Ein ganz schön beschwipstes Hühnchen

WAZ-Redakteurin Britta Bingmann hat mit Jens Beckmann ein Martini-Hühnchen gebraten.
WAZ-Redakteurin Britta Bingmann hat mit Jens Beckmann ein Martini-Hühnchen gebraten.
Foto: FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Musikschulleiter Jens Beckmann ist ein wahrer Meister in der Küche. Uns bereitet er ein Martini-Hühnchen und dazu jede Menge Spaß.

Witten.. „Das isst der Pott“ heißt eine Aktion der WAZ, bei der Lieblingsrezepte der Menschen in unserer Region gesucht und vorgestellt werden. In den kommenden Wochen werden wir Ihnen Leser aus Witten mit ihren Leibgerichten präsentieren. In der zweiten Folge kocht Jens Beckmann für Redakteurin Britta Bingmann Martini-Huhn.

Wenn man Jens Beckmann nach seinem Lieblings-Rezept fragt, dann muss er für die Antwort nicht lange überlegen: „Nun Schätzelein – schmecken muss es!“ Damit ist schon viel gesagt über den (am Samstag! Glückwunsch!) 34-Jährigen: Er ist ein unkomplizierter Typ, ein witziger Kerl, ein Genussmensch. Fehlt noch was? Ach ja: Schlagzeuger ist er auch noch und erfolgreicher Leiter der Musikschule an der Ruhr: Ihm liegen also Rhythmus und Organisation – eine seltene Kombination. Doch genau das spürt man, wenn man ihm beim Kochen zusieht. Spielerisch sieht es aus, fast wie Improvisation – „komm, die Flasche machen wir alle“ – dabei sitzt jeder Handgriff.

„Das perfekte Dinner“ gewonnen

Sein Kochkönnen hat ihm sogar im Fernsehen schon Lorbeeren beschert: Beckmann gewann neulich die Vox-Sendung „Das perfekte Dinner“. Noch heute hängen sein Gewinner-Menü und die Fotos der Mitstreiter in der gemütlichen Küche in der Innenstadt. Dass heute für den Zeitungs-Termin auch ein Video gedreht wird, raubt Beckmann daher nicht die Ruhe: Er spricht in die Kamera, als hätte er die Texte vorher auswendig gelernt und wendet gleichzeitig entspannt die Keulen in der Pfanne.

Für die Show hat er Schäumchen geschlagen und ein Specknetz geflochten. Aber er kann auch einfacher – so wie beim Martini-Hühnchen. Eine Freundin hat ihm das Rezept verraten, das jetzt zu den Standards bei Beckmann und seiner Liebsten gehört. Warum? „Super lecker und gelingt immer!“

Kochen macht glücklich, essen auch

Selbst dann, wenn man den letzten Schluck aus der Martini-Flasche noch dazu kippt – „Sauce ist immer zu wenig“ — , dafür aber die Kräuter fast vergisst: Das Martini-Hühnchen ist da nicht so empfindlich. Aber selbst wenn es nicht so wäre: Beckmann ist ein Meister im Improvisieren. „Ich probiere aus, ich wandle ab, ich verfeinere“, erklärt er. Wichtig sei in der Küche ohnehin nur eins: Dass die Zutaten stimmen. „Die müssen frisch und hochwertig sein, dann kann eigentlich nichts schief gehen.“

Drei- bis viermal die Woche verwöhnt der Wittener seine Freundin Carina mit Küchengenüssen. „Abends nach einem langen Tag in der Musikschule noch in der Küche zu stehen, das ist für mich die totale Entspannung.“ Kochen mache ihn einfach total glücklich. „Und ehrlich gesagt: essen auch.“

Und so geht’s

Die Zutaten: 1 Huhn oder vier Keulen,
¼ Liter Martini
300 gr Tomaten
100 gr süße Sahne
30 gr Butter
Salz, Pfeffer, Paprikapulver, frische Kräuter

Das Huhn kurz unter fließendem Wasser abspülen, mit Küchenpapier trocknen und in vier Teile schneiden – oder einfach gleich vier Keulen nehmen. Mit Pfeffer, Salz und Paprikapulver würzen. In einem Schmortopf Butter erhitzen und die Hühnerteile kräftig anbraten. Dann mit dem trockenen Martini (Wermut) angießen. Tomaten im Ganzen auf die Hühnerteile legen. Den Topf mit einem Deckel verschließen und das Huhn ca. 30 Minuten auf mittlerer Temperatur schmoren. Das Huhn wieder herausnehmen und die Sauce ca. 10 Minuten auf hoher Temperatur offen einkochen. Sahne, gepressten Knoblauch, Thymian, Rosmarin und Majoran zufügen. Sauce mit Pfeffer und Salz würzen. Fleisch wieder in die Sauce legen und noch ca. fünf Minuten köcheln lassen.