Computer warnt im Rathaus vor Gefahr

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Was wir bereits wissen
Öffentliche Einrichtungen in Witten schützen sich unterschiedlich vor Übergriffen etwa eines Attentates, wie es in Paris erfolgt ist. Ein Überblick

Witten..  Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass Witten von Attentätern wie denen heimgesucht wird, die in Paris das Satiremagazin Charlie Hebdo überfallen haben: Behörden und öffentliche Einrichtungen haben verschiedene Vorkehrungen getroffen, um den Publikumsverkehr zu kontrollieren und Übergriffe zu verhindern.

Büro mit Hintertür

Im Rathaus Witten ist der Computer ein wichtiges Hilfsmittel, um bedrohlichen Situationen vorzubeugen. „Im Jugendamt, Sozialamt und Ausländeramt haben wir ein Programm, das es dem jeweiligen Mitarbeiter erlaubt, über das Netzwerk einen Notruf abzuschicken“, erklärt Stadtsprecherin Lena Kücük. Der Notruf fordert alle Mitarbeiter des Amtes auf, sich in das Büro des betroffenen Kollegen zu begeben.

Außerdem sind die Räume im Rathaus so gestaltet, dass es für die Mitarbeiter immer eine Rückzugsmöglichkeit gibt. „Es gibt quasi eine Vordertür und eine Hintertür, durch die der Mitarbeiter den Raum verlassen kann, wenn er bedroht wird“, sagt Kücük. Kameras und andere sichtbare Barrieren wie etwa Schleusen lehnt die Stadtverwaltung ab. „Da könnten wir mit einigen unserer Kunden in Schwierigkeiten geraten.“

Zugänge besser einsehbar

Schleusen gibt es auch bei der Kreisverwaltung nicht, betont Sprecher Ingo Niemann. „Die würden auch nur Warteschlangen verursachen, und das wollen wir vermeiden.“ Wo erfahrungsgemäß Konflikte auftreten können, etwa im Ausländeramt oder im Job-Center, setzt die Kreisverwaltung auf Alarmsysteme, Deeskalationstraining und offene Türen. Aus Sicherheitsgründen umgebaut wird in Kürze das Job-Center in Witten. Die Etagen sollen weniger offen gestaltet werden. „Wir versprechen uns davon eine bessere Kontrolle des Publikumsverkehrs“, betont Niemann. „Unsere Mitarbeiter können besser vor Übergriffen geschützt werden, wenn die Zugänge besser einsehbar sind.“

Schleuse im Amtsgericht

Durch eine elektronische Schleuse müssen in Witten allerdings Besucher des Amtsgerichtes.

Obwohl die Behörden vorbeugen: Zu gravierenden Vorfällen ist es in den vergangenen Jahren nicht gekommen. „Wir haben zwar schon einiges an kuriosen Situationen mit unseren Kunden erlebt, aber etwas wirklich Bedrohliches ist glücklichwerweise noch nicht passiert“, sagt Stadtsprecherin Lena Kücük. Das bestätigt auch Polizeisprecher Volker Schütte. Und: „Wenn wirklich jemand in einer Behörde ausfällig wird, werden wir auch sofort verständigt.“