Süß und herzhaft lecker kombiniert

Bei Resi Hoffmann gab es Birnenklöße mit Fleisch – und noch ganz viel mehr für Redakteurin Britta Bingmann.
Bei Resi Hoffmann gab es Birnenklöße mit Fleisch – und noch ganz viel mehr für Redakteurin Britta Bingmann.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Resi Hoffmann aus Bommern kocht für uns Birnenklöße mit Schweinefleisch. Und dazu gleich noch ein ganzes Menü – alles frisch aus dem eigenen Garten.

Es gibt sie doch noch, die gute alte Zeit. Hier in Bommern, in der Bergheide, da gibt es sie. Vor 56 Jahren hat sich das junge Ehepaar Hoffmann hier eingerichtet. Seitdem hat sich nicht viel geändert. Nein, Hochglanzküchen haben Resi Hoffmann noch nie gereizt: „Ich mag alles so, wie es ist“, sagt die 75-Jährige. Zugegeben: Inzwischen steht da ein Fernseher auf der Arbeitsplatte. Ein Zugeständnis: Schließlich verbringt die Bommeranerin viel Zeit in der Küche – schließlich will die Ernte aus dem großen Garten verarbeitet sein.

Bei Hoffmanns kommt kaum etwas auf den Tisch, was nicht selbst gezogen, gesammelt oder angebaut wurde: „So ein Ei von unseren Hühnern schmeckt doch ganz anders“, sagt Resi Hoffmann. „Ach probieren Sie doch auch mal meinen Holunderblütengelee.“

Alles aus dem eigenen Garten

Sie steht immer noch fast täglich in der Küche, versorgt ihren Mann, kocht aber auch für die Tochter und die Enkel mit, die unten im Haus wohnen. Die herzhaft-süßen Birnenklöße – übrigens ein Rezept von der schlesischen Schwiegermutter – stehen dabei immer mal wieder auf dem Plan. „Die sind schnell gemacht und alle essen sie gern“, versichert die Bommeranerin, während sie die Klöße rollt. „Aber kosten Sie doch mal dies: Ich habe Ihnen Porree paniert und gebraten.“ (Lecker!)

Eine Süße ist Resi Hoffmann nicht: Pellkartoffeln mit Hering, damit kann man ihr eine Freude machen. „Aber eigentlich ess ich alles gerne – das ist ja mein Kummer.“ Sie isst nicht nur gerne, sie kocht auch gern. Gelernt ist gelernt – schließlich ist Resi Hoffmann geprüfte ländliche Hauswirtschaftsgehilfin: „Zum Nachtisch mach ich uns noch Quarkklöße.“

Keiner muss hungern

Bei Hoffmanns muss keiner hungern. „Ich hab immer Vorräte da.“ Altmodisch nennt sie selbst ihren Kochstil, das moderne Zeug „Lasagne und so“, überlässt sie ihrer Tochter. Die nennt den Stil übrigens anders: „Einfach lecker.“

Das beste Familien-Rezept, da sind sich alle einig, ist die Pfefferkuchensauce mit schlesischer Weißwurst und Sauerkraut. Aber die gibt es nur zu Weihnachten. „56 Jahre lang habe die schon gekocht – was anderes kommt bei uns nicht auf den Tisch“, versichern Mutter und Tochter. „Aber probieren sie doch mal unseren Obstwein . . .“

Und so geht’s

Die Zutaten:

1 Pfund Schweinenacken oder Bauchfleisch
1 Kilo Birnen
1 Packung Klöße
1 Becher Sahne
Gewürze, etwas Mehl
Zimt und Zucker

Zubereitung: Fleisch mit Salz, Lorbeerblatt und Gewürzkörnern garen (ca. 1 Stunde). Fleisch aus der Brühe nehmen und auf einen Teller legen.

Birnen schälen und in Stücke schneiden. Stücke dann vorsichtig in der Brühe garen. Kleine, golfballgroße Klöße (aus der Packung, selbst gemacht gehen natürlich auch) formen, auch gar ziehen lassen.

Anschließend Birnen, Fleischbrühe und Klöße zusammenmengen, dann mit etwas mit Sahne angerührtem Mehl binden. Anschließend mit reichlich Zimt, Zucker und gemahlener Nelke abschmecken.

Zum Schluss das Fleisch entweder klein geschnitten mit in den Topf geben oder als Extra-Portion auf den Teller legen.