Zwiebelfleisch von Oma Klara

Claudia Brinkmann und Redakteurin Annette Kreikenbohm (re.) schmeckt es.
Claudia Brinkmann und Redakteurin Annette Kreikenbohm (re.) schmeckt es.
Foto: Funke Digital Services
Was wir bereits wissen
Die Fahrt zur heutigen Köchin führt mitten in den Wald, genauer: ins Ardeygebirge. Und wenn man glaubt, jetzt kommt bestimmt kein Haus mehr, dann geben die Bäume den Blick frei auf die Siedlung Kleine Borbach. Ganz in der Nähe der drei Teiche. Idylle pur.

Witten.. Die Fahrt zur heutigen Köchin führt mitten in den Wald, genauer: ins Ardeygebirge. Und wenn man glaubt, jetzt kommt bestimmt kein Haus mehr, dann geben die Bäume den Blick frei auf die Siedlung Kleine Borbach. Ganz in der Nähe der drei Teiche. Idylle pur.

Bis zum 22. Lebensjahr wohnte Claudia Brinkmann (65) hier bei ihren Eltern, seit 17 Jahren ist sie wieder zurück – und genießt die Lage mitten in der Natur. Und seit 1. Februar auch ihr Rentnerdasein, das sie, die bis dahin beim Wittener Finanzamt arbeitete, mit Partner Walter Bunge (67) teilt. Klar, dass sie jetzt auch mehr Zeit für eines ihrer Hobbys hat: „Ich finde Kochen toll. Ich gucke viele Kochsendungen.“ Doch bei Walter Bunge kann sie mit ihren Gerichten nur bedingt punkten: „Ich esse zwar alles gerne, bin aber nicht so der Genießer.“ Ratzfatz verschlinge er seine Mahlzeiten, gesteht er. Claudia Brinkmann nickt und trägt’s mit Fassung. Schließlich kann sie ja noch ihre Enkelkinder bekochen.

Rezept hat Familientradition

Fürs Rezept, dass sie der Redaktion geschickt hat, benötigte sie allerdings keine Anregungen aus dem TV. Denn das stammt von ihrer Oma Klara „und ich habe es von meiner Mutter übernommen“: Zwiebelfleisch mit Sauerkraut-Rösti-Türmchen. Bei der Oma hießen die Rösti noch Reibekuchen. „Ich habe das Rezept etwas modernisiert“, erzählt Claudia Brinkmann. Deshalb kommt bei ihr Käse in die Bratlinge. Das alles klingt schön deftig – und das ist es auch.

Als erstes brät sie das Fleisch an. Sobald auch die Zwiebeln in der Pfanne brutzeln, zieht ein köstlicher Duft durch die Küche. Routiniert erledigt die Köchin jeden Arbeitsschritt. „Ich habe das schon tausend Mal gemacht.“ Zuletzt Ostern, natürlich wieder für die ganze Familie. Sweet-Chili-Soße, die hat ihre Oma bestimmt auch nicht verwendet. Doch sie verleiht dem Gericht das gewisse Etwas, ebenso wie die Leberwurst im Sauerkraut.

Frische Kräuter aus dem Garten

Was das Grünzeug betrifft, ist Claudia Brinkmann total flexibel und würzt je nach Jahreszeit. Dazu muss sie nur kurz in den riesigen Garten gehen und sich am Hochbeet bedienen, das Walter Bunge ihr vor einem Jahr gebaut hat. Dort findet sie zum Beispiel Basilikum, Rosmarin und Thymian. Heute entscheidet sie sich für Bärlauch, der nach Knoblauch schmeckt, den Esser hinterher aber nicht unangenehm danach riechen lässt.

Zugegeben: Das Zwiebelfleisch mit Beilage ist kalorientechnisch nicht gerade ein Leichtgewicht. Sonst, sagt Claudia Brinkmann, ernähre sie sich eigentlich auch sehr gesund: „Wir trinken ab dem Frühjahr jeden Morgen einen Saft aus Löwenzahn, Gänseblümchen und Giersch.“ Kein Wunder, dass sie da manchmal einen geschmacklichen Ausgleich braucht.

Und so geht’s

Die Zutaten:
2 marin. Schweinesteaks
2 Kartoffeln
Sauerkraut, Pfälzer Leberwurst
mittelalter Gouda, gek. Schinken
3 gr. Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, Sweet-Chili-Soße
etwas Senf, Kräuter, Öl zum Anbraten
Salz, Pfeffer, Kümmel

Das Fleisch kross anbraten, die grob gewürfelten Zwiebeln und die gehackte Knoblauchzehe dazu geben. Bratansatz mit Wasser ablöschen, mit Sweet-Chili-Soße und Senf würzen. Und dann in einem kleinen Bräter bei 180 Grad eine knappe Stunde schmoren lassen.

Jetzt eine Zwiebel anschwitzen, Sauerkraut dazu geben und mit Leberwurst, Kümmel und Chili-Salz abschmecken.

Für die Röstis zwei Kartoffeln schälen und reiben. Den Gouda in Würfel schneiden, Schinken ebenfalls würfeln und Petersilie (wahlweise Bärlauch, Schnittlauch etc.) hacken. Alles zusammenmengen und in Butterschmalz oder Öl zu kleinen Puffern anbraten. Röstis und Sauerkraut abwechselnd schichten, so dass ein kleines Türmchen entsteht. Nett fürs Servieren: mit Kräutern dekorieren.