Thaiküche aus London

Maurice Reinhard (li.) kocht Thai-Currymit WAZ-Mitarbeiter Philip Raillon
Maurice Reinhard (li.) kocht Thai-Currymit WAZ-Mitarbeiter Philip Raillon
Foto: Funke Foto Services
Maurice Reinhard kocht besonders gerne sein thailändisches Curry. Das Gericht entwickelte er immer weiter – mit unterschiedlichen Gemüsesorten

Witten.. Viel Platz ist nicht zwischen Herd, Kühlschrank und der schmalen Theke. Auf der Abstellfläche stapelt sich das Gemüse, dahinter warten Basilikum und Koriander in ihren Töpfen. „Ist’n bisschen eng hier, sorry“, sagt Maurice Reinhard. In der schmalen Nische kocht der Student der Ruhr-Uni Bochum mit Elan und Leidenschaft. Kochen, das ist für den Bommeraner Entspannung pur – „genau das Richtige, nach einem langen Tag im Hörsaal“, so der Wirtschaftsstudent.

Auf der Herdplatten dampft schon der Reis. Die Körner werden nicht irgendwie gekocht: „Die bereite ich gerne auf persische Art zu“, erklärt der 21-Jährige, dessen Onkel aus dem Iran kommt. Heißt: Zwei Tassen Reis mit dreieinhalb Tassen Wasser aufkochen, Salz und Butter dazugeben. Den Herd auf die kleinste Stufe stellen, Deckel auf den Topf und den Reis bis zu einer Stunde „ziehen“ lassen.

Schneiden mit dem Opa geübt

Rasend schnell klackert das Messer über das Holzbrettchen. Der 21-Jährige schneidet Pilze und Zucchini klein. „Das Schneiden habe ich zusammen mit meinem Opa geübt“, erzählt er. Gemeinsam klebten sie sich Pflaster auf die Finger und lernten den Umgang mit dem Messer – damals war Maurice keine 15 Jahre alt. Überhaupt ist Kochen für den Wittener ein Familienerlebnis: Mit der Oma ging er häufig zu kulinarischen Festen, die Mutter zeigte ihm schon früh die Arbeit in der Küche.

„In meiner Familie spielt Essen eine große Rolle“, sagt er. „Was gibt es Schöneres als sich gemeinsam über gutes Essen und eine Flasche Wein zu freuen?“ fragt er und rührt das Gemüse in der Pfanne um. Nun wird es hektisch: Die Curry-Paste muss zum Gemüse, direkt danach die Kokosmilch. Maurice öffnet die Dose, die Milch spritzt überall hin. „Uaah“, ruft er und wischt sich die Milch aus dem Gesicht. „Naja, auch das gehört zum Kochen.“

Gericht immer weiter entwickelt

Woher stammt sein Gericht? „Ein guter Freund aus London, der in Asien geboren wurde, hat mir das Thai Curry beigebracht.“ Es sei das erste Gericht gewesen, was er wirklich verstanden habe. „Ich habe es immer weiter entwickelt – so schmeckt es mir jetzt am Besten.“

Curryduft liegt in der Luft, die Temperatur in der Küche steigt. Fast fühlt man sich in die lauten und stressigen Straßen Bangkoks versetzt. „Fertig!“ sagt Maurice fröhlich und serviert. Und jetzt ein Glas Wein? „Nee, lieber ein Bier“, sagt er: „Am liebsten ein kaltes Tiger aus Singapur“.

Und so geht’s

Die Zutaten: 120 Gramm Basmati Reis
150 Gramm Hähnchenbrust
1 Dose Kokosmilch, ein Schuss Soja-Sauce und Gemüsebrühe,
2 Teelöffel rote Curry-Paste
½ Zwiebel, 1 Möhre, ½ Zucchini, 50 Gramm Bambussprossen, Grüne Bohnen und Champignons, ½ Chili, 1 Bund Koriander, 5 Blätter Basilikum

Zuerst muss der Reis gekocht werden. Parallel wird das Gemüse und Hähnchenfleisch geschnitten. Möhren und Bohnen blanchieren und mit kaltem Wasser abgießen. Das Fleisch wird für etwa vier Minuten in Wasser gekocht und mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Anschließend Champignons, Zucchini und Zwiebeln mit Olivenöl anbraten und mit der Curry Paste würzen – Achtung: Paste schön verteilen.

Sobald der Currygeruch in der Luft liegt, wird das Ganze mit Kokosmilch und etwas Brühe abgelöscht. Gleichzeitig werden Koriander, Chili, Basilikum und Soja-Sauce separat vermischt und dann der Curry-Sauce hinzugefügt. Dann das Hähnchen, die Möhren und Bohnen mit in die Pfanne und alles noch ein wenig einkochen lassen. Und dann: Guten Appetit!

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