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Das Nadelöhr bleibt

17.01.2011 | 16:53 Uhr
Das Nadelöhr bleibt
Der Taxistand am Bahnhof Witten und der Radweg direkt daneben sind nach wie vor ein großes Problem. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Witten.Drei Taxen warten hintereinander auf dem Streifen an der Bergerstraße. Ein vierter Wagen reiht sich von hinten ein. Der Fahrer steigt aus, geht nach vorn zum Wagenfenster des Kollegen. Dabei lässt er die Tür offen. Sie ragt ein Stück in den Radweg hinein.

Radfahrer waren am gestrigen Montag nur wenige unterwegs. Doch spätestens mit Beginn der Fahrradsaison im Frühjahr dürfte ein Problem wieder akut werden, das im vergangenen Jahr für Klärungs-, genauer gesagt für Streitgespräche sorgte.

Taxifahrer und Radfahrer hatten sich darüber geärgert, dass der neue Radstreifen am Hauptbahnhof genau zwischen Fahrbahn und Taxi-Wartestreifen verläuft. Der städtische Verkehrsplaner Andreas Müller hatte damals bei einem Vor-Ort-Gespräch zugesagt, einen Tausch zwischen Wartespur und Kurzzeitparkplätzen als Lösungsvorschlag der Taxifahrer zu prüfen.

Inzwischen steht fest: Alles bleibt, wie es ist. „Das haben wir mit der Straßenverkehrsbehörde besprochen“, erklärt Müller. Ein Tausch mit den Kurzzeitparkplätzen komme aus Sicherheitsgründen nicht infrage. „Dann würden die Radfahrer hinter den Taxis herfahren und Abbieger könnten sie nicht sehen.“ Radwege dürften grundsätzlich nicht hinter parkenden Autos verlaufen. Und wenn der Radweg aufgegeben würde, müssten Fördergelder zurückgezahlt werden, erläutert Müller. Von den 135 Euro pro Quadratmeter, die der Streifen gekostet habe, wurden drei Viertel von Land und Bund getragen.

Die Taxifahrer sind enttäuscht, ärgern sich auch darüber, dass sie nach dem Gespräch Ende Oktober keine Rückmeldung von der Stadt mehr bekommen hätten. „Die Stadt verhält sich taxifeindlich“, findet Taxiunternehmer Hermann Bühren. So seien beispielsweise der für die Droschken reservierte Streifen vor der Taxizentrale Ecke Berliner Straße / Poststraße oder der Wartestreifen am Saalbau weggefallen, sagt der 55-Jährige. „Wir werden verjagt und verscheucht.“

Der Streifen vor der Taxizentrale sei nur eine Übergangslösung für die Zeit gewesen, als der Bahnhofsvorplatz umgebaut wurde, entgegnet Verkehrsplaner Müller. Für die Stellplätze vor dem Saalbau sei das Kulturforum verantwortlich. Er habe aber beobachtet, dass dort selten Taxen gestanden hätten.

Zur Situation vor dem Hauptbahnhof kann Müller nur an Taxifahrer wie Radler appellieren, Rücksicht zu nehmen, vorsichtig zu fahren und nicht wild zu klingeln bzw. unbedacht die Türen aufzureißen. „Wir haben nicht unendlich viel Platz in der Stadt.“

Jens-Martin Gorny

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Kommentare
17.01.2011
22:58
Das Nadelöhr bleibt
von Herr_Matthias | #10

Neeeeeein, das kann man nun wirklich nicht planen, das Taxifahrer an ihrem Wartestand häufiger in ihr Fahrzeug ein- und aussteigen als sonsige Fahrzeugführer an gleich Stelle.

Die Taxifahrer, die seit Jahrzehnten am Busbahnhof am Rathaus warten. Blieben bisher auch immer alle ganz brav in ihren Taxen sitzen, wenn sie auf Kunden wartet.

17.01.2011
21:58
Das Nadelöhr bleibt
von D.Schroen | #9

Gegen Rücksichtslosigkeit sind auch Planer machtlos.

