich gerne wieder am leuchtenden Filzball messen.

Dass sich diese Sportvariante zu einem neuen Trend entwickelt, darauf hofft Soccerplace-Chefin Ute Brinkmann. Seit Februar ist sie am Mewer Ring in einer von drei Hallen im Programm. Die Idee hatten zwei Mitarbeiter, die gerne in der Disco feiern. „Bisher läuft es sehr gut. Unser Angebot ist einzigartig in der Region und wir bekommen viele Anfragen“, sagt Brinkmann. Gerade Eltern würden das außergewöhnliche Pöhlen für Kindergeburtstage buchen. „Es ist aber auch ideal für Betriebsausflüge“, findet sie. „Es schweißt Mitarbeiter zusammen, weil die Halle schwarz ist und jeder auf den anderen achten muss.“

Für Leistungssportler ebenfalls geeignet

Selbst Leistungssportler haben das Angebot schon ausprobiert und bewerten es äußerst positiv. „Es ist eine sinnvolle Ergänzung zum Training“, sagt Pablo Yañez (43) von der Football Academy Germany, die junge Nachwuchstalente mit einem Elitenprogramm fördert. „Das Spielen im Dunkeln ist spannend fürs Gehirn, weil man fürs Fußballspielen neue Lösungen finden muss“, resümiert der Trainer.

20 Uhr, eine Stunde Spielzeit ist vorüber. Die Altherren hatten großen Spaß, sind aber froh, dass für ihre weiteren 90 Minuten die Halle normal beleuchtet wird. Sofort ist das Spiel schneller – und wer gerade ausgewechselt wurde, blättert im Fachmagazin und tauscht Transfergerüchte aus der Bundesliga aus.

Oliver Kühn

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2016-03-10 19:22
Witten