CDU empört über öffentliche Wahlsimulation
27.08.2009 | 15:54 Uhr 2009-08-27T15:54:00+0200
Witten. Peinliche Panne: Um ihre Systeme zu testen, hat die Verwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises offenbar eine kleine Testwahl veranstaltet. Dumm war nur, dass alles online geschah und jeder Internet-Nutzer dieses fiktive Wahlergebnis abrufen konnte.
Um die Funktionen ihrer Wahl-Webseite zu prüfen, hat die Verwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises eine interne Testwahl veranstaltet. Das Problem: Die Ergebnisse waren für jeden Internetnutzer sichtbar. Auch für die CDU. Die ist nun besonders empört: Bei dem abgebildeten Zwischenstand ging der bisherige Landrat und SPD-Kandidat Arnim Brux nämlich zwischenzeitlich in Führung.
Im fiktiven Zwischenergebnis "nach Auszählung von 88 der 312 Stimmbezirke" lag laut Wahlseite der bisherige Amtsinhaber Dr. Arnim Brux mit 42,7 % in Führung, während seine CDU-Herausforderin Annette Fischer sich mit 35,5 % begnügen musste. Die Linkspartei holte demnach 3,0%, der NPD-Kandidat 1,8%.
CDU sieht Verstoß gegen parteipolitische Neutralität
"Dass dies öffentlich zugänglich erfolgt, ist wenig professionell”, kritisierte CDU-Kreisgeschäftsführer Manfred Lorenz in einer Pressemitteilung. Für ihn ist die Veröffentlichung eines fiktiven Ergebnisses, das einen Sieg des SPD-Kandidaten voraussage, mit der Verpflichtung zur parteipolitischen Neutralität der Kreisverwaltung kaum vereinbar. "Natürlich entscheiden am Sonntag die Wähler, aber ebenso natürlich dürfen die Bürger erwarten, dass die Kreisverwaltung alles unternimmt, damit es bei der Auswertung der Stimmen reibungslos läuft", reagiert Ingo Niemann, Pressesprecher der Kreisverwaltung, auf den CDU-Vorwurf.
Auch das im Netz dargestellte fiktive Ergebnis habe sich die Verwaltung nicht ausgedacht. "Es ist das Resultat einer Testwahl in allen kreisangehörigen Städten", macht Niemann deutlich. Die Wahlämter von Breckerfeld bis Witten hatten probeweise fiktive Stimmenzahlen eingegeben. Die Summe dieser Stimmen habe zur im Internet dargestellten Verteilung geführt. „Auf die Vergabe der fiktiven Stimmen in den Städten hatte der Kreis keinen Einfluss“, stellt der Kreissprecher klar.
Testwahl sollte Probleme im System aufzeigen
Die Testwahl diene dazu, Fehler im System und seiner Handhabung zu erkennen. Dies gelte insbesondere für die Darstellung der Ergebnisse, da viele Bürger diese Informationsquelle am Wahlabend nutzten. Die Kreisverwaltung habe die Ergebnisseite auch zu keinem Zeitpunkt direkt in ihre Internetseite eingebunden, sondern sich für eine vergleichsweise lange Unteradresse entschieden, so das Statement aus Schwelm. Niemann: "Ein Verfahren, das sich in der Vergangenheit bewährt hat.
Dass die Seite dieses Mal über Google gefunden werden konnte, sei sicherlich bedauerlich. Dies sei aber nur für die Dauer der Testwahl für einige Stunden so gewesen, so Niemann. Mittlerweile sei die Seite planmäßig wieder offline gegangen.
20:50
Nur mit ihrem Verhalten in konkreten Dingen können Kandidaten punkten, was die Lage in Witten so schwer macht. Frau Leidemann hat keine Punkte, weil sie sich in keiner Angelegenheit, die die Bürger aufbrachte je auch nur einbrachte. Herr Noske fehlt Profil, er hat zu wenig aus der Opposition gemacht. Die FDP und Grünen sind mangels eigener Persönlichkeiten nichtig. Die Soziale Liste suspekt, mangels Breite der Themen und wegen der Straßenbahn. Die Linke hat die Chance verpaßt, sich deutlich von der SPD abzusetzen und eine Nicht-Koalitionsaussage zu machen. Was bleibt? Fortsetzung nachweislich schlechter Arbeit, nein. Nur der Versuch eines Neuanfangs unter sehr bescheidenen Vorzeichen. In Sachfragen die ein oder andere nicht ganz träge Person unter den ganzen kleinen Splittern einzubinden.
