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Serie „Mein erstes Auto“

Damit das erste Auto nicht zur Todesfalle wird

17.02.2016 | 17:42 Uhr
Damit das erste Auto nicht zur Todesfalle wird
Foto: Sander

Witten.   Nach wie vor sind es überproportional viele Fahranfänger, die schwere Unfälle bauen. Im Rahmen der Serie „Das erste Auto“ haben wir die Polizei dabei begleitet, wie sie versucht, dem vorzubeugen

„Emotionale Bilder, erschreckende Geschichten, eindringliche Musik – das ist der Stoff, aus dem zeitgemäße Unfallprävention gemacht ist“, beschreibt die Polizei NRW die Strategie ihres „Crash Kurses“. Die Aula der Holzkamp-Gesamtschule ist mit etwa 200 Schülern der elften und zwölften Klassen gut gefüllt, als Siegfried Klein, Leiter der Unfallprävention für die Polizei Witten, mit seinem Team versucht, die Jugendlichen aufzurütteln.

Mit dabei sind Polizeibeamte, ein Feuerwehrmann, ein Notarzt und ein Notfallseelsorger, die den Jugendlichen eindringlich von ihren Einsätzen erzählen. Dazu gibt es Fotos von schweren Unfällen junger Erwachsener, unterlegt mit dramatischer Musik.

Anzahl der Fahranfänger als Unfallverursacher leicht gesunken

„Das ist die einzige Zielgruppe, bei der die Anzahl der Unfälle seit 2010 deutlich zurückgegangen ist“, sagt Klein. Fahranfänger im Alter zwischen 18 und 25 Jahren machen etwa acht Prozent der Bevölkerung aus. 2010 aber verursachten sie in der Bochum, Witten und Herne 17 Prozent aller Unfälle, also 140. Danach sank die Zahl, so dass ihr Anteil 2015 bei rund 15 Prozent lag. Siegfried Klein führt das auf die seit 2011 laufenden Präventionsmaßnahmen zurück. Zentraler Bestandteil dabei sind die „Crash Kurse“.

Etwa zweimal im Jahr besucht er mit seinem Team Wittener Schulen. Die Jugendlichen dazu zu bringen, am Steuer einmal mehr nachzudenken, das ist die zentrale Botschaft des Vormittags.

Videos schockieren

Gezeigt werden schockierende Videos, die Gefahrenquellen schwerer Unfälle darstellen, wie überhöhte Geschwindigkeit, fehlende Sicherheitsgurte, Alkohol- und Drogenkonsum, Ablenkung durch Handys oder Streit während der Fahrt. Da ist zum Beispiel das Kind, das beim Spielen von einem durch den Zaun brechenden Auto getötet wird oder die Freunde, die schon als Kinder mit ihren Bobbycars Rennen fuhren, bis als Erwachsener schließlich einer am Grab des anderen steht.

Feuerwehrmann Daniel Trampisch sagt, nachdem er detailliert von einem Unfall-Einsatz mit tödlichem Ausgang berichtete, „ich hoffe, euch sehe ich beruflich nicht wieder.“ Notarzt Dr. Eyüp Ugrak: „Ein Verkehrsunfall bedeutet, dass er wahrscheinlich euer ganzes Leben verändert. Ihr werdet vielleicht nie wieder essen oder laufen können. Vielleicht nie wieder so aussehen wie jetzt.“ Besonders bewegt die Schüler der Bericht des Notfallseelsorgers Oliver Gengenbach. „Ich mache meinen Beruf wirklich gerne“, sagt er. „Aber Todesnachrichten zu überbringen, ist furchtbar. Seid vorsichtig“, wendet er sich an die Jugendlichen, „ich möchte nicht an der Tür eurer Eltern klingeln.“

„Ich habe heute meine erste Fahrstunde“, erzählt Alexandra (17) im Anschluss. „Das bringt mich natürlich schon zum Nachdenken. Ich bin sowieso ängstlich, aber ich werde mir jetzt einmal mehr überlegen, zu wem ich ins Auto steige.“

Kristina Gerstenmaier

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2016-02-17 17:42
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