Crengeldanzschüler zeigen ihre Wut-Monster

Foto: Jörg Fruck

Diese „Schatzkiste“ hat es in sich: Das Modellprojekt für Wittener Viertklässler überzeugte die Bertelsmann Stiftung, die dafür die Fördermittel gibt.

Dr. Brigitte Mohn von der Bertelsmann Stiftung besuchte gestern die Crengeldanzschule, um sich die Wirkung des Modells „Die Schatzkiste“ aus der Nähe anzusehen. Dabei handelt es sich um ein Bündel von Maßnahmen, mit dem Viertklässlern der schwierige Übergang zu weiterführenden Schulen erleichtert werden soll. Die Bertelsmann Stiftung ist Fördergeber im Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen“.

In der Crengeldanzschule wurden Dr. Mohn und ihre Mitarbeiter von Schulleiterin Julia Debus, den Lehrerinnen der Klasse 4, Bürgermeister-Stellvertreter Lars König, Sozialdezernent Frank Schweppe und etwa 30 Schülern empfangen. Diese hielten ihnen ein Wut-Stoppschild und ein Wutmonster entgegen, die dann in der phantasievoll gestalteten „Schatzkiste“ landeten.

„Ziel ist es, dass die Kinder lernen, ihre eigene Wut auszudrücken, zu kontrollieren und sich auch vor der Wut anderer zu schützen“, erklärt Henrike Pfordt vom Jugendamt.

Gefüllt mit weiteren Arbeitsergebnissen zu den Themen „Wer bin ich…“, „Was wünsche ich...“, „Wo liegen meine Stärken…“ und weiteren frei gestalteten Elementen begleiten die Schatzkisten die Schüler in die weiterführende Schule. „Dort freuen sich die Lehrer darauf, die Kisten in Empfang zu nehmen, denn für sie ist der Inhalt ein aufschlussreiches Bild von der Persönlichkeit und den Stärken des neuen Schülers“, sagt Pfordt.

Diesen Prozess wollte Dr. Mohn bei ihrem Besuch in der Crengel-danzschule in der praktischen Umsetzung beobachten. Denn wie die Stadt Witten den Kindern den Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule erleichtern will, war bislang eine „Lücke in der Präventionskette“. Sie war beeindruckt: „Die aus den Schatzkisten gewonnene Kompetenz nehmen die Schüler mit in ihr Leben“, so Dr. Mohn. Die Crengeldanzschule leiste Vorbildliches für die Potenzialentwicklung der Kinder aus unterschiedlichen Herkunftsländern.

Aktuell arbeiten elf Grundschulen mit den Schülern der vierten Klassen an der Schatzkiste. Henrike Pfordt freut sich: Für das kommende Schuljahr haben bereits weitere Grundschulen ihr Interesse angemeldet.