Café Del Sol eröffnet im August

Zeit, dass sich was dreht: In diesem Fall ist es der Baukran für das Gebäude des Café Del Sol am Ruhrdeich. Dort wächst das Fundament heran.
Zeit, dass sich was dreht: In diesem Fall ist es der Baukran für das Gebäude des Café Del Sol am Ruhrdeich. Dort wächst das Fundament heran.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach langen Verzögerungen steht der Termin für die Systemgastronomie am Ruhrdeich fest.Die Fundamente sind gegossen, bald kommen Wandteile und Dach.

Witten..  Cocktails, Kaffee oder ein Pilschen – all das sollten Besucher eigentlich längst hier genießen können. Sogar mit Blick auf den idyllischen Mühlengraben. Doch dann wurden auf dem ehemaligen Teppichland-Gelände Öltanks und ein großes Wasserbecken entdeckt. Gerade sind Polier Robert Wüstefeld und seine Männer dabei, ein zwei Meter tiefes Maschinenfundament auszubuddeln. „Vor Überraschungen ist man hier nie sicher“, meint er. Doch im August soll endlich das Café Del Sol am Mühlengraben eröffnen. Ganz bestimmt.

Die Gastro & Soul GmbH aus Hildesheim brauchte als Investor einen verdammt langen Atem, um trotz der bösen Überraschungen auf dem 8000 Quadratmeter großen Gelände an ihren Plänen in Witten festzuhalten. Denn ursprünglich sollte das Café im Kolonialstil mit seinen 250 Sitzplätzen drinnen und 200 draußen bereits im vorigen Sommer eröffnen.

Es geht sichtbar voran

Doch nachdem auf den zügigen Abriss der ehemaligen Teppichland-Hallen eine längere Durststrecke mit Pech und Pannen folgte, geht’s jetzt sichtbar voran. In den vergangenen Wochen wurden die Fundamente für das Café gegossen, in dieser Woche wird die Bodenplatte betoniert. „Dann kommt der Zimmermann, stellt die Wände auf und setzt das Dach drauf“, beschreibt der Polier den weiteren Fortgang der Arbeiten. Es handelt sich um Fertigbauelemente, alle aus Holz. Zur statischen Verstärkung kommen außerdem Stahlteile zum Einsatz. Derzeit sind acht Arbeiter auf der Baustelle, wenn’s an die Aufbauten geht, werden es um die 40 sein.

Die Fertigteile werden von einer Firma aus Oldenburg in Witten angeliefert. „Die hat schon die Bauelemente für das neue Café Del Sol in Klagenfurt nach Österreich transportiert“, erzählt Robert Wüstefeld, der bei der Firma Gent beschäftigt ist. Die wiederum ist, ebenso wie die Gastro & Soul GmbH, in Hildesheim angesiedelt. Das Gastro-Unternehmen, das schon 27 Cafés in ganz Deutschland betreibt, arbeitet beim Bauen überwiegend mit denselben Firmen zusammen. „Sonst ließen sich diese Gebäude gar nicht so schnell hochziehen und es ginge auf den Baustellen wie beim Turmbau zu Babel zu“, meint Wüstefeld. Er selbst hat bereits 18 dieser Cafés mitgebaut. Er weiß also, wovon er spricht, wenn er sagt: „Der Standort in Witten ist eigentlich ideal. Hier gibt’s eine gute Anbindung für Besucher, die mit Autos oder Fahrrädern kommen. Außerdem bietet sich ein schöner Blick aufs Wasser.“

Ehemaliges Wasserbecken verfüllt

Bis es soweit ist, gibt es noch einiges zu tun. „Wir habe das ehemals große Wasserbecken unter dem künftigen Café-Gebäude mit Recyclingmaterial aus dem zermahlenen Abriss der Teppichland-Hallen verfüllt. Denn das Gebäude muss ja standfest sein“, so Polier Robert Wüstefeld. Überhaupt wird das komplette Gelände noch mit Abbruchmaterial und Erde aufgefüllt: Und zwar etwa zwischen 1,50 Metern und 80 Zentimetern zum Mühlengraben hin. Gegen den wird das Gelände durch große Natursteine gestützt und abgegrenzt. Diese imposanten Brocken liegen schon auf dem Grundstück für ihre künftige Funktion bereit.

Der Mühlengraben selbst bietet vom Teppichland-Gelände aus tatsächlich einen idyllischen Anblick. Dagegen sieht’s hinter dem Überlauf absolut verkommen aus. Meterhoch wuchern dort Bäume und Büsche, dazwischen liegt angeschwemmtes Treibgut. Angeblich will RWE als Eigentümer des nahe gelegenen Kraftwerks Hohenstein das Überlaufgelände regelmäßig spülen. Am besten auch gleich roden. Denn wer will von den künftigen beiden Terrassen des Cafés, die zum Mühlengraben hin angelegt werden, schon auf so ein ungepflegtes Chaos gucken?

Palmen verströmen Urlaubsflair

Zur Wetterstraße hin begrenzen jetzt noch hohe Bruchsteinmauern das ehemalige Teppichland-Gelände. „Die sollen wohl wegkommen. Dann wird der Höhenunterschied, der etwa drei Meter vom Gehweg Wetterstraße bis hier runter zum Café-Gelände beträgt, das ja noch etwas aufgeschüttet wird, durch eine sanfte Böschung abgemildert. Aber diese Arbeiten sind Sache der Stadt“, so Polier Wüstefeld.

Von all diesen aufwändigen Vorarbeiten werden die Besucher des Café Del Sol später wohl nichts mehr merken. Sollen sie ja auch nicht. Denn schließlich soll das „Café der Sonne“ im Kolonialstil mit Palmen nicht Arbeits-, sondern Urlaubsflair verströmen.