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Das Gebet geht jetzt online

29.01.2016 | 19:20 Uhr
Das Gebet geht jetzt online
Er hatte die Idee: Rolf Krüger vom Bundesverlag freut sich über den großen Erfolg von amen.deFoto: Thomas Nitsche

Witten.  Das Portal amen.de hat seit 2013 über eine Million Fürbitten vermittelt. Anliegen drehen sich oft um Gesundheit, Job und Liebe. 3000 Beter machen mit.

Online-Vermittlungen gibt es viele. Für Partner, für Tiere, für Gebrauchtwagen. Diese ist von einer anderen Art: Das Portal amen.de vermittelt Gebete. Klingt verrückt – trifft aber offenbar ein großes Bedürfnis. Noch keine drei Jahre ist das Angebot des SCM-Bundesverlags in Bommern auf dem Markt, schon hat es himmlische Zahlen erreicht: Seit Januar sind über eine Million Gebete online.

Eine kleine „Online-Gebetsecke“ betrieben die Wittener schon lange – auf der Seite jesus.de, einer Plattform zum Austausch von Christen. „Aber dann haben wir beschlossen, sie auf eine ordentliche Basis zu stellen“, erinnert sich Rolf Krüger, Leiter der Digital-Redaktion beim Bundesverlag. Das Portal amen.de wurde entwickelt, ging im April 2013 an den Start, und der Erfolg überraschte selbst die Organisatoren: „Wir wurden völlig überrannt.“ Über zehn bis 20 Anfragen hätte er sich schon gefreut – es waren am ersten Tag bereits 150: Offenbar hatte der Bundesverlag eine Marktlücke gefunden.

Etwa zehn Beter pro Bitte

Und die funktioniert so: Es gibt rund 3000 Beter, die sich bei amen.de registriert haben. Schickt ein Nutzer ein Gebetsanliegen – etwa: „Ich brauche Hilfe, schreibe morgen eine wichtige Klausur“ – wird diese Bitte an etwa zehn Beter weitergeleitet, die das Anliegen dann in ihre Fürbitte einschließen.

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Für Jugendliche gibt es die Praybox

Weil keine persönlichen Daten erfasst werden, können die Betreiber von amen.de auf das Profil ihrer Nutzer nur über die Gebetsanliegen und Rückmeldung schließen. Danach sind die User etwa 16 bis 60 Jahre alt, Männer und Frauen sind gleich häufig, alle christlichen Kirchen vertreten.

Häufig lasse sich herauslesen, dass die Nutzer einsam sind oder sich nicht an die Angehörigen wenden können oder wollen.

amen.de gibt es auch als App. Für Jugendliche läuft das Extra-Angebot praybox.net, das genau wie amen.de funktioniert.

Der Bittende bekommt per Mausklick Rückmeldung, wie viele Gebete für ihn bereits gesprochen wurden. Manche Beter stellen auch noch eine persönliche Ermutigung ins Netz, die Bittenden haben die Möglichkeit zu schreiben, ob und wie die Gebete geholfen haben. Allerdings: Alles ist anonym, maximal der Vorname der Beteiligten wird genannt. Das SCM-Team wacht darüber, dass die Regeln eingehalten werden.

Und um was wird gebeten? „Die Anliegen lassen sich in drei große Blöcke teilen: Gesundheit, Job und Partnerschaft“, so Krüger, der überzeugt ist, dass „da was durch das Gebet passiert“. Die Fürbitte sei schließlich eine jahrtausendealte Tradition, habe ihre Wurzeln bereits in der Bibel. Ganz praktisch lasse sich sagen: „Das Gebet stärkt die Gemeinschaft, gibt ein gutes Gefühl: Geteiltes Leid ist nun einmal halbes Leid“, so der 41-Jährige.

Nicht alles wird erhört

Aber auch auf der spirituellen Ebene passiere durch die Fürbitte etwas – das sei die Erfahrung von vielen, vielen Christen: „Wenn ich bete, wird etwas anders.“ Dass alle Gebete prompt erhört werden, das kann und will amen.de natürlich nicht versprechen. „Gott ist souverän. Welche Antwort er gibt – und warum –, das können wir nicht sagen“, so Krüger schmunzelnd. Und das sei gut so: „Denn es würde Gott klein machen.“

Britta Bingmann

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2016-01-29 19:20
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