Das Muttental, ein Eldorado für Mountainbiker

Die Bikeride-Schule am Schloss Steinhausen zeigt Anfängern den sicheren Umgang mit dem Rad im Gelände. Die Teilnehmer kommen aus ganz NRW zum Fahrtraining nach Witten
Die Bikeride-Schule am Schloss Steinhausen zeigt Anfängern den sicheren Umgang mit dem Rad im Gelände. Die Teilnehmer kommen aus ganz NRW zum Fahrtraining nach Witten
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Was wir bereits wissen
Bikeride-Schule am Schloss Steinhausen zeigt Anfängern sicheren Umgang mit Rad im Gelände. Teilnehmer aus ganz NRW kommen zum Training nach Witten.

Witten..  „Ich bin der Chris“, stellt sich Chris Greune, über ein Fahrrad gebeugt, vor. Was heißt Fahrrad – der Mann fährt ein Mountainbike. Abkürzung: MTB. Greune und sein Kollege Karsten Wegerhoff von der Mountainbike-Schule „Bikeride“ am Schloss Steinhausen führen heute Anfänger und Fortgeschrittene in ihre Welt ein: Auf zwei Rädern und mit Muskelkraft geht es im Wald über Stock und Stein.

Auf holprigen Pfaden führt der Weg steil den Berg hoch, die andere Seite wieder hinunter, die Zeigefinger auf den Bremsen. Mächtige Wurzeln auf dem Weg werden nur mäßig durch die Reifen und die doppelte Federung gemildert. Kurven werden so schnell und eng genommen, dass die Fahrer sich weit über die tief eingestellten Lenker beugen müssen, um genug Gewicht auf die Vorderräder zu verlagern.

Helm als Kopfschutz ist wichtig

Damit dies alles gut klappt, stellen Chris Greune und Karsten Wegerhoff die Lenker, Sättel, Bremsen und Federungen richtig ein. Knieschoner sind freiwillig, einen Helm hat sowieso jeder dabei. Ein zersplitterter Radhelm auf einem Metallschrank demonstriert, wofür der Kopfschutz wichtig ist. Pokale und Medaillen der Mountainbike-Schule zeigen, wie erfolgreich man bei dieser Trendsportart sein kann.

„Trail oder Waldweg?“, fragt Chris einen Teilnehmer. Richard ist 14 und hat anderthalb Jahre MTB-Erfahrung. Trotzdem wird er heute sehr viel lernen. Trails sind extra eingerichtete MTB-Strecken mit Herausforderungen für die Fahrer. Eine solche gibt es auch im Muttental, dorthin brechen die zehn Fahrerinnen und Fahrer auf.

Trainer Chris Greune erzählt, dass er Enduro-Rennen und MTB-Marathons fährt. Bei „Bikeride“ jobbt der Mann, weil es ihm Spaß macht. Von Beruf ist Chris Zahntechniker. Die 45-jährige Samira Kovacevic kommt aus Dortmund und will endlich das Mountainbikefahren lernen. Karsten wird ihr zeigen, wie man mit dem Rad Kurven nimmt, wie man richtig bremst.

Ein großes Ziel vor Augen

Auch Carsten Lorenz aus Wermelskirchen will Tipps bekommen, um noch sicherer unterwegs zu sein. „Ich wohne am Wald und fahre Wege, die verdienen diesen Namen nicht“, erzählt er. Im Wald hat der Mann schon sonderbare Dinge gesehen: „Mountainbikes mit Elektroantrieb zum Beispiel“, sagt der 42-Jährige. Chris Greune erzählt, dass es immer mehr begeisterte Mountainbiker gibt. „Vor fünf Jahren war man abends im Muttental allein unterwegs. Heute sind da schon mal 20, 30 Leute.“ Dies liege auch daran, dass das Muttental in MTB-Fachzeitschriften beworben wird.

Cora (33) und Laszlo Juhasz (33) aus Moers sind auf Steinhausen, weil sie ein großes Ziel vor Augen haben. Laszlo versprach Freunden vor einem Jahr, beim 24-Stunden-Mountainbike-Rennen durch den Landschaftspark Duisburg-Nord in diesem August auch dabei zu sein. „Da herrscht eine Bombenstimmung“, freut er sich. „Freunde haben uns den Wittener Kurs empfohlen.“ Experte Karsten Wegerhoff ordnet an: „Zwei Bar Luft!“ Damit die dicken Reifen Unebenheiten auf den Wegen ausbügeln können. Der Lenker soll niedriger sein als der Sattel, damit beim Kurvenfahren Gewicht aufs Vorderrad gelegt werden kann. „Und beim Bergauffahren geht das Vorderrad nicht hoch.“

Vom Schloss Steinhausen aus geht es in Richtung Muttental, dann zur Ruine Hardenstein. Sechs Stunden Fahrtechnik-Training. „Mountainbiken heißt, man kann Waldpfade fahren, man sieht tolle Ecken und die Natur“, betonen die Trainer. Dies fasziniert auch alle Kursteilnehmer am Ende des Tages.