Dachstuhl am Kohlensiepen in Witten zerstört

Vom Balkon in der ersten Etage fraßen sich die Flammen schnell ins Dach des Hauses am Kohlensiepen.
Vom Balkon in der ersten Etage fraßen sich die Flammen schnell ins Dach des Hauses am Kohlensiepen.
Foto: Funke Foto Services
Ein Kühlschrank auf dem Balkon hat möglicherweise das Feuer in einer Doppelhaushälfte am Kohlensiepen ausgelöst. Der Schaden ist groß.

Witten..  Hätte die Nachbarin sie nicht aus dem Schlaf gerissen, vielleicht wäre noch viel mehr passiert. Der Hauseigentümer und seine Lebensgefährtin schliefen ganz oben in ihrer Dachgeschosswohnung, als auf dem Balkon seiner Mutter in der Etage unter ihnen am späten Dienstagabend Feuer ausbrach. Blitzschnell griff es auf das Dach über.

Es war gegen 22.40 Uhr, als die Frau mit ihrem Hund vorbeikam und den Brand entdeckte. Sie klingelte und rettete womöglich vier Menschen das Leben. Oben schlief das Paar, in der Etage darunter der zehnjährige Sohn des Hausbesitzers, der zum Glück bei seiner Oma übernachtete. Er hat eigentlich das Zimmer unterm Dach. Die 69-jährige Frau erlitt Brandverletzungen am Arm, als sie die Balkontür öffnete und ihr die Flammen schon entgegenschlugen.

„Ich sah einen riesigen Feuerball auf dem Balkon“

„Raus, raus, raus!“ rief ihr 33-jähriger Sohn, der in die Wohnung seiner Mutter gestürmt kam, nachdem ihn die Nachbarin durch das Schellen geweckt hatte. „Ich sah einen Riesenfeuerball auf dem Balkon,“, sagt der Hausbesitzer. Er holte seine Mutter aus der Wohnung, seine Lebensgefährtin hatte sich den Sohn geschnappt, der im Schlafanzug auf der Treppe stand.

Da es sich um eine Doppelhaushälfte handelt, ließ die Feuerwehr auch das Nachbarhaus evakuieren. Dort wurden sieben weitere Personen in Sicherheit gebracht.

45 Feuerwehrleute im Einsatz

Die Flammen fraßen sich schnell vom Balkon ins Dach. Die 45 Einsatzkräfte konnten zwar ein Übergreifen auf die andere Haushälfte verhindern. Doch der Dachstuhl war kaum noch zu retten. „Die Rückseite ist zerstört“, erklärt der Besitzer erschüttert. Sein Elternhaus ist vorerst unbewohnbar. „Wir sind praktisch obdachlos.“