19:49
Mit was die Kandidaten so alles punkten wollen. Da scheinen sie dann mit Sachthemen ja offensichtlich nicht punkten zu können.
19:05
Ist doch egal. Was zählt ist auf m Platz, d. h. Sonntag. Und wer 5 Jahre regiert und dabei nicht punktet, der rettet auch mit Mehrfachvoten nichts für den Wahlsonntag.
18:37
@Horst.Deiters: Tja, ich weiß nicht - klicken dürfen die Leute hier ja schließlich, so oft und für wen sie wollen. Dazu muss man nichts manipulieren. Übrigens holt Sonja Leidemann gerade auf und ist kurz nach 18 Uhr über die 9000er-Grenze gekommen.
18:34
Sehr geehrter Hr. Horst Deiters,
ich glaube nicht, dass das voten auf dieser seite ( egal wie oft man das macht ) einen straftatbestand rechtfertigt.
Da kann man ja auch DSDS anzeigen wenn dort ein Kandidat übermäßig viele Stimmen erhält. Da kann man nämlich auch so oft anrufen wie man will...
18:06
Die einzige Verkrmapfung die ich sehe ist eine aufgescheuchte CDU, die seit mehreren Stunden dafür sorgt, das alle zwei Minuten fünf Stimmen für Herrn Noske abgegeben werden. Das ist ja hochnotpeinlich. Wegen Computermanipulation habe ich vor 30 Minuten online bei Polizei NRW Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Dann wird sich ja zeigen, über welche IPs die Klicks gekommen sind.
17:21
#Herr Kassner, ich brauche überhaupt nix rauf- und runterfahren oder Modem ein- und ausschalten. Ich kann alle zwei Minuten ein Kreuzchen machen, ich habe es aufprobiert. Das ist mir aber schlicht zu dumm. Das überlasse ich den verkrampften SPDlern, die um das sinkende Schiff kämpfen gerne. Denn gezählt wird nur am Sonntag.
15:51
@Bernd Weilmann: Ich wollte das auch nicht abwiegeln. Aber wenn man sich anschaut, dass derzeit so knapp 18.000 Klicks im Voting sind, dann frage ich mich schon, ob da wirklich einer seinen Kasten aus- und wieder anknipst, um von, sagen wir mal, 16.343 auf 16.344 Klicks zu erhöhen bzw. um seinen Kandidaten/seine Kandidatin um einen kleinen Klick hochzupushen. Und dann wieder den Computer aus, Modem aus, Modem an, Computer hochfahren... Also, mir wäre das jedenfalls zuviel. Und wenn jemand eine feste IP-Adresse hat, dann geht das ja alles gar nicht, der muss dann unsere Reload-Sperrzeit abwarten (nee, die Dauer wird nicht verraten *augenzwinker*).
14:34
Herr Kassner, Sie haben es doch mitbekommen, wie die SPD Frau Leidemann von Sonntagabend auf Montag von 23 auf über 40 % hievte. Es gibt schon Leute, die das für wichtig halten. Ich rechne Herrn Noske und Parteikollegen hoch an, daß sie nicht ähnlich übertrieben reagierten.
11:29
@ Wittener-Steuerzahler: Eine IP-Sperre macht keinen großen Sinn, weil viele Nutzer dynamische IP-Adressen haben. Das heißt, wenn Sie sich ausloggen und kurz darauf wieder einloggen, am besten zwischendurch auch noch das Modem kurz vom Netz nehmen, haben Sie bei bestimmten Anbietern - beispielsweise t-online - eine neue IP-Adresse bekommen. Das ganze dauert vielleicht drei Minuten, und schon können Sie wieder abstimmen. Bloß - wer willsich die ganze Mühe für einen weiteren Klick machen?