Der 1. Mai ist der gefährlichste Tag des Jahres

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Wenn es um schwere Autounfälle geht, ist der 1. Mai der gefährlichste Tag des Jahres. Das hat Prof. Dr. Rolf Lefering, Statistiker an der Universität Witten/Herdecke, ermittelt. Ein Trost in diesen grauen, usseligen Januartagen: Bei schönem Wetter im Sommer gibt es weit mehr Verkehrsunfälle.

Lefering ist seit vielen Jahren wissenschaftlicher Berater des „Trauma-Registers“ der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, das seit 1993 Daten schwer verletzter Patienten sammelt, um den beteiligten Kliniken Rückmeldung über ihre Behandlungsqualität zu geben. Zudem werden die anonymisierten Daten genutzt, um epidemiologische und therapeutische Fragestellungen zu untersuchen.

„Heraus zum 1. Mai“, die alte Losung der Arbeiterbewegung, ist heute die Anleitung zum unglücklich werden: An diesem Tag werden die meisten Schwerverletzten in deutsche Krankenhäuser eingeliefert.

Nach 17 Uhr kracht es am häufigsten

„Das ist der Feiertag, an dem der Frühling viele Menschen nach draußen lockt. Motorradfahrer drehen wieder die ersten Runden nach dem Winter, oft in großen Gruppen, wo jeder zeigen will, was er noch drauf hat; es sind zudem viele Fußgänger unterwegs und für viele ist der 1. Mai ein Tag, an dem man ruhig mal etwas tiefer ins Glas schaut – eine ungute Kombination“, erklärt sich Rolf Lefering den statistisch deutlichen Zusammenhang.

Auf der anderen Seite ist unter den „Top Ten“ der Tage mit den meisten schweren Unfällen neben dem 1. Mai noch ein weiterer bundesweiter Feiertag: der 3. Oktober. Die übrigen „kritischen“ Tage liegen alle im Sommer, wo vor allem durch Motorradfahrer die Unfallzahlen fast doppelt so hoch sind wie im Winter.

Ein anderes Ergebnis der Auswertung: Es gibt keinen belegbaren Einfluss der Mondphasen auf die Unfallhäufigkeit. „Alles, was über die psychische oder psychologische Dimension des Vollmondes so in Umlauf ist, kann ich als Statistiker in den Unfalldaten nicht wiederfinden“, winkt er ab. „Wenn man sich die Wochentage anschaut, haben wir am Wochenende ein leichtes Plus bei den Aufnahmen im Krankenhaus gegenüber den Werktagen. Deutlichere Unterschiede zeigen sich im Tagesverlauf. Zwischen 17 und 19 Uhr, wenn viele müde und gestresst eilig nach Hause fahren, passieren die meisten schweren Unfälle.“