17.01.2011
21:50
Das Nadelöhr bleibt
von Herr_Matthias | #8

Schlussfolgerung:

Es sind also die Taxifahrer schuld, dass die Stadt Witten zum wiederholten Male schlecht geplant hat???

eine Minderheit im Straßenverkehr soll für das Problem verantwortlich sein ???

Im Rathaus herrscht wirklich Sanierungsbedarf. personeller!!!

17.01.2011
19:25
Das Nadelöhr bleibt
von sozusagen ebenfalls betroffen | #7

Wenn sich die Fahrtarife bei Taxen weiterhin so entwickeln wie in den letzten Jahren löst sich dieses Problem von ganz alleine.

17.01.2011
19:14
Das Nadelöhr bleibt
von Karl A. | #6

Mietwagen- und Taxifahrer, die Fahrgäste an Bord haben, sind von der Gurtpflicht befreit. Bei Leerfahrten müssen aber auch sie sich anschnallen. Sie müssen hingegen die Fahrgäste darauf hinweisen, dass sie sich anschnallen müssen.

17.01.2011
18:58
Das Nadelöhr bleibt
von dem der lieber zu Fuß geht | #5

Taxifeindlich zu sein ist völlig verständlich und fällt vielen leicht, denn Taxen (bzw. deren Chauffeure) sind mit ihrem rabiaten Verhalten anderen gegenüber so gut wie immer Fußgänger-, Radfahrer-, und Autofahrerfeindlich - ferner arbeitet man quasi im rechtsfreien Raum, d.h., man braucht man sich als Taxler weder anzugurten, noch an Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Lichtsignalanlagen zu halten - außer, das Taxameter läuft...
Würde die für Verstöße im fließenden Verkehr zuständige Polizei nicht des öfteren wegsehen, dürfte es in Witten eigentlich keine Fahrer ohne Punkte oder nur noch sehr wenige mit gültiger Fahrerlaubnis mehr geben.

Dennoch wäre ich für eine Verlegung der Taxenplätze am Hbf, denn, und dies wäre der positive Effekt für die Allgemeinheit dann hört das in-die-Ecke-urinieren an der Radstation und die Kippenwegwerferei auf.

17.01.2011
18:34
Das Nadelöhr bleibt
von bloßkeinTaxi | #4

Mehr Selbstdisziplin bei den Taxifahrern würde das Problem gänzlich lösen. Aber was will man von einer Klientel schon verlangen, die sonst auch auf nichts und niemand Rücksicht nimmt außer auf das eigene Interesse, und die sich einen Deut um Verkehrsregeln scheren.

17.01.2011
17:46
Das Nadelöhr bleibt
von Ballerseppl | #3

Witten ist absolut Taxifeindlich. Die Stellplätze am Bahnhof sind ein Witz, viel zu wenig Platz. Vorne am Bahnhof zwischen Fahradstellplätzen und Taxi zu wenig Platz, weiter links rüber kommen die Autos nicht durch. Das gib es nirgendwo, aber wie mein Vorredner schon bemerkte hauptsache die Gelder kommen. Und über Herrn Müller muß man wohl garnichts mehr sagen, Katastrophe! Auch die Bushaltestelle an der Ecke Bergerstr/ Bahnhofstr., kurz vor der Ampel ist ein Witz. So haben wir wenigstens Stau! Aber in der Ruhrstr. das Halten in der zweiten Reihe verbieten, wegen schlechter Luft. das ist Logik. Aber ich denke das wird sich auch nicht mehr ändern, armes Witten

17.01.2011
17:33
Das Nadelöhr bleibt
von ZPDAP | #2

Alles halb so Wild............
bis was passiert. Aber Hauptsache die Gelder fließen. Vielleicht hätte man etwas mehr Geld ausgeben sollen um einen Planer zu beauftragen, der sich mit dem was macht auskennt. Wenn ich mit dem Rad daher muss, fahre ich lieber auf der Straße. Könnte besser für die Gesundheit sein.

17.01.2011
17:21
Das Nadelöhr bleibt
von fragender | #1

Dabei lässt er die Tür offen???

Warum?

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