Deftiges aus der Schulküche

Sabine Schmitz-Bracht, John Paul, Melissa und Susanne Schild (v.li.) kochen gemeinsam Suppe.
Sabine Schmitz-Bracht, John Paul, Melissa und Susanne Schild (v.li.) kochen gemeinsam Suppe.
Foto: Funke Foto Services
Sabine Schmitz-Bracht lehrt Hauswirtschaft in der Pestalozzi-Förderschule. Besonders beliebt ist bei den Schülern die variantenreiche Kartoffel-Lauch-Suppe.

Witten.. „Das isst der Pott“ heißt eine Aktion der WAZ, bei der Lieblingsrezepte der Menschen in unserer Region gesucht und vorgestellt werden. In den kommenden zehn Wochen werden wir Ihnen jeweils samstags Leserinnen und Leser aus Witten mit ihren Leibgerichten präsentieren. In der ersten Folge kocht Sabine Schmitz-Bracht für Redakteurin Susanne Schild Kartoffel-Lauch-Suppe.

Sabine Schmitz-Bracht ist Hauswirtschaftslehrerin – und zwar mit viel Herzblut. Eigentlich könnte sie längst im Rentnerstil die Füße hochlegen, aber die 62-Jährige macht weiter. An der Pestalozzi-Förderschule bringt sie ihren Schülern Alltagspraxis bei. Dazu gehört auch Kochen. Ein Gericht ist seit Jahrzehnten bei den Schülern besonders beliebt: es ist die Kartoffel-Lauchsuppe.

Die Kochtage mag jeder

Wer die Förderschule an der Beek besucht, hat seine ganz eigenen Gründe. Eine Auffangstation für Wittens verlorene Kinder, möchte man sagen. Die „Kochtage“ hier mag jeder – besonders, weil es hinterher was Gutes auf die Gabel gibt. „Übers Essen erreicht man bei den Schülern viel“, verrät Lehrerin Sabine Schmitz-Bracht. Sie möchte eine „Basisversorgung“ mit einfachen Gerichten lehren und den Schülern so ein Handwerkszeug fürs Leben mitgeben.

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Fünf Zehntklässler haben sich freiwillig zum Mitkochen gemeldet: John-Paul (16), Melissa (17), Yvonne (16), Julian (16) und Igor (17). Morgens steht Einkaufen auf dem Stundenplan. Auch das will gelernt sein: Anfangs kamen sie mit fettreduzierter Margarine wieder, die doch nicht zum Anbraten taugt. Oder mit laktosefreier Milch.

Die wichtigste Zutat für die Schmitz-Brachtsche Suppe finden sie aber auf dem Wochenmarkt: 2,5 Kilo mehlig kochende Kartoffeln der Sorte Bintje gibt es am Kartoffelstand für 2,70 Euro. Lauch, süße und saure Sahne sind dann kein Problem mehr.

Gemeinsam wird geschnippelt

Also: Hände waschen, Schürzen an! Gemeinsam werden die Kartoffeln geschält und geschnippelt, grobe Stücke bitte. Eine mehlig kochende Sorte ist Schmitz-Bracht wichtig. „Sonst wird die Suppe nachher zu schleimig.“ Sie zeigt, wie man Lauch erst längs einritzt, den Schmodder auswäscht, dann in Ringe schneidet und nochmals wäscht. Und den „Pfötchengriff“, mit dem man die Stange schneidet.

Ein großer Suppentopf gehört zum Inventar der Lehrküche. In Brühe köchelt die Suppe gut 20 Minuten vor sich hin. Das Stampfen übernimmt dann doch die Chefin. Zackig schnell stampft sie erst unten, dann oben. Es folgt die Sahne, und die Suppe ändert ihre Farbe – von grün nach cremig-weiß.

Tischdecken gehört zum Lehrplan

Derweil decken die Schüler im Nebenraum den Tisch – auch das gehört zum Lehrplan, ebenso wie Wäsche waschen, Bügeln oder ein Loch in einer Tischdecke stopfen. Ihre Lehrerin „zaubert“ noch kurz: Sie holt ihre unverzichtbare Muskatreibe aus der Handtasche: „Frischer Muskat gibt den richtigen Pfiff“, sagt die 62-Jährige. „Und außerdem harmoniert es gut mit Kartoffeln und Porree.“

Hmmm, jetzt darf aber gegessen werden. Die Zehntklässler haben ein kleines Buffet aufgebaut – den Suppentopf in der Mitte, drumherum frisch geröstete Brotwürfel, warme Würstchen, Kräuter und Nordseekrabben. Das ist das Beste vom Feste: Dass jeder seiner Suppe noch individuell verfeinern kann.

Und so wird es gemacht:

Die Zutaten:

1 kg Kartoffeln, mehlig kochend
1 Stange Lauch
1 Becher saure Sahne
1 Becher süße Sahne
1 Brühwürfel für 1,5 l Wasser
Öl zum Anbraten
Muskat, Pfeffer, Salz

Und so geht’s:

Die Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden. Den Lauch putzen, in Ringe schneiden und gründlich waschen. Öl in dem Topf erhitzen und Lauch darin anbraten. Kartoffeln zufügen und mit Wasser und Brühe auffüllen. 20 Minuten kochen lassen.

Die Kartoffeln mit dem Stampfer zu Brei stampfen, durchrühren. Die süße und die saure Sahne unterrühren und mit Salz, Pfeffer, Muskat abschmecken. Sabine Schmitz-Bracht schwört auf das Zerreiben frischer Muskatnuss, es darf ruhig ein bisschen mehr sein.

Gut dazu passt:

geröstetes Toastbrot (Croûtons), gehackte Petersilie, Sonnenblumenkerne. frische Nordseekrabben und natürlich: Würstchen.