Chor singt Lieder zum Frühling
31.05.2010 | 10:39 Uhr 2010-05-31T10:39:00+0200
Witten.Zwar erinnerte das Wetter eher an Herbst, doch der Saalbau war voller Zuhörer, die sich auf das Frühjahrskonzert des bereits 101-jährigen Chors Lyra freuten.
Schon die Ankündigung versprach ein Konzert von zwei bis drei Stunden – die Männer haben viel zu bieten. So beispielsweise Lieder im Volkston – zumeist die Vertonung romantischer Gedichte, ganz im Stil des ausklingenden 19. Jahrhunderts. Mit kräftigen, gut harmonierenden Stimmen brachten die 70 Sänger ihr Lob auf Natur und Heimat vor. Eine sehr männliche Angelegenheit – kein Wunder, dass sie vom Vaterland singen. Chorleiter und Sänger Stefan Lex betonte, wie wichtig dem Chor diese Heimatverbundenheit in den Liedern sei. Doch auch über die eigene Heimat hinaus ging der Blick des Chors: Mit drei russischen Volksweisen führte das Bommeraner Ensemble vor, wie in Russland voluminöse Klänge mit hohen Tenören und besonders tiefen Bässen klingen. Als ständige Begleiterin saß Sigrid Althoff am Flügel. Ihr zurückhaltend zartes Spiel bot dem großen Chor gute Stütze, ohne etwa die feinen Pianissimo zu überdecken.
Als Gast für den Abend konnte Christoph Stegemann gewonnen werden. Der Bassist der Oper in Halle präsentierte sich prächtig. Von Stefan Lex als „seriöser Bass“ angekündigt, also als ein Sänger, der seine Stimme in besonders tiefe Lagen senken kann, brachte er sich mit Liedgut, Oper und Operette bestens ein. Aber auch Stefan Lex zeigte als Tenor in Solostücken, dass er stimmlich fundiert und fein ausgestaltet singen kann.
Der zweite, etwas weniger klassische Teil des Nachmittagsprogramms brachte heiteres und lustiges auf die Bühne. Unter dem Motto „Wenn einer eine Reise tut…“ besangen die Männer andalusische Träume, Granada, spanische Augen, die Schätze des Orients oder den Reichtum mit dem überaus berühmten Lied aus dem Musical „Anatevka“. Die Zuhörer waren begeistert und spendeten immer wieder großen Applaus. Schade nur, dass sowohl Chor als auch Publikum fast ausschließlich aus älteren Menschen bestanden. Vielleicht wäre eine Gesangstour durch die Wittener Schulen sinnvoll, damit mehr Menschen hören können, wie bewahrenswert und schön das Liedgut ist?
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